3 Bewertungen ****
07.10.2008 
Milliardenschwere Notkredite

Russland greift Finanzbranche unter die Arme

Einen Tag nach dem bisher schwersten Börsencrash in Russland, hilft die Regierung der angeschlagenen Finanzbranche des Landes mit milliardenschweren Notfallkrediten aus. Der Staat stellt den Banken kurzfristig knapp 950 Mrd. Rubel (27 Mrd. Euro) zur Verfügung. Die Anleger in Moskau konnte das nicht dauerhaft beruhigen.

HB MOSKAU. Diese Maßnahme soll die Kreditklemme aufweichen, wie Präsident Dmitri Medwedew am Dienstag nach einem Krisentreffen mit Bankenvertretern ankündigte. Die Moskauer Börse reagierte zunächst mit einem Kurssprung, gab die Gewinne dann teilweise aber wieder ab.

Medwedew forderte zudem rasche internationale Maßnahmen, um die „großflächige Finanzkrise“ zu bewältigen. Er kündigte an, sich am Mittwoch auf einer Wirtschaftskonferenz im französischen Evian bei EU-Vertretern wie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Luxemburgs Ministerpräsident und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker für einen gemeinsamen Finanzschutzschirm starkzumachen.

Allein bis zu rund 14 Mrd. Euro der Finanzhilfen soll die größte Bank des Landes, die staatliche Sberbank, erhalten. Der Branchenzweite VTB soll etwa 5,6 Mrd. Euro bekommen und der Rest auf kleinere Institute verteilt werden. Eine Abkühlung des russischen Wachstums könne die Regierung zwar nicht verhindern, aber zumindest könne sie den Abschwung lindern, sagte Vize-Wirtschaftsminister Adrej Klepatsch.

An der Moskauer Börse legte der in Dollar abgerechnete RTS-Index zunächst rund vier Prozent zu, ehe er sich bei Plus 1,3 Prozent einpendelte. Der in Rubel abgerechnete und schwankungsanfälligere Micex gewann zeitweise über fünf Prozent und lag später nur noch 0,6 Prozent im Plus. Am Montag hatte die russische Börse den größten Einbruch in ihrer 13-jährigen Geschichte erlebt. Die Anleger gerieten aus Angst vor den Folgen der internationalen Finanzkrise in Panik und ließen den RTS um über 19 Prozent einbrechen. Der Micex rutschte um mehr als 18 Prozent ab.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige
Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Vorhersage Europa

weiterBildergalerien

zurück
  • Wie viel sich die Abgeordneten dazu...

    Wie viel sich die Abgeordneten dazuverdienen

    Bundestagsabgeordnete haben im vergangenen Jahr 6,66 Mio. Euro durch Nebentätigkeiten dazuverdient. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine deutliche Steigerung. Die Spitzenverdiener unter den Abgeordneten im Überblick.Bildergalerie 

  • Wachstumsprognosen: Wer was orakelt

    Wachstumsprognosen: Wer was orakelt

    Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung von Konjunkturexperten kräftig schrumpfen. Unklar sind Ausmaß und Dauer der Rezession. Wirtschaftsinstitute, internationale Organisationen und Banken haben sich fast täglich mit finsteren Konjunktu...Bildergalerie 

  • Was den G8-Gipfel bewegt

    Was den G8-Gipfel bewegt

    Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen kommen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) von heute an im italienischen L'Aquila zu ihrem Gipfeltreffen zusammen. Mitten in der Wirtschaftskrise wollen sich die Staa...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterGlobal Reporting

G8 made in China 

09.07.2009Global Reporting

Souvenirs aus Italien sehen anders aus. Für die Mitreisenden beim G8-Gipfel in L’Aquila gibt es einen kleinen Plastik-Überraschungsrucksack. Blog


weiterMadagaskar

Obama stößt an seine Grenzen 

08.07.2009Madagaskar

Barack Obama hat ein bemerkenswertes Talent, Brücken zu schlagen - ob im eigenen Land, in Europa oder bei den Muslimen. Doch bei den Russen ist der US-Präsident an seine Grenzen gelangt. Blog


Handelsblatt Marktplatz

Bei HRS finden Sie mehr als 230 000 Hotels weltweit zu tagesaktuellen Superpreisen! Mehr als 1,5 Mio. Hotelbewertungen erleichtern Ihre Auswahl! Weiter