Saudi-Arabien
Mehr Exporte nach Riad

Seit 2011 ist Saudi-Arabien der wichtigste arabische Handelspartner Deutschlands. Besonders an Maschinen sind die Saudis interessiert. Deshalb setzt Bundeswirtschaftsminister Rösler auf eine noch engere Zusammenarbeit:
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RiadDie deutsche Wirtschaft will vom Wachstum Saudi-Arabiens profitieren. Die Chancen stehen gut. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der saudi-arabische Finanzminister Ibrahim Al-Assaf vereinbarten in dieser Woche in Riad eine engere wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit.
Das Potenzial ist enorm. Saudi-Arabien wurde 2011 zum wichtigsten Handelspartner der deutschen Wirtschaft in Arabien entwickelt. Der Trend hält an: Im ersten Quartal 2012 wuchsen die deutschen Exporte um 30 Prozent.
Rösler, der das Königreich gemeinsam mit einer großen Wirtschaftsdelegation in dieser Woche bereiste, sieht große Potenziale für klassische deutsche Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, aber ebenso für erneuerbare Energien und Wohnungsbau. "Auch in der Gesundheitswirtschaft tun sich enorme Möglichkeiten auf", sagte der FDP-Politiker. Das Spektrum reicht vom Bau und Betrieb von Krankenhäusern über die Medizinerausbildung bis hin zur Einführung von Krankenversicherungssystemen.

Interessant erscheint zudem der Energiesektor. So plant das Land, bis 2032 Solarkraftwerke und Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 41 Gigawatt zu bauen. Das entspricht 41 Großkraftwerken. Damit entsteht der größte Solarmarkt weltweit. Mit den ehrgeizigen Solarplänen will Riad die Abhängigkeit vom Öl verringern.
Das Volumen der in der größten arabischen Volkswirtschaft geplanten und laufenden Investitionen beläuft sich auf 750 Milliarden US-Dollar. Das Land hat damit die Vereinigten Arabischen Emirate, den langjährigen Spitzenreiter in der Region, abgelöst. Dort sank das Volumen wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf 560 Milliarden Dollar.Die Entwicklung auf dem Ölmarkt spielt den Saudis derzeit in die Hände. 2011 ließen die durch den arabischen Frühling ausgelösten Unsicherheiten die Ölpreise steigen. Das Budgetplus in Saudi-Arabien belief sich 2011 auf 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dieses Jahr dürfte Saudi-Arabien wegen der US- und EU-Sanktionen gegen Iran die Förderung weiter erhöhen. Noch bringt Öl 90 Prozent der Staatseinnahmen, doch "die saudi-arabische Führung weiß, dass sie diversifizieren muss, weil Erdöl endlich ist", sagte Rösler.

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