Russland
Kreml bestreitet Angriffe auf Krankenhäuser in Syrien

Am Montag sind bei Angriffen auf Kliniken und Schulen in Syrien fast 50 Zivilisten gestorben. Die USA und syrische Aktivisten hatten Russland beschuldigt. Der Kreml spricht von „unbegründeten“ Vorwürfen.

MoskauRussland wehrt sich gegen den Vorwurf, für die tödlichen Angriffe auf Krankenhäuser im Norden Syriens verantwortlich zu sein. Es handele sich dabei um "unbegründete" und inakzeptable Vorwürfe, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau auf die Frage, ob russische Flugzeuge Krankenhäuser in Syrien bombardiert hätten. "Wir weisen solche Erklärungen kategorisch zurück", sagte Peskow. Für derartige Vorwürfe gebe es keinerlei Beweise.

Russland fliegt seit Ende September zur Unterstützung der syrischen Armee Luftangriffe auf Dschihadisten und andere Rebellen in Syrien. Am Montag waren bei Angriffen auf Kliniken und Schulen im Norden Syriens nach Uno-Angaben fast 50 Zivilisten getötet worden. Betroffen war auch ein Krankenhaus, das von der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" unterstützt wird.

Die USA hatten die Regierung von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und ihren Verbündeten Russland für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärten, russische Kriegsflugzeuge hätten ein Krankenhaus in der Provinz Idlib angegriffen und dabei neun Menschen getötet. Laut dem neuen französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault könnten solche Angriffe wie als Kriegsverbrechen bezeichnet werden.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu warf Russland am Dienstag vor, für den Tod zahlreicher Zivilisten in Syrien verantwortlich zu sein. Die "abscheulichen, grausamen und barbarischen" russischen Kampfjets hätten seit Ende September fast 8000 Einsätze in Syrien geflogen, sagte Davutoglu im Parlament in Ankara. Die russische Armee unterscheide dabei nicht zwischen Zivilisten und Soldaten. Auch Kinder und Alte würden getötet. Der Ton zwischen der Türkei und Russland hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft.

Der Sprecher des Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte, Rupert Colville, erklärte, es gebe klare Hinweise darauf, dass die Kliniken nicht versehentlich angegriffen worden seien. Allein das Ausmaß der Angriffe zeige, dass es sich um eine Kriegstaktik handeln könne.

Agentur
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