Saakaschwili entscheidet Machtkampf für sich
Rebellenchef Abaschidse hat Georgien verlassen

Der Machthaber der georgischen Provinz Adscharien, Aslan Abaschidse, ist unter dem Druck der Zentralregierung in Tiflis zurückgetreten. Das teilte der georgische Präsident Michail Saakaschwili am frühen Donnerstagmorgen im Fernsehen mit.

HB BATUMI. Der Rebellenanführer in der georgischen Republik Adscharien, Aslan Abaschidse, hat am Donnerstag das Land verlassen und damit eine Forderung des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili erfüllt.

„Georgier: Aslan ist geflohen! Adscharien ist frei!“, sagte Saakaschwili auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Saakaschwili hatte angekündigt, er werde die autonome Republik Adscharien unter zentrale Kontrolle stellen und bis zu Neuwahlen einen Übergangsrat einsetzen. Der frühere russische Außenminister Igor Iwanow vermittelte in dem Konflikt und hatte noch am Mittwochabend mit Abaschidse beraten. Die beiden hatten kommentarlos die Residenz Abaschidses in der adscharischen Hauptstadt Batumi verlassen.

„Heute ist eine neue Ära angebrochen“, sagte Saakaschwili. „Ich beglückwünsche alle zu diesem Sieg am Beginn der Vereinigung Georgiens. Georgien wird vereint sein. Niemand kann sich heute gegen den Willen des Volkes stellen, und niemand kann das in Zukunft tun.“

Rund 10 000 Anhänger Saakaschwilis, die sich in Batumi versammelt und den Rücktritt Abaschidses verlangt hatten, jubelten, als sie die Neuigkeiten hörten. „Sieg, Sieg!“ riefen einige Demonstranten und versuchten, in Abaschidses Residenz zu gelangen.

Die georgische Regierung hatte Abaschidse am Mittwoch aufgefordert, das Land zu verlassen und ihm für diesen Fall freies Geleit zugesichert. Der 65-jährige, der 14 Jahren an der Macht war, hatte dies abgelehnt und auf die Vermittlungsgespräche unter russischer Beteiligung verwiesen. Abaschidse führte die Region zuletzt mit Notstandsmaßnahmen, ließ Universitäten schließen, Demonstrationen auflösen und Brücken nach Georgien sprengen.

Adscharien hat schon länger einen Autonomiestatus, betrieb aber anders als Abchasien und Südossetien nicht die völlige Abspaltung von Georgien. Die Spannungen belasten eine Region, in der sich strategische Interessen mehrerer Staaten überlagern. Durch Georgien soll eine große Ölleitung vom Kaspischen Meer nach Europa führen. Die Transitgebühren sind eine lukrative Einnahmequelle für die Länder der Region. Die USA bauten ihren Einfluss in Georgien durch die Entsendung von Militärs aus, die georgische Streitkräfte ausbilden. Russland unterstützt seinerseits Regionen, die sich von Georgien losgelöst oder weitgehend autonom gemacht haben.

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