Sarkozy will Schulden tilgen
Paris erwartet erheblich höhere Steuereinnahmen

Etwa fünf Milliarden Euro wird der Aufschwung der französischen Wirtschaft dem Staat 2004 zusätzlich an Steuergeldern in die Kasse spülen. Frankreichs Finanzminister Nicolas Sarkozy hat angekündigt, dieses Geld zur Tilgung von Schulden zu verwenden.

HB LIMOGES. „2003 haben wir etwa neun Milliarden Euro weniger Steuern eingenommen als vorhergesagt war. 2004 (werden es) etwa fünf Milliarden Euro mehr sein“, sagte Sarkozy am Dienstag vor Journalisten. Die zusätzlichen Mittel wolle er nicht neu investieren, sondern zum Schuldenabbau nutzen.

Frankreichs Neuverschuldung wird wohl in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge die EU-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes überschreiten. Die Regierung hat versprochen, das Staatsdefizit im nächsten Jahr wieder im Rahmen der europäischen Vorgaben zu halten.

Im ersten Halbjahr 2004 hat sich Frankreichs Wirtschaft deutlich belebt, allein im zweiten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt dank erhöhter Investitionen um 0,8 Prozent. Die französischen Staatseinnahmen erhöhten sich in den ersten sechs Monaten 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 8,8 Prozent auf 124,63 Milliarden Euro, wodurch das Staatsdefizit um mehr als vier Milliarden auf 32 Milliarden Euro gesenkt werden konnte.

Für einen nachhaltigen Aufschwung fordern Experten höhere Investitionen in die Schaffung neuer Arbeitsplätze, und deshalb ist Sarkozys Fokussierung auf den Schuldenabbau auch in der eigenen konservativen Regierung nicht unumstritten. Frankreichs Arbeitslosenrate liegt bei 9,9 Prozent und damit knapp ein Prozent über dem Schnitt im Euro-Raum.

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