Sanierung
Briten und Spanier wollen nicht für Opel zahlen

In wenigen Tagen soll der Kaufvertrag für Opel unterzeichnet werden. Er steht und fällt mit den Staatshilfen, an denen sich auch Spanien und Großbritannien beteiligen sollen. Doch deren Regierungen wollen eine Sanierung vorerst nicht mittragen. Sie sorgen sich um die Standorte in ihren Ländern.
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HB BERLIN. Wie die spanische Zeitung "El Mundo" berichtete, hält es die Madrider Regierung für inakzeptabel, dass ein Teil der Opel-Produktion aus dem Werk Saragossa nach Eisenach verlagert werden soll. Spanien fordert von Magna eine Standort-Garantie für das Werk.

Industrieminister Miguel Sebastian erklärte in Berlin: "Spanien will keine Geschenke." Der Magna-Plan müsse aber nachhaltig und profitabel sein. Er sei sicher, dass dafür auch das spanische Werk gebraucht werde. Sebastian sprach am Freitag mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) über die Opel-Rettung.

Zuvor hatte der spanische Minister in einem Schreiben an Guttenberg laut "Süddeutscher Zeitung" erklärt, der Magna-Plan sichere nicht das langfristige Überleben Opels. Die für kommende Woche geplante Unterzeichnung des Kaufvertrages sei übereilt, da "mehr Zeit benötigt wird, um die Unterstützung aller Länder, insbesondere Spaniens, zu sichern".

Die britische Regierung lässt die Pläne des Autozulieferers Magna für die Marken Opel und Vauxhall nochmals durchleuchten. Wie der "Daily Telegraph" berichtete, hat Wirtschaftsminister Peter Mandelson die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC mit einer erneuten Prüfung beauftragt. Die Zeitung zitierte den Minister mit den Worten, die Magna-Pläne wiesen Mängel auf und könnten nicht unterstützt werden.

Auch bei den Briten herrscht die Sorge, Opel könne auf Kosten von Vauxhall saniert werden. Sollte Großbritannien den Einstieg von Magna und der russischen Sberbank bei Opel nicht unterstützen, würden nach Angaben der Zeitung 400 Millionen Pfund (433,3 Millionen Euro) fehlen. Die übrigen europäischen Opel-Standorte müssten einen entsprechend höheren Anteil übernehmen.

Die Bundesregierung gab sich nach den Gesprächen mit Vertretern dieser Länder im Wirtschaftsministerium aber optimistisch, dass diese sich an den zugesagten Krediten und Bürgschaften von 4,5 Milliarden Euro beteiligen werden. Die Verhandlungen über die Lastenverteilung seien "konstruktiv" gewesen, hieß es in Regierungskreisen.

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