Satellitenstart
Kims Rakete verunsichert Asien

In Ostasien verschärfen sich Spannungen wegen eines durch Nordkorea angekündigten Raketenstarts. "Priorität hat es für uns, Nordkorea an dem Start zu hindern", sagte Japans Premier Taro Aso heute in Tokio. "Wenn er doch erfolgt, muss es eine klare Reaktion der Vereinten Nationen geben."

TOKIO. Nordkorea verfügt nach eigenen Angaben über Atomwaffen. Gelänge es dem Land, eine treffgenaue Interkontinentalrakete zu entwickeln, könnte es nicht nur umliegende Hauptstädte wie Peking, Seoul und Tokio bedrohen, sondern auch die USA.

Die Reaktionen der betroffenen Länder fallen jedoch sehr unterschiedlich aus. Die Japaner fühlt sich am meisten gefährdet. Falls beim Start etwas schief geht, würden die Trümmer auf ihre Hauptinsel Honshu fallen. Aso hat daher Befehl gegeben, Flugkörper aus Nordkorea abschießen zu lassen. In den vergangenen zwei Jahren hat Japan Flugabwehrraketen vom Typ Patriot und Radarschiffe der Aegis-Klasse angeschafft, die mit einem zweiten Typ von Abwehrwaffen bestückt sind.

Japan forderte zudem mit Südkorea für den Fall eines Raketenstarts sofortige Sanktionen gegen Nordkorea. China gibt sich gegenüber Japans Sorgen verständnisvoll, lehnt bisher jedoch Sanktionen ab. Auch Russland signalisierte bisher keine Zustimmung. Die USA befürworten die Sanktionen, wollen sich jedoch wie Südkorea nicht an einem Abschuss mit der Raketenabwehr beteiligen. Eine Ausnahme ergebe sich, wenn die Rakete plötzlich direkt auf Hawaii zuflöge, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates im US-Fernsehen.

Pjöngjang plant den Raketenstart in einem viertätigen Fenster ab kommendem Samstag. Das Geschoss soll über 6000 Meter weit fliegen können. Damit läge auch US-Gebiet in seiner Reichweite: Neben Hawaii auch ein Zipfel von Alaska. Nach eigenen Angaben will Nordkorea jedoch nicht seitwärts, sondern nach oben schießen und erstmals einen Satelliten für zivile Nutzung in eine Umlaufbahn bringen. Die Technik von Trägerraketen für Satelliten gleicht jedoch grundsätzlich der für militärische Interkontinentalraketen. Daher sehen die Nachbarländer in dem geplanten Start einen Waffentest. Nach einer Resolution des Uno-Sicherheitsrats von 2006 sind Nordkorea solche Tests bei Androhung von Sanktionen verboten.

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