Saudi-Arabien bombardiert weiter
Jemens Ex-Präsident fordert Huthis zum Rückzug auf

Saudi-Arabiens Angriffe gegen Huthi-Rebellen werden fortgeführt. Mehr als 500 Zivilisten sind bereits tot, darunter mindestens 115 Kinder. Jemens früherer Präsident Salih hat nun die Rebellen zum Rückzug aufgefordert.
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SanaaJemens früherer Präsident Ali Abdullah Salih hat die schiitischen Huthi-Rebellen zum Abzug aus den von ihnen besetzten Gebieten aufgefordert. Die Huthis sollten der Resolution des UN-Sicherheitsrates von vor zehn Tagen Folge leisten und sich aus allen eroberten Regionen einschließlich der Hauptstadt Sanaa zurückziehen, sagte Salih am Freitag in einem von ihm kontrollierten jemenitischen Fernsehsender. Im Gegenzug solle die von Saudi-Arabien geführte Koalition ihre Angriffe auf die Rebellen beenden.

Salih forderte auch seinen Nachfolger Abed Rabbo Mansur Hadi auf, die mit ihm verbündeten Bewaffneten und Milizen zurückzuziehen. Dabei warf der Hadi indirekt vor, mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida im Jemen zusammenzuarbeiten. Salih sprach sich zudem für Friedensgespräche zwischen Saudi-Arabien und Jemen aus.

Die Huthis sind mit Teilen der Armee verbündet, die immer noch loyal zu Salih stehen, der das Präsidentenamt 2012 abgegeben hatte. Gemeinsam brachten sie immer größere Teile des Landes unter ihre Kontrolle und zwangen Salihs Nachfolger und früheren Stellvertreter Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien. Dieses griff vor gut vier Wochen mit Luftschlägen in die Kämpfe ein.

Nach UN-Angaben wurden seitdem mindestens 115 Kinder getötet. Insgesamt seien 551 Zivilisten getötet und 1185 verletzt worden, sagte der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville. Seine Angaben bezogen sich auf die Zeit vom 26. März bis zum 22. April.

Obwohl Saudi-Arabien erklärt hatte, die Bombardements würden eingestellt, gab es auch am Freitag weitere Luftangriffe. Augenzeugen berichteten, ein Stadion und mehrere Dörfer nahe der Stadt Sindschibar im Süden das Landes seien bombardiert worden.

In der Stadt Lahdsch seien ein Gerichtsgebäude, Polizeistationen und Ackerland beim internationalen Flughafen von Aden getroffen worden. Die Luftangriffe richteten sich auf zivile Objekte, in denen die Huthis nach Erkenntnissen der Angreifer Waffen oder Soldaten versteckt haben.

Die Huthi-Rebellen werden vom schiitischen Iran unterstützt, doch betont Teheran, keine Militärhilfe zu leisten. Die Anti-Huthi-Koalition steht unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabiens.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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