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Saparmurad Nijasow: Der bizarrste Diktator der Welt ist tot

Ausgerechnet an Herzversagen ist Saparmurad Nijasow, der Turkmenbaschi genannte „Vater aller Turkmenen“ gestorben – obwohl er einen deutschen Herzspezialisten hatte. Deutsche werden auch wirtschaftlich den Tod des wohl bizarrsten Diktators bedauern: Denn die Deutsche Bank und Daimler-Chrysler waren die wichtigsten Partner des Exzentrikers.

von Matthias Brüggmann

ASCHGABAD. Am Ende hat auch sein Münchner Arzt Saparmurad Nijasow nicht mehr retten können. Zwar war der deutsche Herzspezialist regelmäßig in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabad – doch ausgerechnet an Herzversagen verstarb der wohl bizarrste Diktator der Welt im Alter von 66 Jahren in der vergangenen Nacht. Dabei hatte sein Münchner Arzt, Prof. Hans Meisner, Ende Oktober noch eine lebensbedrohliche Erkrankung des sich „Vater aller Turkmenen“ (Turkmenbaschi) Nennenden dementiert. Zuvor war der auf Lebenszeit mittels gefälschter Wahlen amtierende Alleinherrscher in München operiert worden.

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Deutsche Unternehmen haben auch vom Tod des Diktators am meisten zu befürchten: So hat Daimler-Chrysler zum Erheischen eines Großauftrages für Mercedes-Limousinen aus dem Rohstoff-Eldorado Zentralasiens sogar das bibelartige Buch des Diktators, Ruhnama, ins Deutsche übertragen lassen. Und die Deutsche Bank verwaltete die in einem Präsidentenfonds gesammelten Milliarden aus den Gaseinnahmen. Nur drei Prozent Zinsen soll das Milliarden-Vermögen zudem gebracht haben, so billig kommen die Frankfurter sonst kaum an große Gelder.

Der Turkmenbaschi war wohl der selbstverliebteste Herrscher der Welt. Wie nicht einmal der Nordkoreaner Kim Jong Il fröhnte Nijasow dem Personenkult: Im Herzen der Hauptstadt drehte sich seine Statue mit der Sonne mit. Überall hingen seine Portraits. Nach ihm wurden Städte, Flughäfen, Schulen und sogar Tage und Meteoren benannt. Auf den dezenten Hinweis von Prince Charles, es sei doch „ethisch nicht korrekt“, schon zu Lebzeiten das Land mit eigenen Denkmälern vollzustellen, antwortete Nijasow auf einer Pressekonferenz mit einem Lachen: „Nach meinem Tod habe ich ja nichts mehr davon.“

Turkmenistan wird von Experten wie Thomas Kunze von der Konrad-Adenauer-Stiftung als eine „Mischung aus stalinistischer Diktatur und orientalischer Despotie“ bezeichnet. Allerdings ist das Land geopolitisch wichtig, da unter den Wüsten am Kaspischen Meer gigantische Gasvorkommen schlummern. Bisher hat sich der russische Riese Gazprom diese gesichert, der sie durch sein Pipeline-System gen Westen transportiert. Billiger als eigene neue Vorkommen anzustechen, kann Gazprom so den steigenden Gasbedarf Russlands decken und zugleich für den dreifachen Preis Erdgas nach Europa exportieren.

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