Russland, Türkei, Syrien

Der Rundumschlag des Wladimir Putin

Russland geht es gut – findet Wladimir Putin. Und das trotz des niedrigen Ölpreises. Auf der jährlichen Pressekonferenz stellt sich der Kremlchef den Journalisten. Und spricht auch über die Türkei – allerdings nicht gut.
Update: 17.12.2015 - 12:40 Uhr 51 Kommentare

Agieren die Türken nach US-Vorgaben?

DüsseldorfDie Lage in Russland ist ernst. Das Land spürt die Sanktionen des Westens. Vor allem aber spürt Moskau den krassen Verfall des Ölpreises. Doch Präsident Wladimir Putin gibt sich optimistisch: „Der Höhepunkt der Wirtschaftskrise ist überschritten.“

Einmal im Jahr tritt Kremlchef Putin in Moskau vor die geladene Presse – und stellt sich den Fragen der Journalisten. In diesem Jahr sind es 1.400 Pressevertreter. In der Regel beantwortet Putin nur die Fragen, die er auch beantworten will. Und immer haftet dem Termin auch ein wenig Inszenierung an – und Propaganda. Dieses Jahr sind für die Fragestunde vier Stunden angesetzt. Vor allem geht es dabei um die Beziehungen zur Türkei, den Kampf gegen die Terrormiliz IS, Syrien – und eben um die russische Wirtschaft.

„Blatter sollte man den Friedensnobelpreis geben“
Wladimir Putin über den suspendierten FIFA-Präsidenten Joseph Blatter
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„Sein Beitrag im humanitären Bereich ist kolossal. Dieser Person sollte man den Friedensnobelpreis geben.“

Wladimir Putin über die Ost-Ukraine
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„Wir haben nie gesagt, dass keine Leute dort seien, die bestimmte Aufgaben ausübten, einschließlich im militärischen Bereich.“

Putin wehrt sich gegen Protest der russischen Lastwagenfahrer
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„Natürlich habe ich Sympathien für die Jungs. Ich bin selber aus einer Arbeiterfamilie. Doch die schweren Lastwagen richten an den Straßen großen Schaden an.“

Putin bezeichnet die Ernennung des früheren georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili zum Gouverneur der ukrainischen Region Odessa
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„Die Ernennung ist ein Spucken ins Gesicht des ukrainischen Volkes.“

Wladimir Putin über den Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei
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„Das ist ein feindlicher Akt.“

Putin über die russische Konjunktur
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„Der Höhepunkt der Krise ist überschritten.“

Putin über die Türken
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„Vielleicht hat jemand in der türkischen Regierung beschlossen, den Amerikanern in den Hintern zu kriechen.“

Und die ist unter Druck. Denn Anfang des Jahres hatte Russland noch mit 100 Dollar pro Barrel Öl geplant. Dann wurde der Preis um die Hälfte nach unten korrigiert. Doch die Realität sieht noch dramatischer aus. Denn zurzeit kostet ein Barrel Öl nur 38 Dollar. Der Kampf um Marktanteile drückt den Preis von einem Tief zum nächsten. Die Opec-Staaten fluten den Weltmarkt regelrecht mit Öl, um Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Markt zu drängen. Auch Russland geht diesen Weg.

Doch trotz des schlechten Ölpreises erwartet Putin für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent und für 2017 ein Plus von 1,9 Prozent. Die Prognosen basierten auf einem Ölpreis von 50 Dollar pro Barrel, schränkt er ein. Und schiebt hinterher: Mittelfristig sei dieser Ölpreis von 50 Dollar „sehr optimistisch“.

„Und die Türkei?“, will eine Journalistin wissen. „Was ist mit der Türkei und dem Kampf gegen Syrien?“ Da zeigt sich, dass Putin schwer getroffen ist. Den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei nennt er erneut einen „feindlichen Akt“. Die Entsendung russischer Luftabwehrraketen nach Syrien hat seinen Worten zufolge dafür gesorgt, dass die türkische Luftwaffe den syrischen Luftraum nicht mehr verletzt.

Die Sanktionen gegen die Türkei rechtfertig er: „Wir waren gezwungen, einige wirtschaftliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagte er. Dann bezeichnet er die türkische Regierung als „nicht verhandlungsfähig“. Ihm werde „in den Rücken gefallen“, sagt er.

Und dann legt er richtig los
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51 Kommentare zu "Russland, Türkei, Syrien: Der Rundumschlag des Wladimir Putin"

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  • Ein interessantes Buch zum Thema: Zbigniew Brzezinski " The Grand Chessboard " . Ich glaube auf deutsch " Die Einzige Weltmacht ". Eine Dissertation des Amerikanischen Exzeptionalismus.
    Z. Brzezinski war die rechte Hand Jimmy Carters . Das Buch wurde ich 1995 veröffentlicht aber der Inhalt ist heute mehr denn je gültig.

  • Gegen den direkt gewählten Präsident sieht so ein ernannter Kanzler oder Ami-Geschäftsführer alt aus. Ein lupenreiner Demokrat wie einer der BRD-Geschäftsführer erkannte.

  • Egal, er muss das machen was sein Volk von Ihm will.
    http://english.cntv.cn/2015/12/17/VIDE1450338602950873.shtml - Chinesische Nachrichten, sind ja eher neutral zum Thema, nicht wie RT oder Handelsblatt...
    Und woher wissen Sie die Zahlen so genau? Wissen Sie wie der Handel zwischen China und Russland aussieht? Nein, da Sie nicht mehr in Dollar fakturieren. Wissen Sie ob der Chinese fixed prices beim Russen vereinbart hat? Nein! Also was wissen Sie egtl?

  • Von der Industrie in D ist ganz Europa abhängig. Warum sind die USA so bemüht die russischen Gaslieferungen nach D zu kappen ?

  • Obama erhöht Druck auf Erdogan: Öl-Schmuggel von ISIS läuft über Türkei
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    Die US-Regierung erhöht den Druck auf die Türkei: Innerhalb weniger Tage haben zwei offizielle US-Regierungsvertreter bestätigt, dass der IS sein Öl über die Türkei auf die Weltmärkte bringt. Russland hatte dafür vor einigen Tagen Belege vorgelegt.
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    Die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) hat nach Einschätzung des für den Kampf gegen Terrorfinanzierung zuständige Staatssekretärs im US-Finanzministerium, Adam Szubin, dem IS auf dem Schwarzmarkt von Öl bereits mehr als 500 Millionen Dollar eingebracht. Szubin sagte am am Donnerstag in London laut Reuters, ein Teil gelange auch über die Grenze in die Türkei. Der Ölhandel des IS habe ein Volumen von bis zu 40 Millionen Dollar monatlich (DWN)

  • USA: Geldsegen für Kiew und syrische Rebellen
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    Trotz des horrenden Haushaltsdefizits zeigt sich die US-Regierung nach wie vor spendabel, wenn es um die Finanzierung von geopolitischen Verbündeten geht. Alles im Interesse der Großkonzerne und der Finanzoligarchie.
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    Von Marco Maier
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    Ganze 800 Millionen Dollar fließen wieder einmal in die Finanzierung des Kiewer Regimes und der "moderaten Rebellen" in Syrien. Eine entsprechende Note des Pentagons wurde von US-Präsident Obama unterzeichnet. Ganze 300 Millionen davon gehen in den Militärapparat der Ukraine, 500 Millionen in die Bewaffnung und Ausbildung der Kämpfer in Syrien.
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    Die US-Regierung zeigt damit wieder einmal eindrucksvoll, dass man trotz der enormen Budgetprobleme im eigenen Land nach wie vor genügend Dollars in der Portokasse liegen hat, die zur weiteren Destabilisierung weit entfernter Regionen dienen. Dazu gehören übrigens auch die Milliarden an Dollar an Militärhilfe für Israel, welches damit Atom-U-Boote kauft und Atombomben bastelt.

  • "...Man zahlt immer mehr in das Sozialsystem ein und bekommt immer weniger raus."
    Entweder Troll oder Unwissender. Anhand der Kombination dieser Aussage mit Ihrer vorangegangenen haben Sie schön Ihre Unwissenheit zum Thema Mikroökonomie dargelegt. Schon Mal was von Paretoverbesserungen bei Spezialisierungen aufgrund von komparativen Vorteilen gehört? Behandelt man im ersten Semester. Traurig. Und sowas treibst sich in einem Handelsblattforum herum. - Nicht dass die Anderen so viel besser wären -

  • Präident Putin hat auch keinen Grund gut über den Staat Türkei zu sprechen, der ohne Vorwarnung eine Russische Maschine abgeschossen het, währen die Türken am laufenden Band Grenzverletzungen sowohl in Groichen land als auch in Syrien begehen.
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    Ausserdem ist es längst bewiesen, dass Erdogan und sein Sohn blilal sich bereits etliche Goldene Nasen am illegalen Handel mit Syrischen Öl der IS verdient haben und verdienen.
    Die Tochter unterhält ein Krankenhaus, in dem die IS-Kämpfer gesund gepflegt werden.
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    Was also sollte man GUTES über die Türkei sagen ???
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    Aussedem hat er ausdrücklich NICHT die guten Menschen in der Türkei beschuldigt und die Türkischen Gastarbeiter die bereits in der Türkei arbeiten dürfen bleiben....nur keine Neuen dürfen mehr kommen.

  • Was erleben wie jdoch seit 1945..gerade diese USA führt seit 1945 unablässig Kriege in aller Welt...nicht wegen Demokratie sondern zur SELBSTBEREICHERUNG ihrer Wirtschaft und zur gewaltsamen Verbreitung des DOLLARS.
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    Nach 1945 habe sie in Ihren Kriegen mindestens 45 Millionen Menschen umgebracht…von den zahllosen Krüppel und zerstörten Ländern ganz zu schweigen.
    --> http://www.initiative.cc/Artikel/2010_02_13_kriege_usa.htm
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    SOMIT SIND DIE USA DIE FORTFÜHRUNG DER DAMALIGEN POLITIK DER NSDAP !!
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    KÖNNEN UND SOLLTEN DIE USA WIRKLICH UNSERE FREUNDE SEIN ????
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    Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman bestätigt am 4. Februar 2015, dass die USA seit mehr als 100 Jahren die deutsch-russische Zusammenarbeit mit allen Mitteln verhindern wollen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, inclusive vorsätzlicher Lügen bis zum Krieg. Dieses Video (13 Minuten) unbedingt ansehen.


    Also haben die Anglikaner auch Hitler an die Macht gebracht !?!?


    STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern
    --> www.youtube.com/watch?v=gcj8xN2UDKc

  • Da malt sich einer die Welt, wie sie ihm gefällt.
    Es gibt riesige Probleme im Land. Wirtschaftlich betrachtet, mal abgesehen von den Abkassierer-Spezl der Putin Clique, sind die Russen so gut wie pleite.
    Terrorismus gibt es nach wie vor, im Land als auch auf Russen im Ausland.
    Die Rohstoffblase ist geplatzt, technologisch sind die Russen ein Entwicklungsland (außer Waffenindustrie und Raumfahrt, viel Spaß beim Lada fahren).
    Demokratie gibt's nur noch zum Schein.
    Die Krim ist widerrechtlich besetzt und kostet Russland einen Riesen Batzen Geld, was nicht vorhanden ist.
    Die Ostukraine ist widerrechtlich besetzt, Teile Georgiens sind widerrechtlich besetzt. Alles teuer und unnötig, außer man will von internen Problemen ablenken.
    Oh Mann, ich höre besser auf, sonst werde ich noch so depri wie die russische Seele.

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