Sanktionen gegen Russland
Aufstand der Oligarchen?

Der Westen zeigt Russland die Zähne: Die harten Sanktionen zielen auf „ Kumpane und Oligarchen “ im Umfeld Putins. Ihnen drohen Milliarden-Verluste. Werden sie Putin stoppen?
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Beim Geld hört die Freundschaft auf – das Sprichwort gibt es so ähnlich auch in der russischen Sprache („družba družboj, a denežki vroz'“). Es umschreibt ziemlich genau die Strategie, die der Westen im Konflikt mit Russland verfolgt. Sanktionen zielen auf das Vermögen der schwerreichen russischen Oligarchen ab – in der Hoffnung, dass diese aufbegehren und dem Kreml ihre Gefolgschaft verweigern.

„Vor allem müssen wir die Oligarchen treffen”, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel an diesem Mittwoch in einem Interview. Auf ihren Schultern stehe die russische Politik. „Wir müssen ihre Konten in den europäischen Hauptstädten einfrieren und ihre Einreiseerlaubnisse widerrufen.“ Die Strafmaßnahmen wirkten sich zwar auf die europäische Wirtschaft aus. Aber Europa dürfe nicht aus Angst vor Einbußen tatenlos Bürgerkrieg und Tod von Unschuldigen zusehen.

Auch der britische Premier David Cameron erklärte, Ziel von Sanktionen sollten insbesondere „die Kumpane und Oligarchen“ im Umfeld Putins sein. Die Europäische Union fordert von Russland, im Konflikt in der Ostukraine auf prorussische Separatisten einzuwirken und sie nicht mit Waffen oder Kämpfern zu unterstützen. Die Regierung in Moskau hat wiederholt zurückgewiesen, die Rebellen direkt zu unterstützen.

Die sogenannten Oligarchen und Superreiche machen in Russland nicht mehr als zwei Prozent der Bevölkerung aus, kontrollieren aber den größten Teil der Wirtschaft. Sie sind ein wichtiger Machtfaktor für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bislang halten sich die Oligarchen noch zurück mit öffentlichen Unmutsbekundungen. Doch wird es ihnen nicht gefallen, ihr Vermögen dahinschmelzen zu sehen.

Seit Beginn des Jahres haben die reichsten Männer des Landes nach Daten von Bloomberg umgerechnet mehr als 15 Milliarden Dollar verloren. Das liegt vor allem daran, dass der Wert ihrer Unternehmensbeteiligungen drastisch gesunken ist. Das zeigt: Die Sanktionen wirken; ob sie den erhofften Erfolg bringen, ist indes eine ganz andere Frage.

Allein Alischer Usmanov soll seit Jahresanfang rund 2,5 Milliarden Dollar verloren haben. Usmanov gilt mit einem Vermögen von knapp 18 Milliarden Dollar als reichster Russe. Er besitzt den größten Eisenerz-Produzenten des Landes. Nebenbei ist er am englischen Fußballclub Arsenal London beteiligt und leistet sich den größten Privatjet aller Oligarchen, einen Airbus A340.

Wladimir Lisin, Großaktionär des Stahlkonzerns Novolipetsk, hat es noch schwerer erwischt. Nach den Daten von Bloomberg ist sein Vermögen seit Jahresbeginn um 2,7 Milliarden Dollar geschrumpft. Insgesamt besitzt der Waffenliebhaber und Zigarrenkenner noch rund 12 Milliarden Dollar. Weitere Verlierer sind Wladimir Jewtuschenkow (-2,4 Milliarden Dollar), Leonid Michelson (-2,3 Milliarden Dollar), Andrei Melnitschenko und Genady Timtschenko (jeweils -1,9 Milliarden Dollar).

Kommentare zu " Sanktionen gegen Russland: Aufstand der Oligarchen?"

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  • Unsere Medien, nicht mehr die meinen, und ihre servilen Regierungs- und Merkel-Vertreter werden uns wieder da hin bringen, wie sie es schon etliche Male getan haben: Sie haben für die KAISER-Diktatur geschrieben, für die BRAUNE-Diktatur, die ROTE-Diktatur, für die BRÜSSELER-Diktatur und jetzt schreiben sie für die Friedens-Störer, die Unruhe-Stifter und die Kriegs-Treiber wie Obama, die NATO, die EU und für die deutschen Damen Merkel und die Wehr-Ministerin v.d. Leyen. Meine Eltern, Jahrgänge 1895 und 1905 haben mir beigebracht, was die Medien und die Presse immer wieder der Deutschen Bevölkerung angetan haben..!

  • LESENSWERT - Kampfjet absichtlich vor Passagierflugzeug ?

    " Washington unter Druck
    Amerikaner werden nervös: Hat die Ukraine den Abschuss von MH17 ausgelöst?

    Eine US-Sprecherin hat in Washington überraschend ein Geständnis abgelegt: Sie musste einräumen, dass die Ukraine tatsächlich einen Kampf-Jet in Richtung von MH17 geschickt haben könnte. Dieser Jet könnte die Rebellen provoziert haben, in Richtung der Passagier-Maschine zu schießen. In diesem Fall hätte die Ukraine eine klare Mitschuld am Tod von fast 300 Zivilisten. Die Amerikaner kämen als militärische Drahtzieher der ganzen Aktion gewaltig unter Druck. ..."

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2014/07/64358/

  • Meine Güte! Wenn man hier alle Verschwörungstheorien, alles Gebashe und alles "die klauen mir mein Geld"-Gegreine mal ausblendet, bleiben nicht mehr viele Beiträge übrig... Schade um das interessante Thema.

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