Sabotageakte häufen sich
Munitionslager im Irak explodiert

Bei der Explosion eines Munitionslagers in der nordirakischen Stadt Tikrit sind am Montag nach Medienberichten bis zu zwölf Menschen ums Leben gekommen. Einige der Opfer seien unter den Trümmern verschüttet, berichtete der arabische Fernsehsender El Dschasira.

HB/dpa BAGDAD/WASHINGTON. Unterdessen häufen sich die Sabotageakte im Irak. Am Wochenende waren eine wichtige Öl-Pipeline, eine Hauptwasserleitung in Bagdad und das größte Gefängnis des Landes Ziel von Anschlägen.

Die Ursache der Explosion in Tikrit war unklar. Die US- Streitkräfte äußerten sich zunächst nicht dazu. Laut El Dschasira ereignete sich die Explosion während einer Razzia der US-Armee gegen Anhänger des gestürzten Diktators Saddam Hussein.

Bei dem Anschlag mit Mörsern in der Nacht zum Sonntag auf das Gefängnis Abu Ghraib westlich von Bagdad kamen nach Angaben des arabischen Fernsehsenders Al Arabija mindestens sechs Häftlinge ums Leben. 59 Iraker seien verletzt worden, teilte ein US-Militärsprecher in Bagdad mit. Irakische Behörden gingen von zehn Toten aus. Zu Zeiten Saddam Husseins war Abu Ghraib eines der unmenschlichsten Foltergefängnisse.

Ein Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters, der vor dem Gefängnis filmen wollte, wurde nach Angaben der Agentur von US- Soldaten erschossen. Ein Reuters-Sprecher sagte in London, die US- Streitkräfte hätten die Kamera des 41 Jahre alten Palästinensers für die Abschussvorrichtung einer Panzerabwehrgranate gehalten.

Saddam Husseins untergetauchter Stellvertreter Isset Ibrahim el Duri hat sich mit einer Ergebenheitsadresse aus dem Untergrund gemeldet. El Arabija zeigte am Montag einen Brief Duris, in dem er Saddam zum Tode seiner beiden Söhne Udai und Kusai kondoliert. Die beiden waren am 22. Juli von US-Elitesoldaten in Mossul getötet worden. Der 61-jährige Duri war Mitglied im Revolutionären Kommandorat, dem höchsten Machtgremium im früheren Irak.

Dänemark will sein Militärkontingent im Irak nach dem ersten Todesfall eines eigenen Soldaten verstärken. Nachdem am Wochenende ein 34-Jähriger bei einem Feuergefecht im südlichen Irak ums Leben gekommen war, sprachen sich Regierung und Militärführung in Kopenhagen einhellig für die Entsendung zusätzlicher Einheiten aus.

Auf eine der wichtigsten Wasserleitungen in Bagdad wurde am Sonntagmorgen ein Anschlag verübt. Die Wassermassen überfluteten eine wichtige Unterführung einer der Hauptverkehrsstraßen. Die Leitung konnte nach wenigen Stunden repariert werden.

Dagegen wird die Wiederherstellung der gesprengten Erdölleitung in die Türkei noch Tage dauern. Der US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, bezifferte die Exportausfälle auf sieben Mill. Dollar täglich. Die knapp 1000 Kilometer lange, unterirdisch verlaufende Ölleitung von Kirkuk zum türkischen Ölterminal Ceyhan war am Freitag gesprengt worden.

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