International
Saudi-Arabien geht massiv gegen El-Kaida vor

Nach dem Tod des saudiarabischen El-Kaida-Chefs Abdulasis el Mukrin hat die Regierung des Landes dessen Anhängern mit der Vernichtung gedroht. Zuvor hatten die Extremisten ihre US-Geisel Paul Johnson enthauptet. Dessen Leiche wurde entgegen ursprünglichen Meldungen bislang nicht gefunden.

HB RIAD. „Wir sagen dieser Abweichler-Gruppe und anderen, dass sie dasselbe oder ein schlimmeres Schicksal (wie Mukrin) erleiden werden, wenn sie nicht auf den rechten Weg zurückfinden“, sagte Kronprinz Abdullah am Wochenende. Mukrin und drei weitere prominente Führer der moslemischen Extremisten-Organisation wurden am Freitagabend von Sicherheitskräften erschossen, kurz nachdem die Gruppe ihre US-Geisel Paul Johnson enthauptet hatte.

Das staatliche Fernsehen strahlte Bilder der blutüberströmten Leichen der vier Extremisten aus. Sie seien für die jüngste Gewaltwelle gegen Ausländer in dem Königreich verantwortlich, hieß es. „Die Regierung ist stark und wird den Feind vernichten und das Land von ihm reinigen“, sagte Innenminister Prinz Najef.

Nach anfänglichen Dementis bestätigte die saudiarabische El Kaida den Tod von Mukrin und der drei anderen Mitglieder, zeigte sich aber unbeeindruckt. „Die Mudschahedin setzen den Heiligen Krieg fort, den sie Gott geschworen haben. Die Tötung ihrer Brüder wird ihre Entschlossenheit nicht schwächen, sondern nur ihren Einsatz und ihre Hingabe erhöhen“, hieß es in einer im Internet verbreiteten Erklärung.

Bei dem Einsatz gegen Mukrin wurden nach offiziellen Angaben zwölf weitere El-Kaida-Kämpfer festgenommen. Darunter sei auch ein hochrangiges El-Kaida-Mitglied, das im Jahr 2000 an dem Anschlag auf das US-Kriegsschiff Cole im benachbarten Jemen beteiligt gewesen sein soll. Dabei wurden 17 US-Soldaten getötet.

Der außenpolitische Berater der saudiarabische Regierung, Adel el Dschubeir, sagte, durch den Schlag vom Freitag sei die El Kaida in Saudi-Arabien substanziell geschwächt worden. „Wir werden ihre Verfolgung mit aller Kraft fortsetzen, bis wir sie aus unserer Mitte vertrieben haben.“ Gleichzeitig dementierte Dschubeir Berichte, denen zufolge die Leiche des enthaupteten US-Ingenieurs Johnson gefunden worden sei. Die Sicherheitskräfte suchten weiter und vermuteten, dass der Leichnam im Großraum Riad zu finden sei.

Der 49-jährige Mitarbeiter des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin war nach Ablauf eines Ultimatums am Freitag von seinen Entführern geköpft worden. Fotos mit seinem abgetrennten Kopf wurden auf einer Internetseite moslemischer Extremisten veröffentlicht. Johnson war der dritte US-Bürger der binnen zehn Tagen in Riad getötet wurde.

Mukrin war das meistgesuchte El-Kaida-Mitglied in Saudi-Arabien, kämpfte Experten zufolge von 1992 bis 1995 im Bosnien-Krieg und bereitete ein Attentat radikaler Moslems auf den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Jahr 1995 mit vor. Mukrin sei voller Hass auf die USA und deren arabische Verbündete, sagte der saudiarabische Experte für moslemischen Extremismus, Mohsen el Auadschj. Sein Tod sei zwar ein Rückschlag für El Kaida, doch jetzt „sollten wir sogar noch vorsichtiger sein. Der Rest der Gruppe könnte völlig wahllos zuschlagen.“

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