Russland und die USA
Widerwillige Freundschaft

US-Präsident Obama ist weiterhin nicht gut auf Kremlchef Putin zu sprechen. Unbelehrbar rückwärtsgewandt sei der Russe, kritisiert er. Währenddessen versuchten die Minister beider Länder zu retten, was noch zu retten ist.
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Washington Nach dem russischen Asyl für den amerikanischen Spionage-Enthüller Edward Snowden will US-Präsident Barack Obama die Beziehung zu Moskau neu einschätzen. Dieser jüngste Streit sei ein weiterer in einer Reihe von Meinungsverschiedenheiten der vergangenen Monate, sagte Obama am Freitag auf einer Pressekonferenz in Washington.

„Es ist wahrscheinlich angebracht für uns, dass wir innehalten und neu einschätzen, wohin Russland geht, was unsere Kerninteressen sind, und dass wir unsere Beziehung darauf abstimmen“, sagte Obama. Zugleich versuchten die Verteidigungs- und Außenminister beider Länder, die Basis für gemeinsame Lösungen internationaler Krisen zu finden.

Das amerikanisch-russische Verhältnis ist auf einem Tiefpunkt, seitdem Obama vor einigen Tagen wegen der Snowden-Affäre ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau absagte. Seit dessen Rückkehr ins Präsidentenamt habe sich die amerikafeindliche Rhetorik in Moskau verstärkt, sagte Obama. Er habe Putin ermutigt, vorwärts zu denken, aber „mit gemischtem Erfolg“.

„Wir werden prüfen, wo unsere Beziehungen US-Interessen dienen und Frieden, Stabilität und Wohlstand rund um die Welt fördern“, ergänzte Obama. „Wo wir können, werden wir weiter mit ihnen zusammenarbeiten, wo wir Differenzen haben, werden wir das klar sagen.“

Zuvor hatten sich US-Außenminister John Kerry, sein russischer Kollege Sergej Lawrow sowie die Verteidigungsminister Chuck Hagel (USA) und Sergej Schoigu (Russland) zu stundenlangen Gesprächsrunden in Washington getroffen. Kerry hatte davor angekündigt, alle Streitpunkte auf den Tisch zu bringen. „Es ist kein Geheimnis, dass wir einige herausfordernde Momente erlebt haben.“ Das dürfe aber nicht die Zusammenarbeit in wichtigen außenpolitischen Fragen verhindern. Außenamtssprecherin Jennifer Psaki bezeichnete den Ton während des Treffens danach als durchgehend „positiv und konstruktiv“.

Unabhängig davon sei die Liste der Differenzen bei den „Zwei-plus-zwei“-Gesprächen lang, betonte Kerry beim Auftakt des Treffens. „Es ist wichtig für uns, Wege zu finden, um Fortschritte bei der Raketenabwehr und anderen strategischen Themen zu machen.“ Dazu gehörten der Krieg in Afghanistan, die Reaktionen auf das iranische und das nordkoreanische Atomprogramm sowie der die Nahost-Region destabilisierende Bürgerkrieg in Syrien. Erst wenn in einer Reihe von Themen Fortschritte gemacht worden seien, könne es zu einem Gipfeltreffen kommen, hieß es aus dem State Department.

Kommentare zu " Russland und die USA: Widerwillige Freundschaft"

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  • Wenn ich das hier so lese, könnte man denken, Putin hat einen Heiligenschein. Nicht vergessen, dieser Typ ist vom Ostdeutschen Geheimdienst ausgebildet worden und die war bekanntermassen ziemlich gut. Putin ist ein Diktator. Ich denke nur an die politisch motivierten Morde in Russland oder der unfaire Prozess gegen Michail Chodorkowski.

    Die Russen und die Amerikaner nehmen sich nicht viel. Obama ist auch nicht besser als Putin.

    Die Russen werden Snowden fallen lassen, sobald sie ihn nicht mehr für ihre Interessen einsetzen können. Ihm Asyl zu gewähren war doch ein cleverer Schachzug von Putin. Niemand weiss wo sich Snowden gerade aufhält. Vielleicht wird gerade sein Gehirn angezapft um an die wirklich wichtigen Informationen zu kommen. Putin tut nichts, ohne das es ihm einen Vorteil verschafft.

  • „Wir werden prüfen, wo unsere Beziehungen US-Interessen dienen und Frieden, Stabilität und Wohlstand rund um die Welt fördern“

    Gerade diese Aussage aus dem Munde Obamas ist hohl wie ein Schokoladennikolaus. Die USA sind der Terrorstaat Nr. 1, der im Auftrag der Profitmaximierung der Wallstreet der Welt ihre Demokratievorstellung aufbombt und sích, wie der Fall Snwden zeigt, nicht an demokratische Gepflogenheiten und Recht hält. Nur zu gut ist Putin zu verstehen. Amerika muss ein Pflocken gesetzt werden: Bis dahin und nicht weiter!

  • wer will schon einen kleinen dreckigen verlausten datendieb aus der bronx treffen??den sogar das scheisshaus anderer leute interessiert.der als auftragsmoerder weltweit menschen anderer nationalitaet mit drohnen toeten laesst.ein perverser gefaehrlicher,krimineller irrer,unfaehig seine wirtschaft zu restaurieren,die schulden der USA zurueck zu zahlen,der menschheit einen dienst zu erweisen und zurueck zu treten.putin kann nur gluecklich sein diese schwarze figur nicht treffen zu muessen.dessen beleidigende aeusserung ueber putin seine herkunft aus kenia und der bronx dokumentiert.zudem beweist dies dass putin mit snowden absolut richtig gehandelt hat.

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