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30.08.2006 

Noch härter träfe Iran ein Energieembargo. Das Land löst derzeit allein durch den Ölexport mehr als 50 Mrd. US-Dollar pro Jahr ein. Ein Ausfuhrverbot brächte den Staat an den Rand des Ruins. Zudem könnte die Lieferung von Treibstoffen nach Iran auf eine Verbotsliste gelangen. Da der Iran nicht genügend eigene Kapazitäten zur Erzeugung von Benzin hat, könnte der Verkehr zusammenbrechen. Alex Vatanka, ein Iran-Experte der Jane’s Information Group, fasst die Auswirkungen eines ökonomischen Würgegriffs auf Iran zusammen: „Die ärmsten Segmente der Gesellschaft wären am stärksten belastet. Sie könnten elementare Güter nicht mehr erstehen: subventioniertes Brot, Reis, Treib- und Brennstoff.“ Und dann, so hoffen die Boykott-Planer in Washington, wird früher oder später ein Aufstand die Führung des isolierten Landes hinwegfegen.

Doch könnte eine Abriegelung die Iraner auch in die Arme der Machthaber treiben – aus Solidarität gegen den „großen Satan USA“. Die Fanatiker in Teheran würden noch unberechenbarer. Zudem sind sich Experten einig: Ein Lieferverbot für iranisches Öl könnte den Preis pro Barrel auf weit über 100 US-Dollar schießen lassen und die Weltwirtschaft belasten.

Diplomaten betonen auch, dass Wirtschaftsembargos immer Löcher haben: Schmuggel, Korruption und verbündete Regierungen, die den Boykott ignorieren. Jüngstes Beispiel: Jahrelange internationale Sanktionen konnten Iraks Diktator Saddam Hussein nichts anhaben, er und sein Clan profitieren sogar noch von illegalen Deals. In Iran jedenfalls spielen die Mächtigen die drohende Isolation herunter. Hossein Shariatmadari, einflussreicher Journalist mit gutem Draht zum höchsten Führer Ayatollah Ali Khameini, winkt ab: „Sanktionen bedeuten überhaupt nichts für uns.“


Mitarbeit: Oliver Stock

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