Russland stellt Ukraine Ultimatum
Was der Gas-Streit für Deutschland bedeutet

Die Ukraine kontert die Milliarden-Forderungen aus Moskau. Der Regierungschef bezichtigt Russland, das Gas der Krim gestohlen zu haben. Die deutsche Versorgung bleibt gesichert – sofern Gazprom nicht alle Hähne zudreht.
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BerlinEU-Energiekommissar Günther Oettingers Vermittlungsversuche sind vorerst gescheitert: Im Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine sind die Positionen weiter verhärtet. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk warf Russland am Dienstag in Kiew eine „unkonstruktive Haltung“ vor und drohte mit einer Klage beim Internationalen Schiedsgerichtshof.

Außerdem fordert er vom russischen Staatskonzern Gazprom 2,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Wert von rund einer Milliarde Dollar zurück. Soviel schulde die russische Seite der Ukraine wegen der Annexion der Krim, sagte Jazenjuk. Russland habe das Gas der Krim gestohlen. Ein Gazprom-Sprecher erklärte, er habe keine Ahnung, wovon Jazenjuk spreche.

Der Chef des russischen Staatskonzerns Gazprom, Alexej Miller, hatte zuvor betont, dass die Ukraine bis Ende dieser Woche zunächst zwei Milliarden US-Dollar ihrer Schulden begleichen müsse, um eine Eskalation abzuwenden.

Macht Moskau tatsächlich ernst und dreht der Ukraine den Gashahn zu? Und was würde ein Stopp russischer Gaslieferungen durch die Ukraine für Deutschland bedeuten? Diese Frage hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der europäischen Grünen untersucht. Die Antwort der DIW-Experten: Die Erdgasversorgung in Europa ist trotz der Ukraine-Krise gesichert.

Allerdings nur dann, wenn Russland nicht alle Lieferungen in den Westen einstellt. Dass ein Lieferstopp durch die Ukraine Deutschland nicht nachhaltig schädigen würde, liegt nämlich nicht an den zahlreichen alternativen Gas-Quellen, sondern an der Nord-Stream-Pipeline, die wiederum von Russland gespeist wird. Gleiches gilt für die Jamal-Pipeline, die Gas aus Weißrussland über Polen liefert, teilte das Institut mit. Rund 38 Prozent seines Erdgases erhält Deutschland derzeit aus Russland. Die EU bezieht gut ein Drittel ihres Verbrauchs aus Russland, große Mengen fließen davon über die Ukraine.

Entsprechend schränken die DIW-Experten ein: Wenn Russland sämtliche Gashähne zudrehen würde, wären in Westeuropa Engpässe und höhere Preise möglich. Stärker wäre dann aber Osteuropa betroffen – vor allem Kroatien, Ungarn und Rumänien. Grund: Diese Länder haben kaum Zugang zu Flüssiggas, das per Tanker geliefert werden könnte, und sind zudem nicht ausreichend in das europäische Pipelinenetz integriert, um genügend Ersatzlieferungen aus Nachbarländern erhalten zu können.

„Europa ist in Sachen Versorgungssicherheit noch nicht ganz so weit, wie es sein sollte“, sagt Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin. „Um sich mittelfristig noch besser gegen Lieferausfälle zu wappnen, muss die EU den Kreis ihrer Erdgaslieferanten weiter vergrößern, die bestehende Infrastruktur besser nutzen, für eine steigende Energieeffizienz sorgen und den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorantreiben.“

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Ist Fracking die Lösung?

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  • Ich dachte bis heute, das Ware die man sich aneignet und nicht bezahlt, Diebstahl ist, der strafrechtlich verfolgt werden muß. Vielleicht sollte Hr. Jazenjuk doch vorher mal in Stockholm nachfragen, was der Gerichtshof davon hält. Wie lang möchte die Ukraine noch Gas beziehen, ohne zu bezahlen? Das die jüngsten Preiserhöhungen so nicht durchgehen, ist auch jedem klar. Andererseits könnten die Russen die Schulden auch zu marktüblichen Konditionen verzinsen, kommt denke ich aufs gleiche raus.
    Fakt ist, so wie auch Hr. Öttinger feststellte, es muss bezahlt werden.
    Wenn nun Hr. Jazenjuk meint, die Annexion der Krim nun mit den Schulden aus den Gaslieferungen zu verrechnen, dann macht er die Büchse der Pandorra auf, wenn die Russen anfangen die üblichen gewährten, jahrzehntelangen Vorteile mit aufzurechnen, ist die Ukraine definitiv pleite.
    Ich bin gespannt, wo die Waffen und Munition jetzt herkommt und ob die überhaupt bezahlt wurden?
    Das der neue Premier Poroschenko nun mit der Luftwaffe versucht, eine Befriedung und "Deeskaltion" in der Ostukraine zu versuchen, lässt den Eindruck aufkommen, das auch der "Westen" langsam den Einfluß verliert.
    Das es sich bei 17000 übergelaufenen Sicherheitskräften in der Ostukraine nicht um Terroristen handeln kann, müsste jedem einleuchten.
    Oder ist das so gewollt???

  • @Furfante

    Was ist denn da das Problem? Dann machen unsere Blockparteien eben das nächste Energie-Ende-Gesetz bzgl Fracking-Gas und dann wird der Verbraucher umgelegt - ich meine natürlich, dann wird es wieder auf den Verbraucher umgelegt und die schöne grüne Welt ist wieder in Ordnung.

    Fracking in Europa und Deutschland ist ja schließlich auch für den angeblich Öko-grünen Blockparteienflügel kein Problem. Ist ja die Idee ihrer Herren überm Atlantik und deren Energiekonzernen.

    PS: in den USA bricht der Frackingboom gerade zusehens zusammen, weil die Förderunternehmen nicht kostendeckend arbeiten können, da die Quellen sich sehr rasch erschöpfen und zudem wohl die Vorkommen massiv überschätzt wurden (war sicher ein Versehen der Finanzindustrie in New York, die aber darauf dann ein Ponzi-System aufgebaut hat). Die US-amerikanischen Hersteller von Förderequipment, die Förderfirmen und vor allem die Wallstreet-Financiers suchen offenbar jetzt anderswo Dumme, die das Schneeballsystem weiterbetreiben (dazu muß es nämlich weiterhin wachsen!!!!) - bevor es daheim kollabiert.

    Dabei liegen sie mit der Expansion in EUropa ja schon mal richtig. Da kann man neben dummen Anlegern auch noch Subventionen von dummen Politikern abzocken. Zum Beispiel für diese "umweltfreundliche" Technik!

  • Zitat : Ist Fracking die Lösung ?


    Fracking ist die groesste Lachnummer !


    Die Selbstkosten bei Fracking betragen fuer 1000 Cubikmeter Gas ca. 350 $, bei konventioneller Foerderung sind es 50 $, also bzahlt man beim Fracking etwa den 7 - fachen Preis !

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