Russland kritisiert EU-Mission
Serbien will keine neue Kosovo-Verwaltung

Der serbische Präsident Boris Tadic hat die von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgeschlagene Umgestaltung der UN - Kosovo-Verwaltung (UNMIK) vor dem Weltsicherheitsrat abgelehnt.

HB NEW YORK. "Bis die in Resolution 1244 vorgesehenen Ziele erreicht sind, muss die internationale Gemeinschaft unter der Führung der Vereinten Nationen ihre zentrale Rolle für Frieden und Sicherheit im Kosovo behalten", sagte Tadic am Freitag (Ortszeit) in New York vor dem 15-köpfigen Gremium. Am 15. Juni war in Pristina die erste Verfassung des jüngsten europäischen Staates in Kraft getreten. Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich vor vier Monaten einseitig von Serbien abgespalten. "Internationaler Frieden und Sicherheit müssen durch Dialog gesichert werden nicht durch Zumutung, durch Kompromiss und nicht durch Zwang, durch Gesetz und nicht durch Drohungen", betonte Tadic in New York.

Während die Mehrheit der Sicherheitsratsmitglieder Bans Vorschlag befürworteten, die von der Europäischen Union geführte Mission (EULEX) unter dem UNMIK-Schirm agieren zu lassen, stoßen die Pläne auf Widerstand bei Russland, einem der ständigen Mitglieder. "Jede Veränderung von UNMIK kann nicht ohne die Zustimmung des Weltsicherheitsrats stattfinden", betonte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin nach der Diskussion vor Journalisten. Wenn die Umgestaltung ohne das UN-Gremium geschehe, würde es internationalem Recht sowie der Charta der Vereinten Nationen zuwiderlaufen. Tschurkin kritisierte den früheren UNMIK-Chef Joachim Rücker dafür, dass er kurz vor Ende seines Amtes mehr als 426 Millionen Euro an die Regierung in Pristina transferiert habe, ohne den Weltsicherheitsrat zu informieren.

Ban verteidigte seine Pläne. "Die jüngsten Entwicklungen haben eine neue Wirklichkeit geschaffen, in der UNMIK nicht mehr länger so effektiv als Übergangsregierung funktionieren kann wie in der Vergangenheit", sagte der UN-Chef in seiner Rede. Für die Aufgabe plane er den Italiener Lamberto Zannier als neuen Sonderbeauftragten für das Kosovo zu ernennen. Zannier werde eine neue Phase des Dialogs führen, sagte Ban. Er gab jedoch auch zu, dass nicht alle Wünsche der beteiligten Parteien berücksichtigt werden können. "Rechtlich, politisch und moralisch ist (das Kosovo) eine Landschaft von unglaublicher Komplexität und Sensibilität, die außerordentliche Objektivität und Ausgewogenheit verlangt", sagte der UN-Chef.

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