Samaras

Austritts-Debatte „muss aufhören“

Antonis Samaras wirbt für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Das Land könne durch harte Arbeitet gerettet werden, doch dafür müsse das Gerede über ein Ausscheiden aus der Euro-Zone aufhören.
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Der griechische Premierminister, Antonis Samaras. Quelle: dapd

Der griechische Premierminister, Antonis Samaras.

(Foto: dapd)

ParisKurz vor seinen Gesprächen in Berlin und Paris hat der griechische Regierungschef Antonis Samaras nachdrücklich dazu aufgerufen, das Gerede über ein Ausscheiden seines Landes aus der Eurozone zu beenden. "Wie kann man privatisieren, wenn jeden Tag europäische Verantwortungsträger über 'ein potenzielles Ausscheiden Griechenlands aus der gemeinsamen Währung' spekulieren?", sagte Samaras der französischen Zeitung "Le Monde" vom Freitag. Er fügte hinzu: "Das muss aufhören."

Wenn Griechenland seine Reformen umsetze und "seinen Arbeit" tue, dann könne das Land gerettet werden, sagte Samaras weiter. Wenn Griechenland gerettet werde, dann zeige das wiederum, dass Europa stark und fähig sei, seine Probleme erfolgreich zu meistern. Dagegen sei ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum "verheerend" für sein Land und "schädlich" für ganz Europa. Die dann folgenden sozialen Verwerfungen in Griechenland könnten "sehr ansteckend" auch für andere europäische Länder werden. Zusammen mit der Instabilität im Nahen Osten könnte dies ein "geopolitischer Alptraum" werden.

Samaras wiederholte, dass er auf einen Aufschub für sein Land bei den strengen Sparauflagen hoffe, um die in der Rezession steckende Wirtschaft wieder in Schwung bringen zu können. Der griechische Ministerpräsident trifft am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin und am Samstag den französischen Präsidenten François Hollande in Paris. Frankreichs Staatschef spricht bereits am Donnerstagabend mit der Kanzlerin.

  • afp
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7 Kommentare zu "Samaras: Austritts-Debatte „muss aufhören“"

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  • Sehr richtig. Und was macht die sogenannte Opposition im deutschen Bundestag, nämlich SPD/Grün? Sie hält dem Erzmachiavellisten und politischem Spieler Samaras noch das Händchen und findet alles gut was dieser Herr an taktischen Spielchen, Zeitverzögerungen und milliardenschweren "Zwischenlösungen" so alles aus dem Hut zaubert.
    Einfach widerlich.
    Da ist sogar die Linke noch glaubwürdiger, die konsequente Höchstbesteuerung der krisengewinnenden griechischen Millionäre fodert samt ihren Immobilien in Berlin und London und ihren millionenschweren Depots in der Schweiz.


  • Samaras greift zur bekannten Balkanrethorik, versucht leicht durchsichtige, schlüpfrige Drohkulissen aufzubauen und sein bewährtes Hütchenspiel durchzuziehen.

    Zu durchgreifenden Reformen ist dieser Politiker mit Anhang dickbäuchiger, gefrässiger Kleptokraten nicht fähig. Die Mafia zieht die Fäden, nicht der politische Puppenspieler Samaras und Co.

    Ein Neuanfang ist nur mit der bisher ausgebooteten kritischen GR Wählerschaft möglich, diese muss sich allerdings erst mutig formieren. Nicht einfach bei den (Macht)Verhältnissen. Wir "dealen" mit Kriminellen, nicht mit überforderten Politikern.

  • Einigermaßen glaubwürdig wäre der "Fuchs" Samaras, wenn er ohne wenn und aber sagen würde, wir machen "es" und zwar ohne Zeitverzögerung und Zeitschinderei.
    So spielt er das alte Spiel der Hinhaltetaktik und Geldschneiderei ohne eingegangene Verpflichtungen punktgenau einhalten zu wollen. Wenn man jetzt nachgibt wird man sich in eine Lage versetzt sehen in ein paar Monaten wieder nachgeben zu müssen.
    Die absolute Grenze ist erreicht. Es gibt kein sowohl als auch mehr, sondern nur noch ein "knallhartes" entweder
    oder. Merkel/Schäuble würden sich in jeder Beziehung lächerlich machen, ließen sie sich auf das Spiel des Herrn Samaras ein. Punkt!

  • Aber Herr Samaras!

    Das "Gerede" wird erst dann aufhören, wenn Griechenland seinen Verpflichtungen nachkommt.

    Und zwar pronto subito!

  • Der Druck und die Debatte muss verstärkt werden. Alternativlos wäre aber auch der Austritt Deutschlands aus der Fiat-Währung.

  • Es ist eine Unverfrorenheit, eine Beziehung zwischen den nicht erfolgten Privatisierungen und den Debatten über einen möglichen Austritt GR’s zu konstruieren.
    Die Privatisierungen sind innerhalb GR’s nicht politisch durchsetzbar – die Opposition sowie die Gewerkschaften drohen schwerste Konsequenzen an für den Fall, dass es zu Privatisierungen käme.
    Es gibt auch keine Investoren. Und auch das hat nichts mit den Austritts-Debatten zu tun. Es hat damit zu tun, dass ausländische Investoren in GR sehr schlecht behandelt werden. Sie warten monate- manchmal gar jahrelang auf Genehmigungen und müssen an vielen stellen Fakelaki bezahlen. Außerdem missbrauchen die Gewerkschaften ihre Macht. Es wird wegen jeder Kleinigkeit gestreikt, so dass es für den Unternehmer zu nicht kalkulierbaren Risiken kommt.
    Die Drohung, es gäbe u.U. eine starke Ansteckungsgefahr und besonders im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten bahne sich da ein „geopolitischer Albtraum“ an, zieht hoffentlich nicht mehr bei unseren Politikern. Denn ganz real befinden wir uns bereits inmitten eines finanzpolitischen und währungspolitischen Albtraums, und zwar bereits ganz ohne den Nahen Osten.

  • Tja...wir sind mit dem Euro einfach erpressbar geworden! Das hat so auch keiner bei der Einführung vor 10 Jahren gesagt...

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