Sarkozys Wahlkampf
Ganz Krisenmanager und Staatsmann

Einen Tag nach dem Auftritt seines Konkurrenten Hollande stellt auch Frankreichs Präsident Sarkozy sein Programm vor. Mit weniger Schulden, viel Wachstum und einer starken Hand gegenüber der EU will er die Wahl gewinnen.
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ParisDer Auftritt war bestens einstudiert. Präsident Nicolas Sarkozy wirkte ruhig, selbstbewusst, wie ein routinierter Staatsmann. Sarkozy, der vor fünf Jahren noch „Speedy Sarkozy“ genannt wurde, kann plötzlich stillstehen. Dabei war diesmal nicht der Präsident gefragt, sondern Sarkozy, der Wahlkämpfer. Er stellte bei einer Pressekonferenz vor Journalisten in Paris sein Programm für die Wiederwahl vor, bei dem wie erwartet die Themen Reduzierung der Staatsverschuldung, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund standen.

Für den Zeitraum von 2014 bis 2017 sagte er ein jährliches Wachstum von zwei Prozent voraus. In diesem und im kommenden Jahr soll die französische Wirtschaft um 0,7 und 1,75 Prozent zulegen. Sarkozy will die Staatsverschuldung reduzieren, hauptsächlich über eine Kürzung der Ausgaben.

Bis 2016 will er die Neuverschuldung so verringern, dass es einen ausgeglichenen Haushalt gibt, für 2017 stellt er sogar einen Überschuss von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Aussicht. Frankreichs Gesamtverschuldung soll bis 2017 auf 80,2 Prozent vom BIP von 85,8 Prozent im Jahr 2011 fallen.

Sarkozy bestätigte, dass er sich bis zum Sommer um die Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung bemühen will. Sein sozialistischer Herausforderer François Hollande hatte Verhandlungen über Änderungen des europäischen Fiskalpaktes versprochen. Dazu will er im Falle eines Sieges wenige Tage nach Amtsantritt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin treffen. Aber auch Sarkozy könnte für Spannungen in Europa sorgen, er will Frankreichs Beitrag zum EU-Budget einfrieren: „Ich kündige Ihnen an, dass Frankreich das Einfrieren seines Beitrags zum europäischen Haushalt beantragen will, was jährlich eine Ersparnis von 600 Millionen Euro bedeutet.“

Kommentare zu " Sarkozys Wahlkampf: Ganz Krisenmanager und Staatsmann"

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  • @eis

    Jean-Luc Mélenchon

    ich hörte, auf dem Place de la Bastille sangen sie die Internationale und rifen "resistance" ;-)

    Und ich höre, daß auch wenn Hollande so tut, als gehe ihm das ziemlich sonst wo vorbei, er sich doch ernstahft Sorgen machen müsse, ob er denn überhaupt in die zweite Runde kommt - weil ihm Jean-Luc Mélenchon ggfl. die nötigen Stimmen nimmt.

    Habe ich da was falsch verstanden oder belügt mich einfach meine zuständige Korrespondentin des DLF in Paris?

  • Schon am Anfang ist dieser Artikel fragwürdig.
    Sarkozy stellt sein Programm vor. Es geschah aber nicht einen Tag nach Hollande, der es seit mehrere Monaten veröffentlicht hatte.
    Von Programm ist bei Ns sowieso kaum zu sprechen : es handelt sich vielmehr um die Zusammenfassung der verschiedenen Aussagen, die er während der Kampagne machte.
    Nicht umsonst hatte die UMP, seine Partei, im Internet dazu aufgerufen, neue Ideen vorzuschlagen.

  • Von welchem Kandidat der Hollande das Kreuz brechen wird, sprechen Sie ?

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