0 Bewertungen
26.11.2007 
Staatsbesuch

Sarkozy bringt Milliardenaufträge aus China mit

Beim ersten Staatsbesuch von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in China sind Wirtschaftsabkommen im Umfang von rund 20 Milliarden Euro unterzeichnet worden. Vom Auftragskuchen wird sich Deutschland ein dickes Stück abschneiden können.

3D-Schnittmodell eines EPR-Reaktors. Foto: apLupe

3D-Schnittmodell eines EPR-Reaktors. Foto: ap

HB PEKING. Vereinbart wurden die Lieferung zweier Atomkraftwerke und des dazu gehörigen Brennstoffs sowie von 160 Airbus -Jets. Chinas staatliche Importgesellschaft für die Luftfahrtindustrie kauft 110 Maschinen der A320-Familie und weitere 40 A330-Maschinen. Die Flugzeuge sind noch keiner chinesischen Airline zugeteilt. Die Fluggesellschaft China Southern Airlines übernimmt weitere zehn A330-Maschinen. Ein Airbus -Sprecher gab den Listenpreis mit 17,4 Milliarden US-Dollar (11,7 Milliarden Euro) an. Die A320-Familie und der A330 werden zum Teil in den deutschen Airbus -Werken gefertigt.

Der Atomkraftwerks-Deal hat einen Umfang von acht Milliarden Euro und ist damit das bisher größte Geschäft der französischen Nuklearindustrie. Der Staatskonzern Areva soll zwei Druckwasserreaktoren des Typs EPR nahe der Stadt Taishan in der Provinz Guangdong in Südostchina errichten, die jeweils über eine Leistung von 1 700 Megawatt verfügen. Bis 2026 wird Areva die Meiler mit Brennstäben versorgen. Der EPR basiert auf Entwicklungen von Siemens und Framatome, die zusammen inzwischen als Areva NP firmieren. Ein erster Reaktor dieses Typs wird derzeit in Finnland errichtet, ein zweiter ist in Frankreich geplant.

Auch bei der Wiederaufbereitung der abgebrannten Brennstäbe wollen China und Frankreich kooperieren. Areva -Chefin Anne Lauvergeon kündigte an, dass beide Seiten den Bau einer entsprechenden Anlage in China prüfen werden. Ein solches Projekt würde 15 Milliarden Euro kosten. Areva gehört die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague in der Normandie.

Ein Geschäft ist der Kraftwerks -Auftrag auch für den französischen Energieriesen Electricité de France (EdF), dem alle 58 französischen Atomreaktoren gehören. EdF soll die beiden Meiler in China nach der Fertigstellung betreiben und mit 30 Prozent an ihnen beteiligt sein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Amerikaner sind der andere große Spieler

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Finanzkrise: Nationale No...

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen. In der Europäischen Union wird derzeit jedoch vor allem an nationalen Lösungen gebastelt. Wer tut was?Bildergalerie 

  • Hart umkämpfte Wahlkreise...

    Hart umkämpfte Wahlkreise für die SPD

    Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2009 etliche Direktmandate verlieren. Betroffen davon sind vor allem Wirtschaftspolitiker und Konservative der Bundestagsfraktion. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Lüthke Politikberatung für das Handelsblatt.Bildergalerie 

  • Becksteins mögliche Erben...

    Becksteins mögliche Erben in Bayern

    Nach dem Wahl-Debakel und nur zwölf Monaten Amtszeit gibt sich Ministerpräsident Günther Beckstein geschlagen. Die Parteikollegen trauerten nicht lang. Bereits am Dienstagnachmittag stellten sich drei Amtsanwärter zur Verfügung. Und mit Horst Seehofer hält sich auch ei...Bildergalerie 

  • Das politische Stehaufmän...

    Das politische Stehaufmännchen

    Im vergangenen Jahr war Horst Seehofer noch Erwin Huber bei der Wahl zum Parteivorsitzenden unterlegen, nun scheint der designierte neue Parteichef endlich am Ziel. Er wolle die CSU „in ihrem Mythos, in ihrer Einmaligkeit, in ihrer Erfolgsgeschichte“ der vergangenen fü...Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Der Papst und die Bankenkrise 

07.10.2008Global Reporting

Auch Papst Benedetto hat sich der Bankenkrise angenommen. Der Kollaps der Banken zeige, dass Geld "nichts" sind. "Das Wort Gottes ist alles, was bleibt". Diese Worte äußerte der Papst am Montag morgen, kurz bevor die Börsen öffneten. Einen passenderen Tag hätte er sich nicht aussuchen können. Blog


weiterMadagaskar

Im Web wächst Widerstand: www.finanzkrise 

24.09.2008Madagaskar

Kein Wunder, dass sich der Kongress weigert, das 700 Mrd. Dollar schwere Finanzpaket unbesehen durchzuwinken. In Amerikas Öffentlichkeit wächst der Widerstand gegen die horrende Rechnung für die Exzesse an der Wall Street. Blog