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Russland: Privatisierungspläne locken deutsche Wirtschaft

In Russland kündigt sich die größte Privatisierungswelle seit der Ära Jelzin an. Die Maßnahme war lange kritisiert und ausgeschlossen worden, doch offenbar leeren sich die Staatskassen rapide. Die deutsche Wirtschaft reagiert mit höchstem Interesse, erwartet aber einen harten Kampf um die Filetstücke wie Rosneft.

Klaus Mangold (r.) hat fundierte Kenntnisse der russischen Wirtschaft. Quelle: dpa
Klaus Mangold (r.) hat fundierte Kenntnisse der russischen Wirtschaft. Quelle: dpa

HB MOSKAU. Russlands Privatisierungspläne haben nach Einschätzung der Weltbank Aussicht auf Erfolg bei ausländischen Investoren. „Wenn der Prozess gut vorbereitet wird und transparent verläuft, dann gibt es Interesse“, sagte der bei der Weltbank für Russland verantwortliche Volkswirt Zeljko Bogetic am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

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Die Moskauer Regierung zeige damit, dass sie zur Aufgabe von Kontrolle in staatlich dominierten Branchen bereit sei. Allerdings werde Russland bei der geplanten Abgabe von Staatsanteilen sehr viel wählerischer vorgehen als es bei der Privatisierungswelle in den 90er Jahren der Fall war. Dennoch wäre ein Verkauf ein positives Signal für internationale Anleger und die Märkte weltweit.

Nicht zuletzt wegen der Einmischung des Staates in die Wirtschaft schrecken noch viele Investoren von einem Einstieg in den russischen Markt zurück. Jetzt will sich das russische Finanzministerium von Anteilen an staatlichen Großkonzernen wie dem Ölförderer Rosneft, dem Pipeline-Monopolisten Transneft und der Bank VTB trennen. Binnen drei Jahren sollen damit 29 Mrd. Dollar in die russischen Staatskassen gespült werden.

Ministerpräsident Wladimir Putin hatte zwar während seiner Präsidentschaft von 2000 bis 2008 die Privatisierungswelle unter seinem Vorgänger Boris Jelzin wiederholt kritisiert und einige Maßnahmen rückgängig gemacht. Doch in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Lage geändert, weil die Moskauer Regierung Experten zufolge Geld benötigt.

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