Sarbanes-Oxley-Gesetz
US-Wirtschaft fordert Reform

Die US-Wirtschaft drängt auf eine rasche Reform der strikten Bilanzregeln des so genannten Sarbanes-Oxley-Gesetzes (SOX). In den kommenden Wochen wird eine von US-Finanzminister Hank Paulson unterstützte Kommission erste Reformvorschläge präsentieren. Zeitgleich arbeitet auch die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) daran, die Kontrollvorschriften für die Unternehmen zu lockern.

NEW YORK. Rückenwind für die Reformbemühungen kommt von politischer Seite. Führende Demokraten und Republikaner im gerade neu gewählten Kongress sind sich darin einig, die SOX-Regeln noch einmal unter die Lupe zu nehmen.

Unter Handlungsdruck sind die Amerikaner vor allem deshalb geraten, weil die zeit- und kostenaufwendigen Bilanzvorschriften die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes New York beeinträchtigen. 2005 fand nur einer der 24 weltweit größten Börsengänge am Hudson statt. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und der einflussreiche demokratische Senator Charles Schumer haben kürzlich davor gewarnt, dass New York seinen Spitzenplatz an London verlieren könne.

Der „Sarbanes-Oxley-Act“ wurde 2002 nach den Bilanzskandalen von Enron & Co. mit großer Mehrheit vom US-Kongress verabschiedet. Das Gesetz schreibt allen an US-Börsen notierten Unternehmen vor, umfangreiche Kontrollsysteme einzurichten, um Bilanzmanipulationen zu verhindern. Darüber hinaus wurde mit dem Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) eine eigene Aufsichtsbehörde für Wirtschaftsprüfer geschaffen. Vor allem kleinere Unternehmen und Firmen im Ausland haben gegen die rigiden Regeln rebelliert und einen zeitlichen Aufschub erhalten.

„Speziell für kleinere Unternehmen können die Kosten der Regulierungen zu einer Überlebensfrage werden“, sagt Don Lindner, Experte für Unternehmensführung bei der Beratungsgesellschaft World at Work. Insbesondere die inzwischen berüchtigte Sektion 404 von SOX macht den Firmen zu schaffen. Die SEC schreibt den Unternehmen darin vor, welche internen Kontrollen sie für das Rechnungswesen installieren müssen. Diese Vorgaben und die vom PCAOB erlassenen Interpretationshilfen (AS2) lassen den Wirtschaftsprüfern jedoch breiten Spielraum. Das hat nach Meinung der Kritiker zu einer „Überregulierung“ geführt.

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