Sadiq Khan
Londons Bürgermeister teilt gegen Trump aus

Donald Trump bezeichnete den Tweet des Londoner Bürgermeisters Sadiq Khan nach dem Anschlag als „armselige Ausrede“. Nun schlägt Khan zurück: Ein Besuch des US-Präsidenten in Großbritannien sei unangemessen.
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LondonNach herben Twitter-Angriffen von Donald Trump gegen den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat die britische Premierministerin die Vorwürfe zurückgewiesen. „Die Beziehung mit Amerika ist unsere engste und wichtigste Verteidigungs- und Sicherheitsbeziehung. Trotzdem denke ich, dass Donald Trump falsch liegt mit dem, was er über Khan im Zusammenhang mit dem Terroranschlag gesagt hat“, sagte May der Boulevardzeitung „The Sun“. Zuvor hatte sie sich einer direkten Äußerung zu den Vorfällen enthalten und nur die gute Arbeit des Bürgermeisters gelobt.

Khan lehnte einen Staatsbesuch des US-Präsidenten in Großbritannien als unangemessen ab. Bereits nach der Einladung habe er gesagt, dass Trump nicht der rote Teppich ausgerollt werden dürfe. „Daran hat sich nichts geändert“, sagte Khan am Dienstag der BBC.

„In einer besonderen Beziehung ist es so wie mit einem guten Freund. In schlechten Zeiten stehst du ihm bei, aber du sagst ihm auch, wenn er Unrecht hat“, sagte Khan. Und es gebe viele Dinge, bei denen sich Trump irre. May betonte aber, dass der Besuch wie geplant stattfinden solle.

Trump hatte Khan über Twitter eine „armselige Ausrede“ vorgeworfen - zuvor hatte der Bürgermeister nach dem Terroranschlag am Samstagabend gesagt, es gebe keinen Grund, wegen des erhöhten Polizeiaufgebots in der Stadt in Alarmstimmung zu verfallen. Khan erwiderte, die Politik des US-Präsidenten gehe gegen alles, „wofür wir stehen“. Damit bezog er sich unter anderem auf das von Trump angestrebte Einreiseverbot für Menschen aus mehreren muslimischen Ländern.

Der britische Außenminister Boris Johnson, einst selbst Londoner Bürgermeister, sagte, er sehe „keinen Grund“, die Einladung an Trump zurückzuziehen. Er lobte aber, Khan habe sich in der Situation richtig verhalten. Der US-Präsident wird voraussichtlich im Oktober ins Königreich reisen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Sadiq Khan: Londons Bürgermeister teilt gegen Trump aus"

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  • Herr Lung Wong - 06.06.2017, 17:00 Uhr
    Bürgermeister Sadiq Kahn, schon der Name ist Programm.
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    Kleine Ergänzung zu meinem Kommentar um 18:20 Uhr
    Sadiq Kahn konnte 2016 gut 250.000 Stimmen mehr auf sich vereinen als Boris Johnson 2012. Da müssen auch Sie doch feststellen, es spricht für ihn. Die Londoner wollten ihn unbedingt als Bürgermeister haben.

  • Herr Holger Narrog - 06.06.2017, 15:16 Uhr
    Eine verstärkte wirtschaftliche Verflechtung mit den USA (NAFTA) kann den Verlust der Märkte auf dem Kontinent teils kompensieren.
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    Wie allgemein bekannt besteht die NAFTA aus Kanada, den USA und Mexiko.

    Mexiko war das erste lateinamerikanische Land, das 1997 ein Globalabkommen mit der EU unterzeichnete, das den politischen Dialog, den Handel, die Zusammenarbeit und die sektorbezogene Politik abdeckt. Dieses umfassende Freihandelsabkommen trat im Jahr 2000 in Kraft und wurde damit zu dem bis dato umfassendste Handelsabkommen für die EU. Davon hat auch GB profitiert. Mit Kanada wurde von der EU das CETA - Abkommen unterzeichnet. Davon würde auch GB profitieren. Das heißt, mit zwei der drei NAFTA-Staaten exisitieren bereits EU-Abkommen.

    Worin steckt nach Ihrer Meinung der Mehrwert, den Sie versuchen, zu suggerieren?
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    Zu Ihrer Anmerkung:So ist es natürlich, dass Fr. May und ihr Aussenminister Trump nicht kritisieren möchten.

    Wie war der Ausspruch noch von Frau May mit der Hose und den .........

  • Herr Lung Wong - 06.06.2017, 17:00 Uhr
    Bürgermeister Sadiq Kahn, schon der Name ist Programm.
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    Nur mal so zur Information: Sadiq Kahn wurde 2016 mit 56,8 % der Stimmen zum Londoner Bürgermeister gewählt, ein Ergebnis, dass erheblich besser ausfiel, als die Wahl 2012 von Boris Johnson mit denkbar knappen 51,5 %.

    Sadiq Kahn muss sich im Vorfeld der Wahl entsprechend wählbar präsentiert haben, sonst hätten ihn die Londoner wohl kaum gewählt. Ihre polemische Anmerkung ist daher völlig unangebracht.

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