Russland-Ermittlungen Trump gibt umstrittenes FBI-Memo frei

Trump hat die Veröffentlichung eines umstrittenen Memos genehmigt. Es soll das Fehlverhalten des FBI in der Russland-Affäre beweisen – und Peinliches über den US-Präsidenten enthalten.
Update: 02.02.2018 - 19:29 Uhr 4 Kommentare

WashingtonMit der Veröffentlichung eines umstrittenen Papiers aus dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses haben die US-Republikaner versucht, die Glaubwürdigkeit der Russland-Ermittlungen zu untergraben. Im Kern geht es in dem seit Tagen in Washington heiß diskutierten Schriftstück um die Frage, ob FBI und Justizministerium bei der Beurteilung eines seit einem Jahr bekannten, umstrittenen Geheimdienstdossiers geschlampt haben .

Präsident Donald Trump genehmigte am Freitag gegen massiven Widerstand der Demokraten eine Veröffentlichung des Memorandums. Er verschärfte damit auch seine Angriffe gegen die Ermittler in der Russland-Affäre. Es sei „eine Schande“ was in den USA möglich sei, sagte Trump, der sich als Opfer einer parteipolitisch aufgeladenen Kampagne sieht. „Eine Menge Leute sollten sich schämen.“

Die oppositionellen Demokraten hatten entschieden gegen eine Veröffentlichung des Dokuments protestiert, weil es aus ihrer Sicht unvollständig ist. Sie halten es für bisher nicht da gewesen, dass als geheim eingestuftes Wissen aus laufenden FBI-Ermittlungen veröffentlicht wird. Der den Demokraten nahestehende Senator Bernie Sanders sagte: „Dies ist ein stumpfer Versuch, die enorm wichtige Untersuchung über eine russische Einmischung in den Wahlkampf 2016 und eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Trump-Lager zu stören.“

Der US-Präsident hat ein Memo freigegeben, das ein Fehlverhalten des FBI in den Russland-Ermittlungen beweisen soll. Quelle: Reuters
Donald Trump

Der US-Präsident hat ein Memo freigegeben, das ein Fehlverhalten des FBI in den Russland-Ermittlungen beweisen soll.

(Foto: Reuters)

Auch das FBI und das Justizministerium hatten vor der Veröffentlichung Bedenken geäußert. Das Schriftstück war von Mitarbeitern des Republikaners und Trump-Unterstützers Devin Nunes, Vorsitzender des Geheimdienstausschuss im Repräsentantenhaus, erstellt worden. Tagelang hatte es um die Veröffentlichung des teilweise als vertraulich eingestuften Materials hitzige Diskussionen gegeben.

FBI und Ministerium hatten unter anderem auf der Grundlage des Dossiers die geheimdienstliche Überwachung des Trump-Getreuen Carter Page genehmigt. Das Dossier des früheren Geheimagenten Christopher Steele hatte Hinweise darauf enthalten, dass Page Kontakte mit russischen Stellen unterhielt.

Das FBI und das Justizministerium, vor allem der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein, hätten wissen können und müssen, dass der Autor des Dossiers sich unter anderem durch voreilige Medienkontakte unglaubwürdig gemacht habe, heißt es in dem Papier. Ferner sei das Dossier vom demokratischen Wahlkampflager Hillary Clintons bezahlt worden und damit von vornherein einseitig.

Ein Antrag auf Überwachung des US-Bürgers Page auf der Grundlage des Steele-Dossiers sei somit nicht rechtmäßig zustande gekommen. Die Demokraten wiesen daraufhin, dass bei der Beantragung der fraglichen Überwachung das Steele-Dossier nur eine von mehreren Grundlagen gewesen sei - bei weitem aber nicht die einzige.

Zudem sei das Steele-Dossier zunächst im Vorwahlkampf von einem Republikaner in Auftrag gegeben worden, erst später sei die Finanzierung von Demokraten übernommen worden. „Ich habe die Dokumente gelesen, die diesem Papier zugrunde liegen. Sie stützen nicht die Schlussfolgerungen“, sagte Senator Mark Warner, ein demokratischer Vertreter im Geheimdienstausschuss des Senats. Anders als das Repräsentantenhaus werde im Senat eine parteiübergreifende Zusammenarbeit zur Aufdeckung der Hintergründe in der Russland-Affäre fortgeführt.

In dem Dossier des britischen Agenten, dessen Glaubwürdigkeit durch die Veröffentlichung des Nunes-Papiers untergraben wird, geht es um mögliche private und geschäftliche Kontakte Donald Trumps nach Russland und sein angebliches Gebaren auf Geschäftsreisen nach Russland. Tatsächlich wurde der Wahrheitsgehalt des Dossiers bisher nie verifiziert –allerdings, mit Ausnahme einiger Dementis Trumps und seines Lagers – auch nicht das Gegenteil nachgewiesen.

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  • dpa
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4 Kommentare zu "Russland-Ermittlungen: Trump gibt umstrittenes FBI-Memo frei"

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  • Hallo Herr Spiegel,

    so spät noch als Fliegenfänger unterwegs?

  • Einen Erdnuss-Bauern mit einem lebenserfahren Kapitalisten zu vergleichen ist kaum noch zu toppen aber es gibt noch Arbeit,im Gartenamt, welche die die Gäste nicht leisten können.
    Am Besten bei den Morcheln, die lieben die Fliegen.

  • So ein Blödsinn. der republikaner Carter hat sich auffällig intensiv mit Russen getroffen, die als Spione eingeschätzt wurden. Deswegen wurde er überwacht. Und zwar bereits im Jahr 2014, lange vor dem Wahlkampf. Ein normaler Vorgang in der Spionage-Abwehr.

    Ob und welcher FBI-Mitarbeiter den Vorgang aus vollem patriotischen oder demokratischen Herzen beklatscht hat, ist dabei völlig nebensächlich.

    Nun irgendwelche Zettelchen aufzutischen, in denen steht, dass demokratisch gesinnte Beamte die Überwachung begrüßt haben, ist völlig irrelevant.

  • Jetzt kommt mal wieder die Wahrheit ans Licht. Der Präsident ist eben eine Lichtgestalt im Kapf gegen die Fake-News.

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