Säuberungskampagne
Politkrimi erschüttert China

Der Skandal um den einstigen Politstar Bo Xilai nimmt immer dramatischere Züge an - und erinnert an die Zeit blutiger Säuberungen in der kommunistischen Partei. Nun soll Bo Xilais Ehefrau in einem Mord verstrickt sein.
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PekingIn China nimmt die Kampagne gegen den gefallenen Polit-Aufsteiger Bo Xilai immer dramatischere Züge an. Nachdem die Polizei seine Frau am Dienstag wegen Mordvorwürfen festgenommen hat, begann gestern eine Kampagne zur Bündelung der öffentlichen Meinung hinter Präsident Hu Jintao. „Wir sollten uns nun um einen hohen Grad an ideologischer Einheit mit dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei mit Hu als Generalsekretär bemühen“, forderte das Parteiblatt „Volkszeitung“ am Mittwoch in einem viel beachteten Leitartikel. „Wir müssen das Banner des chinesisch geprägten Sozialimus hochhalten!“

Zugleich erklärte eine ganze Reihe hoher Politiker ihre Unterstützung für die Zentralregierung und ihre öffentliche Ablehnung der Figur Bo Xilais. Prominente Parteimitglieder wie der Chef der Organisationsabteilung Li Yuanchao oder Wang Yang, Parteisekretär der wirtschaftlich wichtigen Provinz Guangdong, bezeugten öffentlich ihre Loyalität zu Hu und den höchsten Parteiorganen.

Diese Vorgänge erinnern an den Politikstil der Ära Mao Zedong. Sie zeigen, dass China auch im Zeitalter des Internets und der Globalisierung noch an seinnen kommunistischen  Ritualen festhält. Auch unter Mao gab es Kampagnen gegen einzelne Top-Kader, die sich zu weit vorgewagt hatten. Auch unter Mao forderten Leitartikel der Staatsmedien dann zur Geschlossenheit hinter dem Führer auf. Damals mussten diejenigen, die politische überleben wollten, ebenfalls ihre Loyalität offen bekunden.

Ob Bo Xilais Gattin – ihr Name ist Gu Kailai – tatsächlich den britischen Geschäftsmann Neil Heywood umgebracht hat, rückt angesichts der geschlossenen Aktion gegen Bo schon fast in den Hintergrund. Gu hat mit Heywood Geschäfte gemacht, während der Bos Sohn sich regelrecht mit ihm angefreundet hatte. Im November war der erst 41-jährige Heywood dann überraschend in der Stadt Chongqing gestorben, in der Bo bis vor wenigen Wochen regiert hat. Die Leiche des Briten wurde ohne Autopsie eingeäschert.

Vieles ist rätselhaft an dem Fall: Heywood soll kein großer Trinker gewesen sein, doch als Todesursache nannte die Polizei offiziell eine Alkoholvergiftung. Die Figur Heywood selbst ist so vielschichtig wie der ganze Fall Bo Xilai. Er hat als Freiberufler bei einer Beratungsfirma gearbeitet und soll Kontakte zum britischen Geheimdienst gehabt haben.

Um dem Volk zu signalisieren, dass der angebliche Mord an Heywood auch auf Bo zurückfällt, nennen die Staatsmedien Bos Frau seit gestern bei dem Doppelnamen "Bo-Gu Kailai" - eine in der Volksrepublik normalerweise unübliche Zusammenziehung der Namen der Ehepartner. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua spricht zwar von "der sehr ernsten Übertretungen Bo Xilais", nennt jedoch nur unbewiesene Verbrechen, die seine Frau  begangen haben soll.

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Im Internet überwiegt das Mitleid

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  • So ein Schwachsinn!Ein bischen Recherche wird nicht schaden.Bo Xilai ist ein Steinzeitkommunist und dabei auch relativ jung-also wäre es eine Katastrophe wenn er Staatsoberhaupt geworden wäre.Er hat ständig über neue Kulturrevolutionen geredet und hat kurz vom Rücknahme wichtiger Wirtschaftsreformen aufgehört nachdem er aufgefordert wurde sich zu mäßigen.In Beijing läuft ein Machkampf zwischen alten Reformer der marktwirtschafsfreundlichen Deng Xiaoping-Schule wie die jetzigen Hu Jintao und Wen Jiabao und 'neue' Reformer, wie Herr Bo welche in China eine 'zurück zu den Wurzeln-Reform' fordern.Es sieht so aus als ob die extrem-linken abgesetzt wurden.Der Sturz von Bo ist eine gute Nachricht.






  • Also bitte auf dem Boden bleiben.

    wie Big Brother den Herrn Wulff abgesägt hat, ist auch nicht besser, als es gerade die Chinesen machen.

    (...)

    Wenn man im Glashaus sitzt, sollte man besser nicht mit Steinen werfen.
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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