Sanktionen gegen Kairoer Führung
EU erwägt Einfrieren von Hilfsmilliarden

In Ägypten regiert die Gewalt. Die Europäer wollen dem Blutvergießen am Nil nicht tatenlos zuschauen, die EU diskutiert das Einfrieren von Hilfsmilliarden. Indes steht Ex-Präsident Mubarak vor der Freilassung.
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KairoDie EU will handeln, um die gefährliche Ägyptenkrise möglichst zu entschärfen. Zu den Optionen gehören der Stopp von Waffenexporten oder die Sperrung milliardenschwerer Finanzhilfen und Kredite. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton will am Mittwoch bei einem Sondertreffen der europäischen Außenminister dazu Vorschläge machen.

Der EU-Sonderbeauftragte Bernardino Leon sagte am Montag in Brüssel nach Krisenberatungen der ständigen EU-Vertreter: „Heute wurden keine Optionen ausgeschlossen.“ Von Sanktionen sei aber keine Rede gewesen. „Wir sind überzeugt, dass eine politische Lösung möglich ist“, sagte er mit Blick auf den blutigen Konflikt in dem arabischen Land. Es sei an den Außenamtschefs, über Schritte der EU zu entscheiden - wie diese aussähen, sei schwer vorauszusehen.

Saudi-Arabien will Ägypten im Falle einer Aussetzung von Finanzhilfen durch den Westen zur Seite springen. „Die arabischen und muslimischen Staaten sind reich... und werden sich nicht davor scheuen, Ägypten ihre helfende Hand zu reichen“, sagte der saudi-arabische Außenminister Prinz Saud al-Faisal am Montag. Angesichts der Gewaltwelle in Ägypten stellen viele Länder, darunter auch Deutschland, ihre finanzielle Unterstützung für das nordafrikanische Land auf den Prüfstand.

Leon äußerte sich nicht im Detail zu Ashtons geplanten Vorschlägen. Debattiert wird laut Diplomaten, wirtschaftlichen Druck auszuüben. Die Union hatte dem krisengeschüttelten Land im vergangenen Jahr ein Hilfspaket von insgesamt fünf Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Dem Vernehmen nach wird aber zur Zeit kaum Geld ausgezahlt, da entweder die Bedingungen nicht erfüllt sind oder die Ägypter keine Anträge stellen. Die EU und das arabische Land sind seit 2004 über ein Assoziationsabkommen verbunden.

Kommentare zu " Sanktionen gegen Kairoer Führung: EU erwägt Einfrieren von Hilfsmilliarden"

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  • Wieso erhalten und erhielten diese Länder Geld aus der EU?
    Was it das für ein Blödsinn.
    Es wird höchste Zeit, das Europa mal wider zur Vernunft kommt.
    Wenn dort Bürgerkrieg herrscht, haben wir uns nicht einzumischen.
    Man kann höchstens etwas helfen auf menschlicher Ebene, was ja bereits Hilfsorganisationen tun
    Wenn bei uns Bürgerkrieg wäre, hat sich auch kein anderes Land einzumischen

  • mmnews_de
    völlig richtig

  • Es gibt auf der Welt kein Islamisch geprägtes Land, wo die Bevölkerung durchgehend gebildet ist. Meist ist es nur die
    Führungselite und die passt auf, dass es so bleibt. Denn eine
    gebildetet Bevölkerung wird eines Tages den Islam in Frage stellen oder vernachlässigen. Wie bei uns das Christentum.Die Kirchen sind leer.

    Darum läuft auch in Deutschland eine Rückbildung, da der Islam hier stark verankert ist und so bleiben soll.

    Solange nur Waffen geliefert werden und nicht Geld für Bildung, wird immer der Koran den Takt angeben. Meist wie auf der Welt zusehen,mit Mord und Totschlag.

    Selbst in der Türkei werden die gebildeten und modernen Türken von Erdogan Truppen niedergeknüppelt.

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