Satellitenbilder
Iran baut offenbar Atomanlagen aus

Der Iran hat nach Informationen eines US-Forschungsinstituts seine Atomanlagen ausgebaut. Neue Satellitenbilder bewiesen, dass der Iran die Uran-Konversionsanlage in Isfahan erweitert und den Schutz des Anreicherungswerks in Natans verbessert habe, teilte das Institute for Science and International Security (ISIS) am Sonntag mit.

HB WIEN. In Isfahan sei ein neuer Eingangstunnel gegraben worden, was auf die Erweiterung der bestehenden Anlage oder den Bau einer neuen hindeute. In Natans sei der Schutz der unterirdischen Atomeinrichtung verstärkt worden. Die Atomanlage befinde sich jetzt offenbar acht Meter unter der Erde. Das Forschungsinstitut ISIS wird vom früheren UN-Waffeninspektor und Atomexperten David Albright geleitet.

Die USA und andere Länder des Westens werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu verfolgen. Um dies zu verhindern hat sich die US-Regierung alle Optionen - im äußersten Fall auch die militärische - offen gehalten. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte vor einigen Tagen, sein Land habe erstmals erfolgreich Uran angereichert und gehöre nun zur Gruppe jener Länder, die im Besitz von Atomtechnologie seien. Der Iran betont, es wolle diese Technologie nur friedlich nutzen.

Der frühere iranische Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani warnte davor, dass ein US-Angriff auf den Iran die gesamte Region in die Instabilität stürzen werde. Der Iran unterschätze die Möglichkeit eines US-Angriffs nicht, sagte Rafsandschani während eines Syrien-Besuchs. Eine solche Aggression sei jedoch weder im Interesse der USA noch des Iran. Rafsandschani ist derzeit Chef des Vermittlungsausschusses im iranischen Parlament. Bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr unterlag er Ahmadinedschad.

Der einflussreiche US-Senator Richard Lugar sprach sich für direkte Verhandlungen der USA mit dem Iran aus. Lugar, der wie Präsident George W. Bush der Republikanischen Partei angehört, warnte im Sender ABC davor, allzu rasch Sanktionen gegen den Iran zu verhängen. „Wir müssen diplomatisch weiter vorankommen.“ Die US-Regierung nahm zu den Äußerungen Lugars zunächst nicht Stellung. Lugar ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Senat. Die Bush-Regierung lehnt direkte Gespräche mit dem Iran ab. Die Islamische Republik solle in multilateralen Verhandlungen über die Vereinten Nationen gezwungen werden, ihren Atomkurs zu ändern.

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