Russland, Türkei, Syrien
Der Rundumschlag des Wladimir Putin

Russland geht es gut – findet Wladimir Putin. Und das trotz des niedrigen Ölpreises. Auf der jährlichen Pressekonferenz stellt sich der Kremlchef den Journalisten. Und spricht auch über die Türkei – allerdings nicht gut.
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DüsseldorfDie Lage in Russland ist ernst. Das Land spürt die Sanktionen des Westens. Vor allem aber spürt Moskau den krassen Verfall des Ölpreises. Doch Präsident Wladimir Putin gibt sich optimistisch: „Der Höhepunkt der Wirtschaftskrise ist überschritten.“

Einmal im Jahr tritt Kremlchef Putin in Moskau vor die geladene Presse – und stellt sich den Fragen der Journalisten. In diesem Jahr sind es 1.400 Pressevertreter. In der Regel beantwortet Putin nur die Fragen, die er auch beantworten will. Und immer haftet dem Termin auch ein wenig Inszenierung an – und Propaganda. Dieses Jahr sind für die Fragestunde vier Stunden angesetzt. Vor allem geht es dabei um die Beziehungen zur Türkei, den Kampf gegen die Terrormiliz IS, Syrien – und eben um die russische Wirtschaft.

Und die ist unter Druck. Denn Anfang des Jahres hatte Russland noch mit 100 Dollar pro Barrel Öl geplant. Dann wurde der Preis um die Hälfte nach unten korrigiert. Doch die Realität sieht noch dramatischer aus. Denn zurzeit kostet ein Barrel Öl nur 38 Dollar. Der Kampf um Marktanteile drückt den Preis von einem Tief zum nächsten. Die Opec-Staaten fluten den Weltmarkt regelrecht mit Öl, um Konkurrenten mit höheren Förderkosten aus dem Markt zu drängen. Auch Russland geht diesen Weg.

Doch trotz des schlechten Ölpreises erwartet Putin für 2016 ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent und für 2017 ein Plus von 1,9 Prozent. Die Prognosen basierten auf einem Ölpreis von 50 Dollar pro Barrel, schränkt er ein. Und schiebt hinterher: Mittelfristig sei dieser Ölpreis von 50 Dollar „sehr optimistisch“.

„Und die Türkei?“, will eine Journalistin wissen. „Was ist mit der Türkei und dem Kampf gegen Syrien?“ Da zeigt sich, dass Putin schwer getroffen ist. Den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei nennt er erneut einen „feindlichen Akt“. Die Entsendung russischer Luftabwehrraketen nach Syrien hat seinen Worten zufolge dafür gesorgt, dass die türkische Luftwaffe den syrischen Luftraum nicht mehr verletzt.

Die Sanktionen gegen die Türkei rechtfertig er: „Wir waren gezwungen, einige wirtschaftliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen“, sagte er. Dann bezeichnet er die türkische Regierung als „nicht verhandlungsfähig“. Ihm werde „in den Rücken gefallen“, sagt er.

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Und dann legt er richtig los

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  • Ein interessantes Buch zum Thema: Zbigniew Brzezinski " The Grand Chessboard " . Ich glaube auf deutsch " Die Einzige Weltmacht ". Eine Dissertation des Amerikanischen Exzeptionalismus.
    Z. Brzezinski war die rechte Hand Jimmy Carters . Das Buch wurde ich 1995 veröffentlicht aber der Inhalt ist heute mehr denn je gültig.

  • Gegen den direkt gewählten Präsident sieht so ein ernannter Kanzler oder Ami-Geschäftsführer alt aus. Ein lupenreiner Demokrat wie einer der BRD-Geschäftsführer erkannte.

  • Egal, er muss das machen was sein Volk von Ihm will.
    http://english.cntv.cn/2015/12/17/VIDE1450338602950873.shtml - Chinesische Nachrichten, sind ja eher neutral zum Thema, nicht wie RT oder Handelsblatt...
    Und woher wissen Sie die Zahlen so genau? Wissen Sie wie der Handel zwischen China und Russland aussieht? Nein, da Sie nicht mehr in Dollar fakturieren. Wissen Sie ob der Chinese fixed prices beim Russen vereinbart hat? Nein! Also was wissen Sie egtl?

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