Russlands Präsident ernennt Subkow zum Premier
Putin macht seine Nachfolge spannend

Russlands Präsident Wladimir Putin hat einen Überraschungscoup gelandet: Mit der Kür des weitgehend unbekannten Wiktor Subkow zum Ministerpräsidenten hat er alle Auguren überrumpelt: Bislang galt der erste Vizepremier, Ex-Verteidigungsminister Sergej Iwanow, als potenzieller Nachfolger für den am Mittwoch zurückgetretenen Michail Fradkow im Falle einer Regierungsumbildung.

MOSKAU. „Wir haben eine weitere Stufe in der Übergabe der Macht erreicht“, sagte Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien in Moskau. Beobachter hatten erwartet, dass Putin mit der Entscheidung für den neuen Regierungschef seinen Favoriten für die Präsidentschaftswahl Anfang nächsten Jahres in Stellung bringt. Subkow tauchte bislang aber auf keiner Kandidatenliste auf.

Der Leiter des Föderalen Dienstes für Finanzkontrolle – zuständig für das heikle Thema Geldwäsche – hatte unter Putin Anfang der 90er-Jahre in der Verwaltung von Sankt Petersburg gearbeitet. Subkow ist ein enger Vertrauter Putins: Ausgerechnet er war KP-Chef im Prioserskij-Rayon bei St. Petersburg, wo Putin und einige einflussreiche Freunde damals ein großes Areal zum Bau einer Datschen-Siedlung erhielten.

Auch in seiner letzten Position hat sich Subkow in Putins Augen verdient gemacht: So gelang es ihm in seiner Amtszeit, Russland von der schwarzen Liste der OECD-Länder zu tilgen, die als internationale Zentren für Geldwäsche dienen. Subkow gilt auch als der Auslöser für die Mini-Bankenkrise 2004, als er von einer „schwarzen Liste “gefährdeter Kreditinstitute bei der Zentralbank sprach. Der darauf folgende Vertrauenseinbruch auf dem Finanzmarkt drängte einige private Banken aus dem Markt – und staatliche Institute gewannen an Marktanteil.

Die Kür Subkows lässt Parallelen zu Putins Aufstieg im Jahr 1999 erkennen: Vor fast genau neun Jahren hatte der damalige Präsident Boris Jelzin den unbekannten Putin vor anstehenden Parlamentswahlen zum Premier berufen und am Neujahrstag zu seinem Nachfolger gemacht. Putin selbst hatte in den vergangenen Jahren mit Blick auf seine eigene Nachfolge immer wieder von einem „Überraschungskandidaten“ gesprochen.

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