Sanktionen des Westens

Warum wir die Russland-Krise fürchten müssen

Mit seinen Wirtschaftssanktionen wollte der Westen Russland hart treffen. Nun steht das Land vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Die Bürger sind geschockt. Doch auch Deutschland hat viel zu verlieren.
Update: 17.12.2014 - 20:23 Uhr 61 Kommentare

Kaufpanik in Russland: Menschen fürchten um Erspartes

Berlin/DüsseldorfDie Bilanz des schwarzen Dienstags für Russland ist verheerend. Um zeitweise 20 Prozent brach die russische Währung ein. Die Bürger reagierten schockiert auf den Absturz: „Die Lage im Land ist völlig instabil, das macht große Angst“, sagte eine Bankkundin, die in Moskau vor ihrem Kreditinstitut Schlange stehen musste. Innerhalb weniger Stunden haben Regierung und Zentralbank so viel Vertrauen verspielt, dass manche einen wirtschaftlichen Kollaps Russlands nur noch für eine Frage der Zeit halten.

Auf den ersten Blick scheint ein solcher wirtschaftlicher Kollaps dem Westen durchaus in die Hände zu spielen. Am selben Tag, als der Rubel eingebrochen ist, verkündete das Weiße Haus, US-Präsident Obama wolle neue Sanktionen gegen Russland verhängen und die Ukraine militärisch unterstützen will. Obama werde trotz Bedenken einen bereits vom Kongress gebilligten Gesetzesentwurf unterschreiben, kündigte das Weiße Haus an.

Das Gesetz sieht Sanktionen gegen den staatlichen Rüstungskonzern Rosoboronexport und andere russische Verteidigungsunternehmen vor, die mit Unruhen in der Ukraine, Moldau, Georgien und Syrien in Verbindung gebracht werden. Außerdem würde Obama auch die Befugnis geben, die Ukraine militärisch zu unterstützen, unter anderem mit Panzerabwehrgeschossen, Radar und Drohnen.

Das zeigt, wie gefährlich der Konflikt mit Russland ist. Eine massive Wirtschaftskrise in Russland könnte die Gefahren allerdings noch verschärfen. Gerade Deutschland hätte dabei viel zu verlieren. Dafür gibt es sechs Gründe.

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61 Kommentare zu "Sanktionen des Westens: Warum wir die Russland-Krise fürchten müssen"

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  • Lieber Herr Winter, ich kann Ihnen absolut nicht zustimmen, ich lebe seit 4 Monaten in Kiew und darf Sie beruhigen, die Ukraine ist in der Hand von Oligarchen und korrumpierten und USA-hörigen Besserwissern und skrupelloser Verbrecher, bis in die höchsten Verwaltungsebenen. Also Sie dürfen ganz beruhigt sein, es ist nicht die "Pranke" Putins , eher andere schlimme Finger....

  • Bravo, Frau Merker, aber bei dem Wahlsystem kann man praktsch wählen, was man will, kommt immer derselbe Mist raus....Eine Volksbefragung zu wichtigen Themen, wie Euroeinführung, Bankenrettungen, Beitritt zu Freihandelszonen ( die Bezeichnung ist schon geistiges Verwirrspiel ), das wäre mal gelebte Demokratie...

  • Stimmt. Nur verbrannte Erde hier in Deutschland...

  • Wieso aussitzen? sanktionen zu verhängen ist doch das gegenteil von "Aussitzen".

  • Warum wir die Russland-Krise fürchten müssen

    ............................................

    Die Ängste der EU dass der Rubel zerschlagen wird...

    hängt doch nur damit zusammen dass...

    DANN DER " GOLD-WÄHRUNG " BEDEUTUNG GESCHENKT WIRD...

    als darauf folgende Währung...

    UND DANN IST DABEI RUSSLAND AN DER SPITZE...

    weil Russland mehr Gold...mehr Diamanten hat...

    mehr Platin...und mehr andere Edelmetalle hat ...

    als diese heutige EU von nur EU-Politiker dass außer

    ein großes Mundwerk nichts an Lösungen anzubieten haben.


    WO LIEBE " EU " BEFINDET SICH EUROPA ZUM AKTUELLEN ZEITPUNKT ?

    WIE HOCH IST DIE NOCH NICHT REAL ANGEGEBENE

    EU-ARBEITSLOSIGKEITSZAHLEN ???

    ===> HÖHER ALS 35 MILLIONEN EU-ARBEITSLOSEN...

    PLUS ALL DIE ARBEITSLOSEN DIE NICHT GEMELDET SIND AN DIE STATISTIKEN...WEIL DIESE NIRGENDS AN WELCHE BEZÜGE AUS STAATSKASSEN GEKOPPELT SIND !!!

    Na EU...bist so Klug...auf was wartest DU ?????








  • Aufgewacht - die Sonne lacht.

    Man sollte sich nicht vom westlichen System einreden lassen das Geld und Wirtschaftswachstum alles wäre. Für manche Gierhälse, viele davon im Westen, ist das das Leben. Aber mal ehrlich, Leben sieht anders aus. Die Menschen werden bleiben. Die Wirtschaft geht mal auf- mal abwärts. Der Mensch passt sich an. Es geht weiter. Die Russen werden ihren Weg finden. Sie wissen nun, das sie sich auf die meisten anderen Europäer nicht verlassen können. Viele andere Länder der Welt sehen die Aggression gegen Russland und werden sich auch neu aufstellen. Europa und USA haben einen Wirtschaftskrieg angefangen. Sie werden dafür bezahlen, früher oder später. Länder die westeuropäische System genutzt haben, für Geldgeschäfte, für Kommunikation, Klärung von Rechten, werden nun eigene Systeme aufbauen. Das kostet Zeit und Geld. Aber die Sanktionen motivieren sich abzukoppeln. Mit dem Austritt aus den westlichen Systemen wird die Überwachung und die Einflussnahme auf diese Länder schwieriger bzw. unmöglich. Der Einfluss US-Westeuropas wird schwinden. Ein Bärendienst von Tölpel Obama.

  • @ Norbert Wolter

    Was fand zuerst statt?
    Das NATO-Manöver im schwarzen Meer oder russische Schiffe im Ärmelkanal?

    Übrigens schienen ein paar Amerikaner von einem dieser alten Flugzeuge ziemlich beeindruckt zu sein. Besonders nachdem die Russen mithalfen das Manöver etwas realistischer zu gestalten und ein amerikanisches Schiff überflogen.

  • @ Robert Behrendt

    Bis jetzt platzen die Kredite der US-Fracking-Produzenten nicht. Exxon Mobile hat nur 10% Kursverlust.

    Aus irgendeinem Grund wusste das amerikanische Energieministerium noch vor 12 Monaten nichts von einem Energieüberschuss. Man glaubte dass der Preis bis 2020 auf 90 Dollar sinken würde.

    Und plötzlich kündigt Saudi-Arabien Fördermengenerhöhung an. Dass man noch bei 30 Dollar profitabel fördern könne. Dass man zum ersten Mal seit 40 Jahren keine OPEC-Preisestabilisierungsmaßnahmen unterstützen werde.

  • @ Robert Behrendt

    Seit die Presse einen unbequemen Bundespräsidenten mit übertriebenen Vorwürfen zum Rücktritt getrieben sehe ich deren Rolle etwas kritischer.

    Presstitutes ist in den USA die Übersetzung von Pressehuren. Wann immer man das Volk von der Notwendigkeit überzeugen muss sein Blut und Vermögen zu opfern kommt die große Stunde dieses Klientels.

  • "...Warum wir die Russland-Krise fürchten müssen..."
    Zustände wie im Irrenhaus.
    Erst Konflikte erzeugen und monatelang anheizen, und dann auf einmal Bestürzung heucheln. Was ist nur aus den Menschen geworden ...

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