Russlands Rolle bei der US-Wahl
Senatoren knöpfen sich Donald Trump Jr. vor

Donald Trump Jr. gerät zunehmend ins Visier der Ermittler, die Kontakte zwischen Russland und dem Umfeld des US-Präsidenten untersuchen. Hintergrund ist ein Treffen mit einer Russin, die Informationen über Clinton anbot.
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Washington/New YorkDer älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump steht wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin unter Druck. Mehrere Senatoren erklärten am Montag, Donald Trump Jr. müsse sich den Fragen des Geheimdienstausschuss des Senats stellen. Das Weiße Haus spielte die Begegnung derweil herunter. Es habe sich um ein sehr kurzes Treffen gehandelt, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Donald Trump Jr. habe mit niemandem konspiriert, „um die Wahl zu beeinflussen“. Der Präsident selbst erfuhr ihren Angaben zufolge erst in den vergangenen Tagen davon.

Doch Donald Trumps gleichnamiger Sohn muss offenbar davon ausgegangen sein, dass ihm versprochene, möglicherweise kompromittierende Informationen über Hillary Clinton von der russischen Regierung stammen. Vor einem Gespräch mit einer russischen Anwältin sei Donald Trump Jr. per E-Mail informiert worden, dass das Material Teil einer Bemühung der russischen Regierung sei, seinem Vater zum Sieg zu verhelfen. Das berichtete die „New York Times“ am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen.

Die E-Mail stammte demnach von dem Musikpublizisten Rob Goldstone. Dieser hatte mehreren US-Medien bestätigt, dass er das Treffen zwischen Trump Jr. und der Anwältin Natalia Veselnitskaja arrangiert hatte. Goldstones Nachricht deute darauf hin, dass die russische Regierung Quelle der potenziell schädlichen Informationen gewesen sei, berichtete die „New York Times“. Die E-Mail gehe aber nicht auf die Bemühungen Moskaus ein, Trumps Wahlkampfteam zu helfen. Es gebe keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung weiter.

Donald Trump Jr. hatte am Sonntag eingeräumt, dass er sich während des Wahlkampfes im Juni 2016 mit der Anwältin Natalia Veselnitskaja getroffen habe. Von ihr habe er sich Informationen über die Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, versprochen. Es sei aber nichts Wichtiges dabei herausgekommen, erklärte er. Zuvor hatte er das Treffen mit der Russin, die Verbindungen zum Kreml haben soll, zwar bestätigt, aber erklärt, es habe nichts mit dem Wahlkampf zu tun gehabt.

Die „New York Times“ sprach vom ersten öffentlichen Hinweis darauf, dass zumindest einige Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen seien, Hilfe von Russland anzunehmen. US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden.

Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat. Mehrere Männer, die während des Wahlkampfes oder auch darüber hinaus zum Umfeld des Republikaners gehörten, stehen deswegen im Fokus.

Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, Mark Warner, sagte, er wolle von Trump Jr. hören, was dieser über das Treffen zu sagen habe. Auch die republikanische Senatorin Susan Collins erklärte, dass der 39-Jährige sich den Fragen des Geheimdienstausschusses stellen solle. Collins ist ebenfalls Mitglied des Gremiums. Trump Jr. schrieb auf Twitter, er sei bereit, dem Komitee Informationen zu geben.

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Russische Anwältin war durch Kampf gegen US-Sanktionen bekannt

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