Russland
Geheimdienst will Hackerangriff verhindert haben

Laut eigenen Angaben will der russische Inlandsgeheimdienst einen Cyberangriff gegen russische Banken verhindert haben. Die Schuldigen seien „ausländische Spione“, die Server einer ukrainischen Firma gemietet hätten.
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MoskauAusländische Spione haben nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB koordinierte Cyberangriffe auf das Bankensystem des Landes und eine Welle von Falschmeldungen in sozialen Netzwerken geplant. Der Angriff solle am Montag starten und auf eine Reihe größerer Geldhäuser abzielen, teilte der FSB am Freitag mit. Dabei sollten Server genutzt werden, die in den Niederlanden stationiert und auf eine ukrainische Verleihfirma namens Blazing Fast registriert seien.

Die Falschmeldungen sollten von einer Krise im Bankensystem, Insolvenzen und dem Entzug von Lizenzen handeln. „Der FSB hat die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um Bedrohungen für die russische Wirtschafts- und Informationssicherheit zu neutralisieren“, hieß es in der Mitteilung. Russlands Zentralbankchefin Elvira Nabiullina sagte, das Bankensystem sei stabil.

Der Chef von Blazing Fast, Anton Onopritschuk, sagte, weder der FSB noch irgendein anderer Geheimdienst hätten ihn kontaktiert. Er warte derzeit auf nähere Informationen, um selbst den Anschuldigungen nachgehen zu können. Technisch sei es aber möglich, dass die Server des Unternehmens gemietet und für Cyberangriffe genutzt werden könnten. „In 99 Prozent der Fälle erfährt man erst im Nachgang von Angriffen“, sagte Onopritschuk.

In Russland gilt eine erhöhte Warnstufe für Cyberangriffe, insbesondere seit den Vorwürfen aus den USA, wonach die Regierung in Moskau an dem Hackerangriff auf die Demokratische Partei während des Wahlkampfs beteiligt gewesen sein soll. US-Vizepräsident Joe Biden hatte damals erklärt, die USA würden darauf eine „verhältnismäßige“ Antwort finden. Seither hat es eine Reihe von Cyberangriffen auf russische Einrichtungen gegeben. Es ist aber unklar, ob sie in Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Regierungen in Moskau und Washington stehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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