Russlandbesuch
Merkel kritisiert Strafmaß für Pussy Riot

Zwei Jahre Straflager? „Das wäre in Deutschland nicht passiert“, sagte Bundeskanzlerin Merkel über das Gerichtsurteil gegen Mitglieder der Band Pussy Riot. Es dürfe nicht jede Kritik als destruktiv angesehen werden.
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MoskauBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in Moskau kritisch zum Strafmaß der Bandmitglieder von Pussy Riot geäußert. Ein Auftritt wie der der russischen Punkband in einer Kirche würde auch in Deutschland „Diskussionen“ hervorrufen, sagte Merkel am Freitag in Moskau. „Aber dass man dafür zwei Jahre ins Straflager muss, das wäre in Deutschland nicht passiert.“ Sie fügte hinzu: „Unserer Freundschaft wird nicht besser, wenn wir alles unter den Teppich kehren und nicht darüber diskutieren.“ Es dürfe auch nicht jede Kritik sofort als destruktiv angesehen werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies die Kritik der Kanzlern an dem harten Urteil zurück. Eine der Frauen habe früher an einer antisemitischen Aktion teilgenommen, sagte Putin. „Wir und ich können keine Leute unterstützen, die antisemitische Positionen zur Schau stellen.“

Im Übrigen gebe es zwischen Deutschland und Russland auch „keine düsteren Zeiten“, sondern ab und an „Meinungsverschiedenheiten“.

Merkel ging auch auf das Thema Rechtsstaatlichkeit in Russland ein. Es gebe eine ganze Reihe von Gesetzen, „bei denen ich nicht erkennen kann“, was daran die Meinungsfreiheit stärke. In Deutschland sei man auch von Regierungsseite gewohnt, auf Kritik einzugehen und zu reagieren. „Wenn ich da immer gleich eingeschnappt wäre, könnte ich keine drei Tage Bundeskanzlerin sein.“

 


Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Russlandbesuch: Merkel kritisiert Strafmaß für Pussy Riot"

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  • Sehe ich auch so. Es geht gegen Putin. Russland ist halt nicht im Bilderberger Club bzw. hat Putin die Bilderberger-Oligarchen entmachtet.

    Wer in eine Kirche rennt und "Gott ist scheiße" siegt, der hat keinen Anstand. Einer solchen Person sollte man die Gelegenheit und Zeit geben über Anstand nachzudenken. Ich finde sogar das Strafmaß völlig ok.

    Wenn bei uns Menschen in der U-Bahn brutal zusammengeschlagen werden, dann laufen die Täter weiter frei rum. Vielleicht stimmt bei uns etwas nicht, Frau Merkel? Sie sagt ja selbst: "Bei uns wäre nichts passiert". Eher ein Eigentor.

    Ich finde wir sollten russische Rechtsexperten einladen unser System zu prüfen und zu verbessern. Denn unser System schützt Täter und verhöhnt Opfer.

    @HB

    Könnt ihr auch was anderes als dpa-Müll copy&paste zu übernehmen?

  • Wie sagte gestern einer in einer Satire-Show:

    Angela Merkel: "Ich habe eiseren Prinzipien. Und wenn Ihnen diese nicht gefallen, habe ich auch noch andere."

  • Im Kongo werden 9000000 Menschen abgeschlachtet für Diamanten und Frau Merkel kümmert sich um 3 Pussie Riots unglaublich.

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