Russland keine Zusage für Öl-Pipeline
Chinesen blicken in die Röhre

Das erhoffte Geschenk hat Russlands Präsident Wladimir Putin nicht im Gepäck mit nach China gebracht: Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs unterzeichneten beide Staaten mehrere Energieabkommen, doch eine Zusage für eine Öl-Pipeline von Russland nach China machte die russische Seite nicht.

PEKING. Beide Seiten vereinbarten für dieses Projekt lediglich eine Machbarkeitsstudie und überdies neue Gaslieferungen. China drängt Moskau seit längerem, mehr Öl und Gas zu liefern. Der zweitgrößte Ölkonsument der Welt hat schon jetzt Probleme mit dem Nachschub. Die chinesische Seite reagierte ungehalten auf die Hinhalte-Diplomatie. „In einem Moment sagen die Russen, die Entscheidung ist gefallen, im nächsten heißt es, es gebe noch keine Entscheidung“, sagte Zhang Guobao, Vizeminister des einflussreichen Entwicklungsministeriums.

Die Stimmung zwischen den beiden alten kommunistischen Bruderstaaten ist in Sachen Energie schon länger angespannt, vor allem seitdem Russland mit Chinas Erzrivalen Japan den Bau der Öl-Pipeline vereinbart hat. Das 11,5 Milliarden Dollar teure Projekt war von der chinesischen Führung jedoch als schwerer Affront gewertet worden. Die geplante über 4000 Kilometer lange Öl-Pipeline soll von Sibirien bis zur pazifischen Küste reichen und Japan sowie Südkorea versorgen.

Peking fordert nun die Zusage nach einer Abzweigung gen Nordchina, die eine Kapazität von 600 000 Barrel pro Tag haben soll. Doch diesen Wunsch hatte Putin schon beim letzten China-Besuch vor einem Jahr übergangen. Immerhin hat Russland der Volksrepublik eine Gas-Pipeline in Aussicht gestellt. Durch diese drei bis fünf Milliarden Dollar teure Verbindung soll 2011 das erste russische Gas nach China strömen.

Präsident Putin sprach von „einer klaren Vision“, künftig 60 bis 80 Milliarden Kubikmeter liefern zu wollen. Das würde auf den Bau von zwei Gas-Pipelines aus dem Osten und Westen Sibiriens hinauslaufen. Gas aus Russland könnte schon 2011 über eine 10 Milliarden US-Dollar teure Pipeline geliefert werden, zitierte die Agentur Nowosti eine Quelle in der russischen Delegation.

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