Säbelrasseln im Atomstreit: USA und Iran geben sich kompromisslos

Säbelrasseln im Atomstreit
USA und Iran geben sich kompromisslos

Vor den Beratungen über eine Verschärfung der Uno-Sanktionen rasseln die Hauptkontrahenten kräftig mit den Säbeln. Während Teheran sein Festhalten am Atomprogramm bekräftigt haben die USA Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor einer Fehleinschätzung der Lage gewarnt. Es gibt bereits Spekulationen über Kriegsvorbereitungen.

HB TEHERAN. Teheran will trotz möglicher weiterer Sanktionen der internationalen Gemeinschaft an seinem Atomprogramm festhalten. Präsident Mahmud Ahmadinedschad verglich den Iran dabei am Sonntag mit einem Zug ohne Bremsen und Rückwärtsgang. Zugleich forderte er neuerliche Verhandlungen. Die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland beraten am (morgigen) Montag in London über eine neue Resolution zum iranischen Atomprogramm.

Grund für die Beratungen ist ein Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), wonach der Iran eine vom Sicherheitsrat gesetzte Frist zur Einstellung der Urananreicherung tatenlos verstreichen ließ. Angereichertes Uran kann zur Herstellung von Brennstäben für Kernkraftwerke, aber auch bei einer Weiterentwicklung der Technik zur Gewinnung von Material für Atombomben genutzt werden.

Rice warnt Ahmadinedschad

Die USA haben im Atomstreit mit Iran Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor einer Fehleinschätzung der Lage gewarnt. Selbst im Iran gebe es Kritik an Ahmadinedschad, dass er mit seiner Politik das Land isoliere, sagte Außenministerin Condoleezza Rice am Sonntag dem US-Fernsehsender ABC. Viele Iraner seien besorgt, weil sich internationale Finanzinstitute aus dem Iran zurückzögen und weitere Geschäftsbeziehungen mit dem Iran ablehnten. Internationale Investoren würden keine Risiken eingehen oder ihren Ruf aufs Spiel setzen für ein Land, dass sich selbst in einen „Club der Bösen“ manövriert habe, sagte Rice. Sollte der Iran die umstrittene Urananreicherung stoppen, dann seien die USA jederzeit und an jedem Ort bereit zu umfangreichen Verhandlungen.

US-Vizepräsident Dick Cheney ließ die Möglichkeit einer amerikanischen Militäraktion gegen den Iran bewusst offen. „Alle Optionen sind noch auf dem Tisch“, erklärte er bei einem Besuch in Australien am Samstag. „Es wäre ein schwerer Fehler, wenn ein Staat wie der Iran eine Atommacht würde“, sagte Cheney.

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