Sarkozy-Herausforderer: Hollande umschmeichelt Merkel

Sarkozy-Herausforderer
Hollande umschmeichelt Merkel

Der sozialistische Herausforderer von Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy, François Hollande, will die Beziehungen zu Deutschland auf eine neue Basis stellen. Doch noch bereiten Hollande hausgemachte Probleme Schwierigkeiten.

Paris.Im großen Saal in Le Bourget bei Paris warteten 10 000 Zuschauer gespannt auf den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande. Doch vorher sorgte schon mal Yannick Noah, Ex-Tennisstar, Musiker und laut Umfragen der beliebteste Franzose, mit einem Konzert für Stimmung. Hollande hatte auch alle Köpfe seiner Partei sowie Mazarine Pingeot, die Tochter des ehemaligen sozialistischen Präsidenten François Mitterrand, versammelt, um ein Bild der Einheit zu vermitteln.

Etwas nervös wirkte er vor der ersten großen Ansprache an die Nation, die er wie ein Präsident vor der französischen Flagge und der Europaflagge hielt. Ständig erwähnte er „Frankreich“, eine Strategie, auf die in diesem Wahlkampf die meisten Kandidaten setzen. Er stellte sich in die Reihe der Größen der Sozialisten, erwähnte Mitterrand und den ehemaligen Premierminister Lionel Jospin.

Hollande stieg schneller konkret in den Wahlkampf ein, als vorher erwartet. Seine Themen reichten von Eurokrise, über die Beziehung zu Deutschland, die Finanzwelt bis zur Steuerreform. Werde er Präsident, führe ihn sein erster Staatsbesuch zu Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ich schlage eine neue Beziehung der Gleichheit vor.“ Er wolle einen neuen Freundschaftsvertrag schaffen. Sollte der Herausforderer tatsächlich Sarkozy ablösen, könnte sich die deutsch-französische Zusammenarbeit, die sich in der letzten Zeit mit dem Tandem „Merkozy“ eingespielt hatte, dennoch erheblich abkühlen. Denn Hollande hat seine Kritik an dem Eurokurs von Angela Merkel schon deutlich zum Ausdruck gebracht. Sie versuche „ein europäisches Modell durchzusetzen, das nicht notwendigerweise das unsere ist“, betonte Hollande.

Es müsse einen neuen Fiskalpakt geben, wiederholte er auch in seiner Wahlkampfrede. Hollande hatte schon früher angekündigt, dass er über die Brüsseler Beschlüsse, den Fiskalpakt zur Haushaltsdisziplin, neu verhandeln will. Das könnte schon vorher Auswirkungen haben und für Unruhe auf den Märkten sorgen, je näher die Wahlen rücken und ein Sieg Hollandes realistisch erscheint.

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