Russland zürnt EU vor Assoziierungsabkommen mit Moldau

Trotz Warnungen Russlands vor „ernsten Konsequenzen“ hat das EU-Parlament ein Assoziierungsabkommen mit der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau gebilligt. Das Land selbst betont seine europäische Perspektive.
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Johannes Hahn (l.), EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen und Moldaus Premierminister Iurie Leanca. Das EU-Parlament hat das Assoziierungsabkommen mit der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau gebilligt. Quelle: dpa

Johannes Hahn (l.), EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen und Moldaus Premierminister Iurie Leanca. Das EU-Parlament hat das Assoziierungsabkommen mit der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau gebilligt.

(Foto: dpa)

BrüsselDas Europäische Parlament hat am Donnerstag das Assoziierungsabkommen mit der ehemaligen Sowjetrepublik Moldau gebilligt. Die Abgeordneten stimmten mit 535 gegen 94 Stimmen für die Vereinbarung, zu der auch ein Freihandelsvertrag gehört. 44 Volksvertreter enthielten sich.

Angesichts früherer Warnungen Russlands vor „ernsten Konsequenzen“ infolge des Abkommens forderte das Parlament Moskau auf, „die territoriale Integrität Moldaus und seine europäische Entscheidung vollständig zu respektieren“. Um in Kraft zu treten, muss das Abkommen noch von den Parlamenten der EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden.

Die Ratifizierung des Assoziierungsabkommens bestätige den Erfolg des politischen und wirtschaftlichen Reformprozesses Moldaus, erklärte der liberale Parlamentsberichterstatter Petras Austrevicius. Dadurch entstehe eine europäische Perspektive für das Land, zugleich zeigten die Anstrengungen die „Entschlossenheit, letztlich der EU beizutreten“.

In einer separat verabschiedeten Entschließung erklärte das Parlament, dass das Assoziierungsabkommen „kein Endziel in den Beziehungen zwischen der EU und der Republik Moldau darstellt“.

Das Assoziierungsabkommen erstrecke sich „auf das gesamte international anerkannte Territorium der Republik Moldau“ und damit auch auf die von Moskau unterstützte abtrünnige Region Transnistrien, erklärte das Parlament.

Die Abgeordneten forderten, die EU müsse eine größere Rolle bei dem Versuch spielen, eine Lösung für den Transnistrien-Konflikt zu finden. Die Abgeordneten bedauerten gleichzeitig, dass Russland weiter Importverbote von Gütern aus Moldau nutze, um die Region zu destabilisieren.

Russland kündigt „ernste Konsequenzen“ an
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10 Kommentare zu "Russland zürnt: EU vor Assoziierungsabkommen mit Moldau"

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  • Ich habe oben im Text teilweise "Ukraine" anstatt "Moldau" geschrieben. Hab' wohl schon zuviel Rotwein getrunken. ;-)
    Mein mathematisches Problem löst sich dennoch nicht auf...

  • Zitat: "In der Republik Moldau zwischen Rumänien und der Ukraine leben etwa 3,5 Millionen Einwohner auf einem Gebiet von der Größe Baden-Württembergs. Landessprache ist rumänisch, von den Bewohnern sind nur etwa sechs Prozent russischstämmig.Im abtrünnigen Gebiet Transnistrien, wo eine halbe Million Menschen lebt, sind es jedoch 60 Prozent."
    Ukraine:
    3.500.000 Einwohner davon 6% Russen = 210.000 Russen
    Davon in der Ostukraine:
    500.000 Einwohner davon 60% Russen = 300.000 Russen
    Das kapier' ich nicht.

  • "Russenanteil"... naja...
    ein Land in dem Minderheiten, zB Russen, nicht unterdrückt werden, muss sich auch keine sorgen machen.
    Viele der osteuropäischen Staaten haben nach Fall der Mauer Russen schikaniert und zB in in baltischen Staaten haben sie, trotzdem dort seit Generationen, keine volle Staatsbürgerschaft. Vielleicht sollten diese Staaten einfach mal anfangen ihre Bürger wie Bürger zu behandeln!
    Die ganze Panik ist allerdings völlig unbegründet, denn aus welchem Grund sollte sich Russland mit der vielfach stärkeren NATO anlegen? Das ist als wolle Litauen Russland besetzen. (in die eine Richtung werden Größenvergleiche gerne vorgenommen, in die andere jedohc nicht. Oh oh Russland erhöht seine Rüstungsausgaben um 20%... erreicht damit einen von USA ggü EU-Staaten geforderten Mindestwert. Außerdem sind die Rüstungsausgaben der Natostaaten um ein vielfaches größer als die Russlands.)

  • @Frau Dr. Max Motte

    Denn wer hat schon Lust auf eine Mitgliedschaft im EU-Club, wenn nicht großzügige Geschenke locken?

    Da bin ich völlig anderer Meinung.
    Es ist deutlich an den Reaktionen der Nachbarn zu sehen, daß die große Angst umgeht. Die Angst steigt mit zunehmendem Russenanteil an der Bevökerung.
    Es ist die Erfahrung der jüngsten Vergangenheit und das Erleben der russischen Aggression.

    Sehen Sie sich die Reaktionen z. B. der baltischen Länder, Rumänien und Bulgarien, Schwedens und Finnlands, Polens und jetzt Molawiens an.
    Berechtigte Angst vor der Agression.

    Vor einem halben Jahr zeigte ich schon diese Folgen auf. Aber der Prozess ist ja noch nicht beendet, sondern fängt erst an. Jedes betroffene Land wird seinen Russenanteil versuchen zu reduzieren.
    Ein Disaster für diese Menschen. Soweit hat Putin wohl nicht gedacht. Er muß jetzt tief und schnell nachdenken. Auch über das Kosten Nutzen Verhältniss und das schwindende Ansehen in der Welt.


    Schönen Abend noch.

  • Wann hört dieser Irrsinn endlich auf ?
    Merkt den niemand von den EU Verantwortlichen was für einen Politischen Schaden sie anrichten. Wenn es dann in die Hose geht, sind immer die Anderen schuld. Es ist einfach nur ein Zeichen der politischen Unsensibilität, die leider immer mehr um sich greift. Eine sichere Unfähigkeit das Haus Europa zu Einsturz zu bringen, schade, das nur die Idee gut wahr.

  • So wie Sie sich hier präsentieren, ist es erstaunlich das ihr Kommentar abgedruckt wurde. Schade das das Handelsblatt sich zeitweise auf Bild Niveau bewegt.

  • Die Ukraine war nicht genut.
    Die Osterweiterung der EUDSSR und Nato ( Nord Atlantik Terror Organisation ) nimmt neue Dimensionen an.

    Das EU-Parlament billigt ein Assoziierungsabkommen mit Republik Moldau.
    Auch Transnistrien soll einbezogen werden.

    Geld spielt in Brüssel bekanntlich keine Rolle.
    Auch politische Probleme mit Moskau werden ignoriert.
    Stur erweitern die Machthaber in Brüssel ihr Hoheitsgebiet nach Osten - ohne Rücksicht auf Verluste und natürlich auch ohne Rücksicht auf Zig-Milliarden, welche das Abenteuer am Ende kostet.

    Denn wer hat schon Lust auf eine Mitgliedschaft im EU-Club, wenn nicht großzügige Geschenke locken?

    Nicht umsonst weigert sich z.B. Norwegen bis heute standhaft, dem Politbüro in Brüssel beizutreten.

    Nur wer arm ist und auf dicke Schecks hoffen kann, strebt eine Mitgliedschaft in der EU an. Bezahlen darf es der Steuerzahler.

    Die politischen Probleme, die sich aus dieser Osterweiterung mit Russland ergeben, werden in Brüssel und in unseren Propagandamedien bewußt ausgeblendet.

    Wer stoppt die Kriegspropaganda gegen Russland?


    http://www.mmnews.de/index.php/politik/26983-eu-greift-nach-moldau-und-transnistrien#14158883263902&if_height=205

  • Diese EU ist von Kopf bis Fuß kriminell. Man kann nur hoffen das der Laden scheitert, bevor wir alle in die Luft fliegen.

  • Wie weit will dieser kriminelle Dreckhaufen Brüssel mit dem Kriegsgezündel noch gehen?

  • Mit reichlich "EU-Anfütter-Geld" wird der nächste Fisch an land gezogen ins "EU-Völker-Gefängnis".

    NGOs finanzieren wieder die schwarz vermummten "Protestler" vor Ort.

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