Sarkozy
„Es gibt jetzt ganz klar zwei Europas“

Während die anderen EU-Staaten sich bemühen, ihre Differenzen mit Großbritannien herunterzuspielen, nimmt Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kein Blatt vor den Mund. Er teilt kräftig gegen die Briten aus.
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ParisDer französische Präsident Nicolas Sarkozy sieht nach dem Nein der Briten zu einer EU-Vertragsänderung eine Spaltung Europas in zwei Teile. "Es gibt jetzt ganz klar zwei Europas: das eine, das vor allem Solidarität unter seinen Mitgliedern und Regulierung will. Und das andere, das sich nur an die Logik des gemeinsamen Marktes klammert", sagte Sarkozy in einem Interview mit der Zeitung "Le Monde" (Dienstagsausgabe). Er habe zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim EU-Gipfel vergangene Woche in Brüssel vergeblich versucht, die Briten mit ins Boot zu holen. Der britische Premierminister David Cameron hatte sich gegen die von Deutschland und Frankreich vorangetriebene EU-Vertragsänderung gewehrt, mit der mehr Haushaltsdisziplin in der EU festgeschrieben werden sollte. Cameron versuchte im Gegenzug, Vorteile für den Finanzplatz London durchzusetzen, was Sarkozy und Merkel ablehnten. Die 17 Euro-Länder schmiedeten daraufhin allein einen Haushaltspakt auf zwischenstaatlicher Ebene. Alle Nicht-Euro-Länder außer Großbritannien signalisierten aber, dass sie sich nach Absprache mit ihren nationalen Parlamenten an dem neuen Pakt beteiligen könnten. Einen Austritt Großbritanniens aus der EU lehnte Sarkozy ab. "Wir brauchen Großbritannien", versicherte der Präsident und erinnerte an die französisch-britische Zusammenarbeit beim Militäreinsatz in Libyen.

Der Londoner Politologe Anthony Glees hält einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union durchaus für möglich. „Wenn man nach 50 Jahren europäischer Zusammenarbeit immer noch skeptisch ist, dann ist man eigentlich nie für die Europäische Union zu gewinnen“, sagte Glees, Professor an der Buckingham University, am Montag im Deutschlandfunk.

In der EU sei es wie in einer Ehe: „In einer Ehe müssen beide Partner glücklich sein. Wenn einer nicht mehr will, dann ist die Ehe aus.“ Mit seiner EU-skeptischen Haltung stoße Premierminister David Cameron auf viel Zustimmung in der britischen Bevölkerung. „Das ist die große Gefahr für Europa, für Cameron, aber auch für Großbritannien“, sagte Glees.

Auch der Chef der Liberaldemokraten, Nick Clegg, äußerte sich besorgt. Es bestehe nun die Gefahr, dass Großbritannien innerhalb der Europäischen Union isoliert und an den Rand gedrängt werde, sagte er in britischen Medien. Die europafreundlichen Liberaldemokraten bilden zusammen mit den konservativen Tories von Premierminister David Cameron die Regierung in London. Sie hatten bei den Koalitionsverhandlungen gegen die Anti-Europa-Haltung einiger Tories gekämpft.

Clegg betonte zwar, dass die Koalition durch die Meinungsverschiedenheit nicht in Gefahr sei. Er sagte aber auch: „Ich bin über die Ergebnisse des Gipfels von letzter Woche bitter enttäuscht. “Er werde nun alles tun, dass aus „diesem Rückschritt keine dauerhafte Trennung wird“, erklärte Clegg. „Ich glaube nicht, dass das gut für die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist, ob in der Londoner City oder sonst wo, und ich glaube nicht, dass das für das Wachstum und die Familien im Land gut ist.“

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  • Die Deutschen werden die Eurozone eher zusammenbrechen lassen, als ihr Weltbild zu ändern, denn im Zweifel hat, Deutschland ja immer Recht. Das ist schon seit Jahrhunderten eine Mentalität in Deutschland. Warum? Weil man glaubt, dass man automatisch Recht hat, weil man so Groß ist? Auch Größe schützt vor Dummheit nicht! Es ging den großen Ländern in der EU nie um mehr Solidarität, sondern nur um billig und ohne Hürden, zu Exportieren, ohne Rücksicht auf Verluste der Anderen, welche ja jetzt die kleinen Länder selber tragen sollen, während sich die Gewinne, die großen Ländern schon längst unter einander aufgeteilt haben. Denn merke, des einen Überschüsse sind des anderen Defizite. Es ist schon seltsam, wie eindimensional in der deutschen Presse auf Briten-Premier Cameron herumgehakt wird. Man muss wahrlich kein Freund der britischen Konservativen sein, aber seine Weigerung, dem Land eine komplett unsinnige Austeriätspolitik aufzubürden, ist konsequent und richtig. Dass er sein Land damit „isoliert“, wie es deutsche Leitartikler immer wieder behaupten, mag richtig sein – der Lemming, der am Klippenrand stehenbleibt, ist innerhalb seiner Gruppe auch isoliert, dafür lebt er jedoch länger.

  • s ist schon seltsam, wie eindimensional in der deutschen Presse auf Briten-Premier Cameron herumgehakt wird. Man muss wahrlich kein Freund der britischen Konservativen sein, aber seine Weigerung, dem Land eine komplett unsinnige Austeriätspolitik aufzubürden, ist konsequent und richtig. Dass er sein Land damit „isoliert“, wie es deutsche Leitartikler immer wieder behaupten, mag richtig sein – der Lemming, der am Klippenrand stehenbleibt, ist innerhalb seiner Gruppe auch isoliert, dafür lebt er jedoch länger.

  • Naja, wohl eher drei. Der ganze Ostblock/Balkan die ihn gerne hätten, um an die Subventionstöpfe zu kommen.

    Die jetzigen Euroinhaber, die ihn vor lauter Frieden und Wohlstand nicht ums Verrecken aufgeben wollen.

    Und zu guter letzt die wohlhabenen und finanaziell gesunden Länder wie Norwegen, Schweiz und Co, die umbedingt beitreten wollen, die sich geradezu verbiegen , um endlich aufgenommen zu werden. Denn sie wollen sicherlich auch ein wenig mehr Frieden und Wohlstand.

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