Sanktionen gegen Kadyrow-Galopper
Rennpferd von Putin-Statthalter darf nicht starten

Diskriminierung eines Pferdes: Das wirft Tschetscheniens Herrscher Kadyrow Deutschland vor. Dessen in Köln trainierter Galopper darf wegen der Sanktionen gegen Russland nicht starten. Seine Preisgelder liegen auf Eis.
  • 6

Moskau/DüsseldorfDeutschland und die Europäische Union diskriminieren ein unschuldiges Rennpferd und machen es zum Sündenbock für Putins Ukraine-Politik. „Bei allen Pferdeherden der Welt“ erfordere das eine Entschuldigung: So sieht es Tschetscheniens Oberhaupt Ramsan Kadyrow, der Statthalter des Kremlchefs in Grosny. Denn sein Galopper Zazou darf nicht mehr starten, Kadyrow die erlaufenen Prämien nicht mehr einstreichen – wegen der von der EU gegen Russland verhängten Sanktionen.

Das Pferd hat für seinen Besitzer bereits hohe Preisgelder erlaufen. Beim Dubai World Cup 2012 lief Zazou auf Platz fünf. Allein das waren 300.000 US-Dollar Prämie. Noch Ende August etwa gewann Zazou ein Rennen in Baden-Baden (5.500 Euro), Anfang Oktober sprintete er beim „Großen Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf“ auf den dritten Platz (2.000 Euro).

Insgesamt hat das Pferd, das in Köln trainiert wird, laut Platzierungslisten bereits mehr als 1,3 Millionen Dollar erlaufen. Die EU fror Ende Juli allerdings alle Vermögenswerte Kadyrows ein – und dazu zählt auch das erfolgreiche Rennpferd. Gesperrt ist nicht nur Zazou. Auch Kadyrows Rennpferd Dashing House darf nicht mehr starten.

Der russische Provinzfürst hat nun reagiert: Zazou habe sein Preisgeld „mit ehrlicher Arbeit und schnellen Hufen“ verdient, sei aber zum Sündenbock gemacht worden, nur weil sein Besitzer auf der Sanktionsliste stehe, schrieb Kadyrow ironisch auf Instagram, wie das deutschsprachige Portal RIA Novosti berichtet.

„Zazou möchte nur eins: friedlich leben, Hafer fressen, rennen und Menschen Freude bereiten“, so Kadyrow weiter. Die Freiheitsbeschränkung für das sieben Jahre alte Galopprennpferd sei eine Schande für Deutschland und müsse aufgehoben werden. „Wir sind uns dessen sicher, dass sie sich bei Zazou, und allen Pferdeherden der Welt entschuldigen und den Pferden wegen immateriellem Schaden und Diskriminierung Millionenentschädigungen zahlen werden“.

Seite 1:

Rennpferd von Putin-Statthalter darf nicht starten

Seite 2:

Liebe zu schnellen Pferden – und schnellen Autos

Kommentare zu " Sanktionen gegen Kadyrow-Galopper: Rennpferd von Putin-Statthalter darf nicht starten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Endlich sind Vollblutzucht und Rennen im Handelsblatt angekommen. Vielleicht der Anfang einer langen und intensiv beschriebenen Leidenschaft?

  • Was hat denn nun der Kadyrow in Sachen Ukraine persönlich verbrochen, außer generell ein Schlitzohr zu sein, dass sein Gaul nicht mehr rennen darf?

    Mamma Merkel mit dem erhobenen Zeigefinger will eben grossen Jungs ihren Spaß verderben.

    Das läßt tief blicken. "lo"

  • Der Pferd heißt Pferd, weil er fährt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%