Russland vor der Rezession
Moskau stellt sich auf Wirtschaftskrise ein

Die Regierung in Moskau räumt ein: Russland leidet unter Sanktionen und Ölpreisverfall. Die Wirtschaft wächst nicht mehr. Es fließt mehr Kapital ab, als erwartet. 2015 wird das Land wohl in die Rezession rutschen.
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MoskauDie russische Regierung erwartet wegen der Sanktionen des Westens und stark fallender Ölpreise einen Konjunktureinbruch. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent schrumpfen, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Alexei Vedev am Dienstag in Moskau. Bislang war von einem Wachstum von 1,2 Prozent die Rede. "Wir gehen jetzt davon aus, dass die Sanktionen das gesamte Jahr 2015 über in Kraft bleiben", so Vedev. "Für uns bedeutet das geschlossene Kapitalmärkte für die Mehrheit der russischen Unternehmen und Banken." Bisher war Moskau davon ausgegangen, dass die wegen der Ukraine-Krise verhängten Strafmaßnahmen bis Mitte 2015 zurückgenommen werden.

Neben den Sanktionen bekommt Russland vor allem die Folgen des Ölpreis-Verfalls zu spüren. Das Ministerium rechnet im kommenden Jahr nur noch mit einem durchschnittlichen Wert von 80 Dollar je Barrel statt wie bislang mit 100 Dollar. Öl und Gas sind die mit Abstand größten Exportschlager des Schwellenlandes. Mit dem Preisverfall einhergeht eine kräftige Abwertung des Rubel. Dadurch werden Importe teurer. "Das hat einen starken Einfluss auf die Inflation", erklärte Vedev. Sein Ministerium erwartet nun eine Teuerungsrate von 7,5 Prozent - statt wie bisher fünf bis sechs Prozent. "Ein höherer Inflationsdruck senkt die Kaufkraft der Bevölkerung, was wiederum den Konsum belastet."

Seit Jahresbeginn hat die russische Währung allein zum Dollar fast 60 Prozent an Wert eingebüßt. Die Aussicht auf den Konjunktureinbruch schickte den Rubel nun erneut auf Talfahrt. Der Dollar verteuerte sich um bis zu drei Prozent auf 52,75 Rubel. Der Euro notierte mit 65,61 Rubel zeitweise 2,7 Prozent höher. Auch am Aktienmarkt sorgte der pessimistische Ausblick der Regierung für Verkaufsdruck: Der Leitindex RTS verlor 1,1 Prozent.

Die Regierung erwartet, dass die Kapitalflucht anhalten wird. Sie geht davon aus, dass Investoren im zu Ende gehenden Jahr 125 Milliarden Dollar an Kapital abziehen werden, 2015 dann immer noch 90 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russland vor der Rezession: Moskau stellt sich auf Wirtschaftskrise ein"

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  • Rußland und die Russen werden wegen ihrer Geschichte damit leichter und länger fertig als die verwöhnten und staatlich verpusselten Deutschen, die bald Gelegenheit haben werden, ähnliche Verhältnisse genießen zu dürfen.

  • @ Pandora

    >> Aber Warlord Putin hat immer noch genügend Geld um Kriege zu führen und aufzurüsten >>

    Im Gegensatz zu EU mit 17 Billionen € Schulden und den Amis mit 18 Billionen $ Schulden hat der Kreml noch 1 Billion Dollar auf der Hohen Kante.

    Das reicht für eine Weile !

    Von einer Pleite Russlands zu labern ist dabei albern.

  • Russland ist pleite
    -----------
    Der Rubel und der Ölpreis befinden sich im freien Fall.
    Die Kapitalflucht erreicht immer neue Höchstwerte.

    Die Regierung in Moskau räumt ein: Russland leidet unter Sanktionen und Ölpreisverfall. Die Wirtschaft wächst nicht mehr. Es fließt mehr Kapital ab, als erwartet. 2015 wird das Land wohl in die Rezession rutschen.

    Aber Warlord Putin hat immer noch genügend Geld um Kriege zu führen und aufzurüsten.

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