Samaras trifft Merkel in Berlin Der Griechen-Austritt kann kommen

Der griechische Premier will heute bei der Kanzlerin um Zugeständnisse bitten. Ob ihm diese gewährt werden, ist fraglich. Da nützen auch Drohungen nichts. Die Euro-Retter sind bereits für das Schlimmste gewappnet.
Update: 24.08.2012 - 09:03 Uhr 70 Kommentare
Eine zerfledderte griechische Nationalflagge neben einer EU-Flagge. Quelle: dpa

Eine zerfledderte griechische Nationalflagge neben einer EU-Flagge.

(Foto: dpa)

BerlinDie Griechenland-Debatte erreicht heute einen neuen Höhepunkt – bei einem Spitzentreffen in Berlin. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras kommt  um die Mittagszeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Der Grund seines Besuches ist klar. Samaras will um einen Aufschub bei den Sparvorgaben für sein krisengeschütteltes Land bitten. Merkel lehnt allerdings Lockerungen bei den Reformauflagen sowie ein drittes Hilfspaket bisher ab.

Berlin ist ohnehin im Vorteil, da inzwischen keine Drohung mehr aus Athen für Aufregung sorgen kann. Die Folgen eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone, die Samaras erst diese Woche in düstersten Farben dargestellt hat, haben die Euro-Retter längst auf ihrer Krisenagenda.

Kein Wunder also, wenn jetzt auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) erklärt, dass die europäische Währungsunion einen Austritt Griechenlands aus dem Euro verkraften würde. Er gehe davon aus, "dass es für den Euro kein Problem wäre", sagte Kauder im ZDF-"Morgenmagazin". Mit den Rettungsschirmen habe die Währungsunion "erhebliche Möglichkeiten, damit eine Ansteckung nicht stattfindet".

Ähnlich hatte sich vor kurzem auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) geäußert, als er sagte, einen Griechen-Exit habe längst seinen Schrecken verloren. Damals hatte Rösler viel Kritik einstecken müssen.

Nun ist es so, dass die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen Griechen-Exit sogar schon konkreter sind als bislang bekannt. Wie die "Financial Times Deutschland" aus dem Bundesfinanzministerium erfuhr, befasst sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Staatssekretär Thomas Steffen mit den Folgen eines möglichen Austritts für Deutschland und den gesamten Währungsraum. "Die Kollegen stellen Berechnungen über die finanziellen Folgen an und überlegen, wie sich ein Dominoeffekt auf die anderen Euro-Staaten verhindern lässt", hieß es im Ministerium.

Ein Sprecher von Minister Wolfgang Schäuble sagte der Zeitung: "Es gibt einen Arbeitsstab, der sich schwerpunktmäßig um die Staatsschuldenkrise kümmert." Es sei richtig, dass sich eine Regierung auf alle Szenarien vorbereite, auch auf unwahrscheinliche.

Ähnliches gilt schon für die gesamte Euro-Zone. Das hatte am vergangenen Wochenende die „Welt am Sonntag“ berichtet. Demnach laufen derzeit Vorbereitungen für einen möglichen Griechenland-Austritt aus der Euro-Zone. Der dauerhafte Rettungsschirm ESM könnte demnach in einer Allianz mit der Europäischen Zentralbank (EZB) Staatsanleihen von Italien und Spanien kaufen und diese Länder so stützen.

Bei Irland und Portugal werde geprüft, ob die laufenden Rettungsprogramme aufgestockt werden müssten, um die Staaten vor den Auswirkungen einer Griechenland-Pleite zu schützen. Bevor der ESM eingesetzt werden kann, muss jedoch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts am 12. September abgewartet werden.

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70 Kommentare zu "Samaras trifft Merkel in Berlin: Der Griechen-Austritt kann kommen"

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  • Würde der griechische Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Griechenland hätte dann einfach keine Schulden und wir keine Krise.

    Aber so verdienen immer nur die Banken auf Kosten der Steuerzahler. Ein einzigartiges Betrugssystem.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt.

  • @Anonym
    Der € geht nicht kaputt, weil NICHT gerettet wird.
    Er geht kaputt, WEIL gerettet wird.

  • Bitte mal googeln. Die Medien sind voll von Infos darüber. Überall wird nacktes Entsetzen verbreitet. Sie werden es bestimmt finden.

  • Wir können uns als alternde Gesellschaft keinen schmarotzenden Hängemattenspezialisten auf Dauer leisten: unsere Infrastruktur geht den Bach runter, die Kommunen ächzen unter den Sozialleistungen, für Innova-tionen, Erziehung, Investitionen im eigenen Land fehlt Geld, trotz sprudelnder Überplan-Steuereinnahmen gibts Neuverschuldung. Und an die Rückzahlung von Staats-schulden denkt D genausowenig wie GR... Oder wären Sie bereit, für die von Ihnen angeregte Daueralimentation einen doppelt so hohen "Solidaritätszuschlag" auf Ihre Steuern wie bislang zu bezahlen??? Ich nicht, solange die Not hierzulande so groß ist, weil unsere Politiker nicht mit Geld umgehen können (vgl Elbphilharmonie, Berliner Flughafen, Nürburgring, um nur die größten Klopse zu nennen).

  • Dann zocken die Griechen: Wollen unser Geld, aber keine Sicherheiten rausgeben, wie z.B. Konzessionen, um diese Rohstoffe zu gewinnen.

  • Der EURO ist das Problem!Prinzipiell sind mittlerweile die Mehrheit aller Politikeräusserungen gezielte Desinformation,Lügen und Täuschung der Öffentlichkeit. Kann mir mal jemand erklären welcher Währungsverbund in der Geschichte überlebt hat? Wer würde einen Vertrag (ESM) unterschreiben bei dem es keine Austrittsklausel gibt, oder ist dieser Vertrag auch nicht das Papier wert (siehe Maastricht) auf dem er steht? Es wird Zeit das der deutsche Steuerbürger sich wehrt. Geht auf die Straße, wir sind das Volk !!

  • Mittlerweile lehnt eine Mehrheit des deutschen Volkes den Euro und die zentralistische Brüsseler Eurodiktatur ebenso ab.

    Mittlerweile?

    Was dachten Sie, warum die Deutschen NIE über die EU-Zugehörigkeit abstimmen durften?!

    Eine Mehrheit der Deustchen war schon von Anfang an dagegen und wäre auch nicht bereit gewesen, die D-Mark gegen diesen schmierigen Euro zu tauschen!
    Aber wir sind nicht souverän! Wir haben keine eigene Verfassung, nicht einmal einen Friedensvertrag und unsere besten Freunde sind die Feinde (von gestern)!

  • Genau so wird es kommen!
    Wir werden uns noch gehörig umsehen, was das tatsächlich für uns bedeutet!

  • Die SPD unter Gummistiefel Schröder hat auch die Angenda 2010 hervorgebracht. Damals strich Schröder einfach mal so eben sämtliche sozialen Errungenschaften der Arbeitnehmer der letzten Jahrhunderte weg und schmiss sie locker, kurz und bündig in den Müll der Geschichte!
    Seither sind die Arbeitnehmerrechte bis zum geht nicht mehr ausgehöhlt!
    Selbst vor dem Arbeitsgericht muss ein Arbeitnehmer, der seinen Prozess gewinnt, diesen selbst bezahlen!!!!!

  • Wenn wir nicht den Mut haben, eine der kleinsten Volkswirtschaften Europas über Wasser zu halten, traut uns auch niemand mehr zu, die größeren zu retten.

    Typisch einer, der zu dem ESM auch schlaftrunken JA gesagt hat oder irre ich mich da?

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