Russland soll Separatisten weiter helfen: Nato traut Putin nicht über den Weg

Russland soll Separatisten weiter helfen
Nato traut Putin nicht über den Weg

Der im Minsker Abkommen beschlossene Waffenstillstand ist brüchig: Russland sei noch in der Ostukraine präsent und unterstütze die Separatisten weiterhin mit Waffen. Das behauptet Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
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MonsNato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat Russland eine anhaltende militärische Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine vorgeworfen. Russland sei immer noch in der Ostukraine präsent und Rebellen würden weiterhin bewaffnet sowie ausgebildet, sagte Stoltenberg am Mittwoch. Er forderte Russland auf, sämtliche Einheiten aus der Region abzuziehen und das Minsker Abkommen zur Beilegung des Konflikts zu respektieren. Die Konfliktparteien müssten zudem den Mitarbeitern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) freien und sicheren Zugang gewährleisten, damit sie die Umsetzung des vereinbarten Waffenstillstands überprüfen könnten.

Am Vortag hatte eine hochrangige US-Diplomatin erklärt, ungeachtet des Minsker Abkommens seien schwere Waffen in das Konfliktgebiet gebracht worden, darunter auch russische Panzer. Nato-Kommandeur Philip Breedlove sagte auf der Pressekonferenz mit Stoltenberg im belgischen Mons, er wisse nicht, ob sich die Zahl der Kämpfer und Waffen verändert habe seit Inkrafttreten der Feuerpause vor gut einem Monat. Es sei gut, dass Männer und Ausrüstung von den Frontlinien abgezogen worden seien. „Aber wir sind uns nicht sicher, wohin sie verlegt wurden“, räumte der US-General ein.

Die Regierung in Moskau hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, es unterstütze die Rebellen militärisch. Im Minsker Abkommen ist neben einem Waffenstillstand auch der Abzug schweren militärischen Geräts festgelegt. Die Feuerpause ist weiter brüchig. In den vergangenen zwei Wochen haben die Zwischenfälle zwar abgenommen. Aber allein in den letzten 24 Stunden wurden nach Angaben des ukrainischen Militärs bei Kämpfen in Rebellengebieten ein Soldat getötet und vier weitere verletzt.

In der Ukraine wird befürchtet, dass Russland den Konflikt nutzen könnte, um sich weitere Teile des Landes einzuverleiben. Als mahnendes Beispiel dient der Regierung in Kiew die Krim, die Russland vor einem Jahr nach einem umstrittenen Referendum annektierte. Russland behält sich das Recht vor, auf der Halbinsel Atomwaffen zu stationieren. „Ich weiß nicht, ob Kernwaffen derzeit dort sind. Ich weiß nichts von irgendwelchen Plänen, aber grundsätzlich darf Russland das“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Leiter der Abteilung für Rüstungskontrolle im Außenministerium, Michail Uljanowsk.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 600 oder 12.000 - Wieviele "kleine grüne Männchen" sind wirklich in der Ukraine?
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    Damit ist keine Armee vom Mars gemeint, sondern die heimlich im Osten des Landes kämpfenden Soldaten aus Russland. Doch die Europäer sehen nur einen Bruchteil davon - Berlin ist verunsichert.

    Es gibt keine "grünen Männchen in "Neurussland - sagt Warlord Putin.
    Die gab es auch nicht auf der Krim - bis Warlord Putin die Soldaten als Helden feierte und mit der "Großen Vaterländischen Orden" auszeichnete.

  • Noch anschaulicher wäre die Frage, was die Österreicher machen würden, wenn die Italiener die Südtiroler mit Stalinorgeln zusammenballern würden......?

    Glauben Sie, die Österreicher würden den Italienern noch Waffen schicken...?

  • @ Herr Paul Kersey

    >> Was geht Russland die Ostukraine an >>

    In der Ostukraine leben überwiegend Russen.......also Landsleute und Verwandte der Russen in Russland.

    Leuchtet da was bei Ihnen...........?

    Glauben Sie, uns würde es nichts angehen, wenn z.B. die Georgier in Österreich einfallen würden ? Oder wenn die Kärtner anfangen, die Tiroler auszuschlachten ?



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