Russland vor der Wahl
Putin wirft Westen Einmischung in andere Länder vor

Eine Woche vor der Wahl wirft der russische Präsidentenkandidat Wladimir Putin der westlichen Welt eine gefährliche Politik der Einmischung vor. Dem Westen gehe es nicht um Menschenrechte, sondern um Rohstoffmärkte.
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MoskauDer russische Präsidentenkandidat Wladimir Putin hat dem Westen eine gefährliche Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder vorgeworfen. Es könne angesichts etwa der Konflikte in der arabischen Welt wie in Syrien der Eindruck entstehen, dem Westen gehe es nicht um Menschenrechte, sondern um den Zugriff auf die Rohstoffmärkte.

Das schrieb Putin in einem großen Zeitungsbeitrag zur russischen Außenpolitik vor der Wahl am 4. März. Den USA und der Nato gab er die Mitschuld daran, dass das Verlangen autoritärer Regime nach Atomwaffen aus Angst vor einem Militärangriff wachsen könne. „Wer keine Bombe hat, den erwartet eine humanitäre Intervention“, schrieb der Regierungschef in dem Wahlkampfartikel für die Zeitung „Moskowkije Nowosti“ am Montag.

Zwar sei Russland gegen Nuklearwaffen etwa in Nordkorea. Drohungen gegen das Regime dort seien aber der falsche Weg, hieß in dem auch auf seiner Internetseite veröffentlichten Beitrag. Putin, der am kommenden Sonntag wie schon 2000 und 2004 zum Präsidenten gewählt werden will, betonte außerdem, dass der Iran das Recht auf eine friedliche Nutzung von Atomenergie haben müsse.

Angesichts der Vorwürfe, das Land baue heimlich an Nuklearwaffen, sei die Gefahr eines Militärschlags gegen das Land samt der absehbaren „katastrophalen Folgen“ gewachsen. Putin forderte die Nato zur Zurückhaltung bei internationalen Konflikten wie aktuell in Syrien auf, um nicht die Rolle der Vereinten Nationen zu untergraben. Die gewaltsame Politik des Westens habe auch dazu geführt, dass Russland wichtige Wirtschaftsmärkte in der arabischen Welt verloren habe.

Er kündigte an, alles für den Wiederaufbau der Beziehungen zu tun. Russland werde an einer eigenständigen Außenpolitik als Faktor der Stabilität in der Welt festhalten, schrieb Putin. Das russisch-amerikanische Verhältnis sei trotz vieler Anstrengungen noch immer „instabil“ und von alten Ängsten geprägt.

Putin zeigte sich zudem besorgt wegen der US-Militärbasen in Zentralasien. Russland betrachtet die Region auch nach dem Zerfall der Sowjetunion als sein Einflussgebiet. Vor der Wahl äußerte er auch die Hoffnung, dass im Streit um die US-Raketenabwehrpläne in Europa, durch die Russland sich bedroht sieht, doch noch eine Einigung möglich sei.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sie sind in Zeit zurück geblieben. Es gibt kein KGB und UDSSR mehr. Es ist schon 2012. Oha muss das schlimm sein.

  • Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit steinen werfen

  • Es gibt nur zwei Laender, die der US Hegemonie einhalt gebieten koennen - China, uns Russland.
    Wenn sich der Westen nicht besinnt, gibt es bald einen neuen kalten Krieg.
    Hunderte nukleare Raketen werden auf Europa und USA gerichtet sein.
    Die USA wollen Sicherheit aufgrund anderer. Der Antiraketenschild wird u.a. in Europa aufgestellt, wird jedoch von Washington aus befehligt.
    Im Grunde ist der Raketenschild keine Defensiv -, sondern eine Offensivmassnahme. Es soll den Rueckschlag im Falle eines Ueberraschungsangriffs auf Russland verhindern, und somit einen US Angriff ermoeglichen.
    Der Westen muss verstehen, dass unabhaengig ob es ihm gefaellt oder nicht, Russland wird weder eine Entmuendigung, noch die Bedrohung der eigenen Sicherheit nicht hinnehmen. Entweder wird der Westen im Einvernehmen mit Russland die Fragen der Raketenabwehr klaeren, oder viele notwendigen Fragen werden nicht geloest werden, und anstatt wird Konfrontation an der Tagesordnung geben.

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