San Bernardino

Schießerei mit zahlreichen Toten in Kalifornien

Bei einer Massenschießerei in Kalifornien starben mindestens 14 Menschen. Zwei Verdächtige kamen bei einer folgenden Verfolgungsjagd und einem Feuergefecht mit der Polizei ums Leben. Die Hintergründe der Tat sind unklar.
Update: 03.12.2015 - 08:17 Uhr

Amoklauf in Behinderteneinrichtung: Täter schossen mit Sturmgewehren

San Bernardino/WashingtonSchwerbewaffnete Angreifer haben an einer Behinderteneinrichtung in Kalifornien ein Blutbad mit 14 Toten angerichtet und mehr als ein Dutzend Menschen verletzt. Zwei Verdächtige – ein Mann und eine Frau – seien bei einer anschließenden Verfolgungsjagd und einem Feuergefecht mit Beamten umgekommen, teilte die Polizei mit. Ihr Tatmotiv sei noch unklar. Das FBI prüfe neben einem möglichen gewaltsamen Arbeitsplatzdisput auch einen möglichen terroristischen Hintergrund, sagte ein Sprecher. Präsident Barack Obama beklagte die grassierende Waffengewalt im Land und mahnte entschiedene Gegenmaßnahmen an.

Die Schießerei ereignete sich am Mittwoch gegen 11 Uhr (Ortszeit) in der rund 100 Kilometer östlich von Los Angeles gelegenen Stadt San Bernardino im Inland Regional Center, einer Einrichtung, die entwicklungsgestörten Menschen hilft. Doch galt die bewaffnete Attacke nicht behinderten Bürgern, sondern Mitarbeitern des örtlichen Gesundheitsamts, die auf dem Gelände einen Raum für ein Festessen gemietet hatten.

Stunden der Angst in San Bernardino
Erste Hilfe
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Reglos liegt der Körper auf dem Asphalt in einer Blutlache. Mitten in einer Wohnsiedlung im kalifornischen San Bernardino.

Schwere Geschütze
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Auf der anderen Straßenseite haben gepanzerte Mannschaftswagen einen von Kugeln durchsiebten, schwarzen Geländefahrzeug eingeklemmt. Hubschrauber kreisen, die Blaulichter Dutzender Polizeiwagen blitzen.

Stundenlange Tragödie
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Die aus Hubschraubern gefilmten Aufnahmen der TV-Sender gleichen auf erschreckende Weise dem Höhepunkt eines Actionfilms. Doch das Drama von San Bernardino ist Realität, die erschreckende Szene am Shedden Drive nur ein Kapitel einer stundenlange Tragödie in der Stadt mit 215.000 Einwohnern.

14 Tote, 17 Verletzte
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Kurz zuvor hatten hier offenbar drei Täter Augenzeugen zufolge mit Skimasken und Schutzbekleidung in einer Behinderteneinrichtung das Feuer eröffnet. Vorläufige Bilanz: 14 Tote und 17 Verletzte, mindestens zwei davon schweben in Lebensgefahr.

Zoff auf einer Feier?
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Möglicherweise war es Zoff bei einer Feier im Inland Regional Center, der einen der Täter zu dem Blutbad bewegte, wie Polizeichef Jarrod Burguan sagt. Die Einrichtung wurde wohl nicht direkt angegriffen, sondern ein an Behördenmitarbeiter vermieteter Raum.

Bewaffnete Begleiter
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„Es gab irgendeine Art von Streit“, sagt Burguan. Nach diesem soll ein Mann die Feier verlassen haben – und kehrte offenbar mit zwei bewaffneten Begleitern zurück.

Willkürlicher Angriff
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„Alle fielen auf den Boden“, berichtet die 27 Jahre alte Denise Peraza Angehörigen zufolge. „Die Typen eröffneten für 30 Sekunden willkürlich das Feuer und hörten dann auf, um nachzuladen.“ Zwei von ihnen tragen schwarze Militärkleidung. Peraza versteckt sich unter einem Tisch und wird in den Rücken getroffen. Dann wird es ruhig.

Zeugen hätten ein bis drei Schützen gesehen, die das Inland Regional Center gestürmt und geschossen hätten, sagte Polizeisprecherin Vicki Cervantes. Laut Polizeichef Jarrod Burguan gingen die Angreifer professionell und zielgerichtet vor. „Sie kamen vorbereitet, um das zu tun, was sie taten, als ob sie auf einer Mission wären“, sagte er.

Ein Vertreter der Sozialeinrichtung sagte CNN, zum Zeitpunkt des Angriffs habe dort eine Feier der Gesundheitsbehörden des Landkreises stattgefunden. Nach dem Angriff wurden Schulen und Verwaltungsgebäude in der Region geschlossen. Auch die Krankenhäuser wurden alarmiert.

Durch den aus drei Gebäuden bestehenden Komplex hallten Schüsse. Etliche Menschen verbarrikadierten sich in ihren Büros und warteten verzweifelt auf Hilfe der Polizei. Einige schickten ihren Angehörigen SMS-Nachrichten oder schilderten ihnen am Telefon flüsternd das Geschehen. Zeuge Terry Petit sagte, er habe nach den ersten Schüssen eine SMS von seiner Tochter bekommen, die in dem Gebäude arbeitet. Sie lautete: „Leute angeschossen. Im Büro, warte auf die Polizei. Betet für uns. Ich bin im Büro eingeschlossen.“ In der Nähe des Tatorts war zu sehen, wie einige Personen auf fahrbaren Krankentragen weggerollt wurden, andere liefen rasch davon oder wurden von Beamten weggeführt.

FBI-Agenten und andere Beamte drangen ins Gebäude ein und suchten Raum für Raum nach den Angreifern ab. Umliegende Geschäfte, Bürogebäude und mindestens eine Schule wurden abgeriegelt, Straßen wurden gesperrt.

Rund vier Stunden später rückten Beamte an einem Haus im Nachbarort Redlands an, wo sie einen verdächtigen dunklen Geländewagen wegfahren sahen. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Dabei verunglückte der Wagen, woraufhin es zu einem Feuergefecht zwischen Insassen und Beamten kam. Die Verdächtigen wurden getötet, ein Beamter leicht verletzt.

Die beiden Toten hätten ein Gewehr und eine Handfeuerwaffe bei sich gehabt und Kampfmontur mit Munitionswesten getragen, sagte Agentin Meredith Davis von der Polizeibehörde ATF, die unter anderem für die Bekämpfung des Schmuggels von Waffen und Sprengstoff zuständig ist.

Am Regional Inland Centre wurde ein Sprengsatz gefunden, um den sich ein Bombenentschärfungskommando kümmerte. Bei der Verfolgungsjagd schleuderte das Paar zudem eine Bombenattrappe aus dem Wagen, sagte Davis.

„Wir brauchen strengere Waffengesetze“
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