Russland stoppt Militär-Kooperation mit Nato
US-Schild provoziert den Kreml

Im Streit über den Georgien-Krieg verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen dramatisch. Am Mittwoch setzte Moskau seine Zusammenarbeit mit der Nato aus. Auch im Tauziehen um eine Uno-Resolution zum Georgien-Konflikt ist Russland auf Konfrontationskurs gegangen.

LAW/HB WARSCHAU/MOSKAU/NEW YORK. Die Aussetzung betreffe die Kooperation mit der Nato insgesamt und mit einzelnen Natoländern, teilte Norwegens Verteidigungsministerium mit. Weder in Moskau noch in Brüssel gab es dafür jedoch am Mittwoch eine Bestätigung. .In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte der russische Nato-Botschafter Dmitri Rogosin am Mittwoch, sein Land werde die jetzige Situation genau prüfen und sich „pragmatisch“ verhalten. Es werde aber „definitiv keinen Kalten Krieg geben“, sagte Rogosin.

Zugleich unterzeichneten die USA und Polen ein Abkommen über die geplante US-Raketenabwehr in Osteuropa. Daraufhin drohte Moskau mit der Stationierung von Raketen an der Grenze zu Polen. Bereits am Dienstag hatte die Nato alle Gespräche mit Russland ausgesetzt. Die Nato und die EU drängen Russland auf einen raschen Abzug aus Kern-Georgien und haben ein Ultimatum bis Freitag gesetzt. Die Außenminister der Allianz beschlossen auf einer Krisensitzung, den Dialog in dem seit sechs Jahren bestehenden Nato-Russland-Rat bis zum Abzug der Soldaten auszusetzen. Nach wie vor halten russische Soldaten Teile des Landes besetzt und wollen einen sieben Kilometer breiten Sicherheitsstreifen um die Region Südossetien legen. Georgiens Regierung meldet, dass die russische Armee auch den für die Versorgung des Landes und die Ölexporte strategisch wichtigen Schwarzmeerhafen Poti vollständig abgeriegelt habe.

Die Unterzeichnung des Abkommens zwischen Polen und den USA über den Raketenschild löste in Moskau scharfe Reaktionen aus. Der Vertrag sieht vor, in dem früheren Ostblockland zehn Flugkörper zu stationieren, die Raketen aus Ländern wie Iran abfangen sollen. Im Gegenzug erhält Polen Flugabwehrraketen. Die Verhandlungen zwischen Polen und den USA waren festgefahren, eine Einigung wurde dann aber während des russisch-georgischen Kriegs erzielt.

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