Sachartschenko verhöhnt Kiew: „Armselige Vertreter des jüdischen Volkes“

Sachartschenko verhöhnt Kiew
„Armselige Vertreter des jüdischen Volkes“

Mit antisemitischen Parolen hat der Separatistenführer Alexander Sachartschenko die Regierung in Kiew verhöhnt. Vorfahren der Ukrainer würden sich „im Grabe umdrehen, wenn sie sehen könnten, wer ihr Land führt“.
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DonezkDer ostukrainische Separatistenführer Alexander Sachartschenko hat die Regierung in Kiew mit offenkundig antisemitischen Parolen verhöhnt. Die proeuropäischen Politiker in Kiew seien „armselige Vertreter des großen jüdischen Volkes“, sagte der prorussische Regierungschef der selbsterklärten „Volksrepublik Donezk“ am Montag im russischen Fernsehsender Rossija 24.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass Kosaken von Leuten geführt wurden, die niemals einen Säbel in den Händen gehalten haben.“ Die kriegerischen Vorfahren der Ukrainer würden sich „im Grabe umdrehen, wenn sie sehen könnten, wer ihr Land führt“.

Antisemitismus ist in der Ukraine weiter verbreitet – um politische Gegner zu verhöhnen, werden diese gerne als Juden bezeichnet. Sachartschenko äußerte sich an der Seite von Igor Plotnizki, dem Anführer der selbsterklärten „Volksrepublik Lugansk“.

Sachartschenko hatte zuvor angekündigt, im Zuge einer „Generalmobilmachung“ 100.000 weitere Kämpfer mobilisieren zu wollen, um sich der ukrainischen Armee entgegenzustellen.

In den vergangenen Tagen lieferten sich die Konfliktparteien in der Ostukraine erbitterte Kämpfe, Bemühungen um eine Waffenruhe blieben erfolglos.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sachartschenko verhöhnt Kiew: „Armselige Vertreter des jüdischen Volkes“"

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  • Es handelt sich bei diesem Artikel um eine Wiedergabe eines Artikels der Agentur AFP. Dieser Artikel ist grob fehlerhaft, denn Herr Sachartschenko hat etwas völlig anders gesagt.
    Hier die vollständige Pressekonferenz mit englischen Untertiteln:
    https://www.youtube.com/watch?v=knMWlB4c_cY&t=13m16s

    Sachartschenko:
    "Somehow I don't recall it in the recent Ukrainian history, when the Cossacks were ruled by people ... who are ... well ... not really ... those people who have never held a saber in their hand..."
    Plotnitsky:
    "...those who are ruling them now. On the youtube, there is even a song there: >>When the jewish Cossacks rebelled<< "
    Sachartschenko:
    "Well, they are far no the >>jewish Cossacks<<, but only the most pathetic representatives of the big, great nation. And the ones like them have never ruled Cossacks for sure. I guess Taras Bulba would turn in the coffin together with Taras Shevchenko because of such rulers of Ukraine."

    Übersetzung:
    Sachartschenko sage, er kann sich nicht erinnern, daß in der jüngeren ukrainischen Geschichte die Kosaken von jemandem regiert wurden, die noch nie ein Schwert in der eigenen Hand führten.

    Plotnitsky ergänzt zur Klarstellung, es sind die derzeit Regierenden in Kiew gemeint.
    Die derzeit in Kiew Regierenden werden also als Wehrdienstverweigerer bzw noch nie im Krieg gekämpft habende bezeichnet.
    Plotnitsky ergänzt auch mit Verweis auf ein Lied "als die jüdischen Kosaken rebellierten" auf Youtube. Die Kosaken in Ukraine rebellierten ab 1648 in einem langen blutigen Kampf gegen die polnischen Herrscher, um eine unabhängige Ukraine zu schaffen.

    Sachartschenko ergänzt, die derzeit Regiernden seien bei weitem nicht so wie die damaligen jüdischen Kosaken. Er meint wohl, die derzeit Regierenden seien feige und die pathetischsten Volksvertreter der großen ukrainischen Nation. Leute wie heutige Regierung hätte noch nie zuvor regiert. Die Dichter und Kömpfer der damaligen Rebellion würden deshalb im Grab rotieren.

  • Ich glaube, die Wortwahl kann man sehr unterschiedlich interpretieren. Es ist wohl eine Frage der Auslegung aus positiver - oder negativer Sicht. Wenn man sagt: Im Gegensatz zu Adenauer und Ludwig Erhard sind viele der heutigen Politiker armselige Vertreter des großen deutschen Volkes - wird ja das "große deutsche Volk" in keiner Weise beleidigt. Manchmal sollte man Worte nicht nur negativ belegen. Das gilt insbesondere für "aus dem Zusammenhang gerissene" Sätze. Ich erinnere mich an den weinenden "Separatisten" bei den Trümmern des abgestürzten Flugzeuges, der eine Puppe hoch gehalten hatte und mit Trauer über das getötete Kind sprach. Diesen Mann haben Journalisten "höhnische Worte und sich lustig-machen über das tote Kind" in den Mund gelegt. Muss man denn immer nur das Übelste "zwischen den Zeilen" lesen?

  • Der Westen behauptet die Russen stellen Panzer etc.....Die Russen streiten es ab. - Ist es denn so schwer in Zeiten von Satelitenüberwachung, Digigcam`s etc. mal Beweise zu liefern. - Es sind immer nur Behauptungen und Verleumdungen des Westens auf Grund derer Sanktionen, Kontosperrungen etc. vorgenommen werden. - Sagt den Menschen endlich wer dort wirklich welche Rolle spielt !!!!!!

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