Sanktionen gegen Russland

Aufstand der Oligarchen?

Der Westen zeigt Russland die Zähne: Die harten Sanktionen zielen auf „ Kumpane und Oligarchen “ im Umfeld Putins. Ihnen drohen Milliarden-Verluste. Werden sie Putin stoppen?
36 Kommentare

Gabriel: Frieden wichtiger als Wirtschaftspolitik

Beim Geld hört die Freundschaft auf – das Sprichwort gibt es so ähnlich auch in der russischen Sprache („družba družboj, a denežki vroz'“). Es umschreibt ziemlich genau die Strategie, die der Westen im Konflikt mit Russland verfolgt. Sanktionen zielen auf das Vermögen der schwerreichen russischen Oligarchen ab – in der Hoffnung, dass diese aufbegehren und dem Kreml ihre Gefolgschaft verweigern.

„Vor allem müssen wir die Oligarchen treffen”, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel an diesem Mittwoch in einem Interview. Auf ihren Schultern stehe die russische Politik. „Wir müssen ihre Konten in den europäischen Hauptstädten einfrieren und ihre Einreiseerlaubnisse widerrufen.“ Die Strafmaßnahmen wirkten sich zwar auf die europäische Wirtschaft aus. Aber Europa dürfe nicht aus Angst vor Einbußen tatenlos Bürgerkrieg und Tod von Unschuldigen zusehen.

Auch der britische Premier David Cameron erklärte, Ziel von Sanktionen sollten insbesondere „die Kumpane und Oligarchen“ im Umfeld Putins sein. Die Europäische Union fordert von Russland, im Konflikt in der Ostukraine auf prorussische Separatisten einzuwirken und sie nicht mit Waffen oder Kämpfern zu unterstützen. Die Regierung in Moskau hat wiederholt zurückgewiesen, die Rebellen direkt zu unterstützen.

Die sogenannten Oligarchen und Superreiche machen in Russland nicht mehr als zwei Prozent der Bevölkerung aus, kontrollieren aber den größten Teil der Wirtschaft. Sie sind ein wichtiger Machtfaktor für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bislang halten sich die Oligarchen noch zurück mit öffentlichen Unmutsbekundungen. Doch wird es ihnen nicht gefallen, ihr Vermögen dahinschmelzen zu sehen.

Seit Beginn des Jahres haben die reichsten Männer des Landes nach Daten von Bloomberg umgerechnet mehr als 15 Milliarden Dollar verloren. Das liegt vor allem daran, dass der Wert ihrer Unternehmensbeteiligungen drastisch gesunken ist. Das zeigt: Die Sanktionen wirken; ob sie den erhofften Erfolg bringen, ist indes eine ganz andere Frage.

Allein Alischer Usmanov soll seit Jahresanfang rund 2,5 Milliarden Dollar verloren haben. Usmanov gilt mit einem Vermögen von knapp 18 Milliarden Dollar als reichster Russe. Er besitzt den größten Eisenerz-Produzenten des Landes. Nebenbei ist er am englischen Fußballclub Arsenal London beteiligt und leistet sich den größten Privatjet aller Oligarchen, einen Airbus A340.

Wladimir Lisin, Großaktionär des Stahlkonzerns Novolipetsk, hat es noch schwerer erwischt. Nach den Daten von Bloomberg ist sein Vermögen seit Jahresbeginn um 2,7 Milliarden Dollar geschrumpft. Insgesamt besitzt der Waffenliebhaber und Zigarrenkenner noch rund 12 Milliarden Dollar. Weitere Verlierer sind Wladimir Jewtuschenkow (-2,4 Milliarden Dollar), Leonid Michelson (-2,3 Milliarden Dollar), Andrei Melnitschenko und Genady Timtschenko (jeweils -1,9 Milliarden Dollar).

Kapitalabflüsse von 160 Milliarden Euro
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36 Kommentare zu "Sanktionen gegen Russland: Aufstand der Oligarchen?"

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  • Unsere Medien, nicht mehr die meinen, und ihre servilen Regierungs- und Merkel-Vertreter werden uns wieder da hin bringen, wie sie es schon etliche Male getan haben: Sie haben für die KAISER-Diktatur geschrieben, für die BRAUNE-Diktatur, die ROTE-Diktatur, für die BRÜSSELER-Diktatur und jetzt schreiben sie für die Friedens-Störer, die Unruhe-Stifter und die Kriegs-Treiber wie Obama, die NATO, die EU und für die deutschen Damen Merkel und die Wehr-Ministerin v.d. Leyen. Meine Eltern, Jahrgänge 1895 und 1905 haben mir beigebracht, was die Medien und die Presse immer wieder der Deutschen Bevölkerung angetan haben..!

  • LESENSWERT - Kampfjet absichtlich vor Passagierflugzeug ?

    " Washington unter Druck
    Amerikaner werden nervös: Hat die Ukraine den Abschuss von MH17 ausgelöst?

    Eine US-Sprecherin hat in Washington überraschend ein Geständnis abgelegt: Sie musste einräumen, dass die Ukraine tatsächlich einen Kampf-Jet in Richtung von MH17 geschickt haben könnte. Dieser Jet könnte die Rebellen provoziert haben, in Richtung der Passagier-Maschine zu schießen. In diesem Fall hätte die Ukraine eine klare Mitschuld am Tod von fast 300 Zivilisten. Die Amerikaner kämen als militärische Drahtzieher der ganzen Aktion gewaltig unter Druck. ..."

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/07/64358/

  • Meine Güte! Wenn man hier alle Verschwörungstheorien, alles Gebashe und alles "die klauen mir mein Geld"-Gegreine mal ausblendet, bleiben nicht mehr viele Beiträge übrig... Schade um das interessante Thema.

  • Es ist für mich immer wieder beeindruckend wie effektiv die westliche Gehirnwäsche bei vielen Leuten funktioniert. Des Weitern ist für mich schleierhaft, aus welchem Grund niemand darüber redet, in welcher Anzahl CIA-Mitarbeiter und sonstige amerikanische Söldnertruppen auf Seiten der ukrainischen Putschisten mitwirken. Aber das ist ja offensichtlich legitim, weil die Amerikaner ja die Freiheit bringen. Nur stellt sich mir die Frage wie das denn funktionieren soll wenn die Amis noch nicht einmal die Probleme im eigenen Land lösen (50 Mio. Arme und 20 % der Bevölkerung sind auf Lebensmittelmarken angewiesen). Die gleichen Tendenzen kann man übrigens auch bei den sogenannten europäischen Verbündeten beobachten. Ich für meinen Teil plädiere dafür, dass zunächst alle ihre eigenen Hausaufgaben erledigen sollten bevor sie anderen versuchen vor zu schreiben wie sie zu leben haben. Außerdem stelle ich die Frage, was bringt es Russland zu destabilisieren. Vielmehr sollte man bis jetzt froh sein, dass Russland sich bisher aus meiner Sicht sehr angemessen verhält. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass der ein oder andere schon wesentlich extremer reagiert hätte.

  • @Norbert Wolter
    "Der Westen zeigt Russland die Zähne: Die harten Sanktionen zielen auf „ Kumpane und Oligarchen “ im Umfeld Putins"

    Endlich! Die deutschen Energieverbraucher zahlen die Zeche.

    Wenn die deutschen Verbraucher "ran kämen" würden sie sich wegen diesen Politikern in der EU mit ihren eigenen Zählen in den Allerwertesten beißen.

    Es war ohnehin schwierig Deutschland in den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, genauer USA und Russland einzubeziehen. Jetzt sind die Politiker auf einem guten Weg Deutschland einzubinden und die Forderung Gaucks nach mehr Kriegseinsätzen zu erfüllen.

    Was sind das eigentlich für Leute, denen wir das Land anvertrauen?

  • Bravo

  • Putin wird nicht nachgeben. Der hat doch längst Plan B in der Tasche. Das ganze ist so affig, erinnert mich inmmer ein bischen an Kindergarten, da wird er ausgeladen, dort will keiner neben ihm sitzen oder stehen, jetzt die Sanktionen....; man sollte es nicht glauben das erwachsene Politiker die Sachverstand haben sollten so reagieren. Die EU überschätzt sich maßlos, die Zeche von diesem Kräftemessen zahlen die Bürger.

  • "ie naiv! Die Amis spannen die Europäer wieder mal vor ihren Karren"

    Nicht minder naiv ist es, sich von Russland vor den Karren spannen zu lassen. Der Vorteil bei den Amerikanern ist jedoch eine gewisse Berechenbarkeit. Die Frage, ob man lieber von den Russen oder den Amerikanern drangsaliert werden möchte, sollte man sich nicht stellen müssen, aber meine Wahl fällt da doch eher zugunsten von Uncle Sam aus. War in der der Rückschau auch die bessere Alternative habe ich mir sagen lassen.

  • "Was ist Ihre Logik dabei ?"

    Meine Logik ist, dass ich auf offensichtlichen Unsinn, den man durch einfaches Googeln widerlegen kann, einfach nicht eingehe. Ich gehe - wie der Großteil der Menschheit davon aus, dass Putin mit deinem dort stationierten Militär und seiner Aufkrärung durchaus in der Lage ist, seine Grenzen zu überwachen. Er will nur nicht.

  • Wie naiv! Die Amis spannen die Europäer wieder mal vor ihren Karren und selber sitzen sie auf der Insel der Seligen. Super. Wie Sanktionen wirken, hat der Iran bestens bewiesen: gar nicht! Wie lange gibt es dort schon Sanktionen und wie lange bleibt alles beim Alten. Bis in Russland die Sanktionen wirken, ist den Amis längst das Öl ausgegangen. Ich denke nicht daran, mich für eine Sache zu begeistern, von der ausschließlich andere profitieren. Leiden tut der Ostdeutsche Mittelständler, der seine Maschinen nicht mehr ausführen darf und seine Leute entlassen muss. Das sind die Leidtragenden. Und sicher nicht die Gabriels und wie sie alle heißen, die Wasser predigen und Wein saufen.

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