Saudi-Arabien plant Grenzwall
Rice besucht überraschend Bagdad

Am Donnerstag ist US-Außenministerin Condoleezza Rice überraschend im Irak eingetroffen. Sie wolle den politischen Führern des Landes deutlich machen, dass sie nicht endlos Zeit zur Lösung der Probleme hätten, erklärte die zuvor. Derweil plant Saudi-Arabien einen Grenzwall zum biblischen Zweistrom-Land.

HB BAGDAD. Dass sich die Sicherheitslage im Irak verschlechtert, bekam auch US-Außenministerin Rice zu spüren bekam. Ihre Maschine konnte wegen „indirekten Feuers“ erst mit einer 35-minütigen Verspätung landen. Wie der Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack, erklärte, wurden in der Nähe des Flughafens von Bagdad offenbar Granaten oder Raketen abgefeuert.

Rice wollte unter anderem mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki sprechen, wie dessen Büro mitteilte. Bei dem Gespräch solle es um Möglichkeiten zur Eindämmung der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten gehen. Die gegenseitigen Racheakte von Milizen beider Volksgruppen sind derzeit wohl das größte Problem im Irak. Allein am Mittwoch waren wieder 34 Menschen ums Leben gekommen. Seit Samstag sind zudem mindestens 21 US-Soldaten bei Kämpfen und Anschlägen getötet worden.

Saudi-Arabien plant Grenzwall zum Irak

Unterdessen plant Saudi-Arabien eine Sperranlage entlang seiner 560 Kilometer langen Grenze zum Irak, um das Einsickern von Terroristen in das Königreich zu verhindern. Dies kündigte der saudische Vize-Innenminister Prinz Ahmed nach einem Bericht der Tageszeitung „Arab News“ vom Donnerstag an. Die Anlage aus Sperrwänden mit elektronischen Sensoren und Wachtposten werde umgerechnet fast 400 Mill. Euro kosten. Mit ihrer Fertigstellung werde in fünf bis sechs Jahren gerechnet.

Das Vorhaben sei mit der irakischen Regierung abgesprochen, sagte Prinz Ahmed nach Angaben der Zeitung. Saudischen Sicherheitsexperten zufolge haben sich die Iraker über das Einsickern saudischer Selbstmordattentäter beklagt. Saudi-Arabien befürchte wiederum das Eindringen militanter Islamisten, die in irakischen Dschihad-Zellen Terror- und Aufstandserfahrungen sammeln.

Angesichts der andauernden Gewalt im Irak sagte Rice: „Dies ist eine wichtige Zeit und eine Herausforderung für das irakische Volk.“ Die US-Regierung sei aber überzeugt, dass die Menschen sie bewältigen würden, betonte Rice während einer Pressekonferenz mit al-Maliki.

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