Saddam vor Gericht
„Weißes Haus lügt“

Nach der Zurückweisung seiner Folterwürfe durch die US-Regierung hat Iraks früherer Diktator Saddam Hussein das Weiße Haus der „Lüge“ bezichtigt.

HB BAGDAD. Die USA hätten die Unwahrheit gesagt, was die angebliche Existenz von Chemiewaffen im Irak angehe, sagte Saddam am Donnerstag, dem siebten Tag des gegen ihn geführten Prozesses in Bagdad. Das Präsidialamt lüge auch, wenn es die von ihm erhobenen Foltervorwürfe als absurd abtue. Saddam muss sich seit dem 19. Oktober wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem von den USA unterstützten Tribunal verantworten. Das Verfahren wurde auf den 24. Januar vertagt.

„Im Weißen Haus sitzen Lügner. Sie haben gesagt, dass der Irak Chemiewaffen besitzt“, rief Saddam. Die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen war einer der von Bush 2003 ins Feld geführten Gründe für den Angriff auf den Irak. Bislang wurden aber keine gefunden. Es wird jetzt davon ausgegangen, dass der Irak seine Chemiewaffen nach dem Golfkrieg 1991 vernichtete. In den 80er Jahren entwickelte das Land solche Waffen und setzte sie auch gegen irakische Kurden ein.

„Sie haben wieder gelogen, als sie sagten, dass das, was Saddam sagte, falsch war“, sagte der irakische Ex-Präsident mit Blick auf die US-Reaktion zu den von ihm vorgebrachten Foltervorwürfen, die er am Donnerstag wiederholte. Zudem beschuldigte er US-Soldaten, seine Uhr gestohlen zu haben. Das US-Präsidialamt hat Saddams Beschuldigung, er sei vom US-Militär in der Haft misshandelt worden, als absurd zurückgewiesen. „Saddam Hussein wird völlig anders behandelt als jene, die er inhaftieren und foltern ließ, nur weil sie ihre Meinung geäußert haben“, sagte Präsidialamtssprecher Scott McClellan in Washington.

Saddam sagte am Mittwoch in dem Verfahren, jede Stelle seines Körpers sei geschlagen worden und die Male seien auf seinem ganzen Körper zu sehen. Ein Gerichtsvertreter erklärte, es habe bisher keine einzige Beschwerde dieser Art der Angeklagten gegeben. „Sie haben Strom, sanitäre Einrichtungen und gutes Essen“, sagte er.

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