Russland und die Türkei
Putin wirft Ankara Ölgeschäfte mit den IS-Terroristen vor

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets halten die Spannungen zwischen Russland und der Türkei an: Präsident Putin kündigt Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei an und macht neue Vorwürfe. Ankara reagiert prompt.

Istanbul, ParisIm Streit über den Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die Türkei hat Präsident Wladimir Putin den Tonfall abermals verschärft und der Türkei bewusste Schützenhilfe für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen. Mit dem Abschuss eines russischen Bombers habe Ankara den Ölhandel des IS sichern wollen, sagte Putin nach einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP am Rande der internationalen Klimakonferenz im Pariser Vorort Le Bourget.

„Wir haben jeden Grund zu glauben, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeug von dem Willen bestimmt war, die Öl-Lieferrouten zum türkischen Territorium zu sichern“, sagte Putin demnach. Die Türkei habe den Jet abgeschossen, weil es diese Ölquelle habe erhalten wollen. Es handele sich um einen "Riesenfehler".

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat russische Vorwürfe, wonach sein Land mit dem IS Ölgeschäfte macht, bereits zurückgewiesen. Dies sei Verleumdung. Die Türkei kaufe Öl nur von bekannten Anbietern, hatte Erdogan bereits in der vergangenen Woche erklärt.

Auf die angekündigten russischen Wirtschaftssanktionen plane er keine rasche Reaktion „Lasst uns geduldig und nicht emotional vorgehen“, sagte Erdogan am Montag am Rande des Weltklimagipfels in Paris. Die Türkei setze sich dafür ein, dass die Beziehungen zur Regierung in Moskau nicht komplett abrissen, fügte er hinzu und bezeichnete Russland als einen strategischen Partner.

Das Land ist Hauptenergielieferant der Türkei. Erdogans Äußerungen vor Journalisten wurden vom türkischen Fernsehen übertragen. Die Regierung in Moskau plant ökonomische Strafmaßnahmen. Vor allem soll die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus der Türkei verboten werden.

Die Türkei hatte sich zuvor mehrfach über eine Verletzung ihres Luftraums durch russische Kampfflugzeuge beklagt, die im Nachbarland Syrien Luftangriffe fliegen. Russland bestreitet, den türkischen Luftraum verletzt zu haben. Die Türkei lehnt eine Entschuldigung für den Abschuss bislang ab. Wegen des Konflikts kommt es am Rande des Klimagipfels wohl auch nicht zu einem Treffen Erdogans mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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