Saudi-Arabien und der Terror
Falsche Freunde

Saudi-Arabien predigt und exportiert einen radikalen Islam ähnlich dem der Terrormiliz IS. Dabei ist der Westen im Kampf gegen den IS auf Riad angewiesen. Besonders ein Mitglied der saudischen Königsfamilie macht Sorgen.
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KairoOffiziell kämpfen an der Seite des Westens gegen den Terror, inoffiziell fördern sie ihn: Die beiden sunnitischen Regionalmächte Türkei und Saudi-Arabien rücken nach den Attentaten von Paris in den außenpolitischen Fokus Europas. Der Ton wird gereizter, der Unmut wächst. Durch löchrige Grenzen, Dschihadisten-Transfer, Rohölschmuggel und Bombenangriffe auf kurdische Einheiten fördert das Nato-Mitglied Türkei den IS.

Vor allem Riads Salafisten-Mission – die Unterstützung von Salafisten auch in Deutschland – wiederum schuf den Nährboden für eine weltweite Radikalisierung. Nur so ist auch der Zustrom von IS-Rekruten aus mehr als 100 Nationen nach Syrien und Irak erklärbar.

Die Repressionen des saudischen Ölimperiums gegen Menschenrechtler und Blogger empört rund um den Globus. Der im März vom Zaun gebrochene Krieg im Jemen öffnete dem IS erstmals die Tür zur Südspitze der Arabischen Halbinsel. Der Terrorrivale al-Kaida dort ist ebenfalls stärker als je zuvor. Mit der Hafenstadt Mukalla und der Südprovinz Abyan beherrschen seine Kämpfer jetzt ein eigenes Kalifat.

Und so bescheinigte der Bundesnachrichtendienst (BND) dem superreichen Wüstenstaat Saudi-Arabien vergangene Woche eine „impulsive Interventionspolitik“, die die Stabilität der Golfregion gefährde. Vizekanzler Sigmar Gabriel legte am Sonntag nach und warf Saudi-Arabien vor, islamischen Extremismus zu exportieren. Man sei zur Lösung der regionalen Konflikte zwar auf Saudi-Arabien angewiesen, sagte Gabriel der Bildzeitung. „Wir müssen den Saudis aber zugleich klarmachen, dass die Zeit des Wegschauens vorbei ist.“

Umstritten ist vor allem der junge Vizekronprinz Mohammed bin Salman, der Lieblingssohn des Königs. Als Verteidigungsminister spielt er eine zentrale Rolle bei der neuen forschen Linie. In politischen Kreisen in Riad, aber auch in Teilen der Königsfamilie ist wenig Gutes zu hören über den Aufsteiger, der als einziger der Führungsriege nicht im Ausland studierte.

Er gilt als hyperehrgeizig, skrupellos, impulsiv und arrogant. Zusammen mit Innenminister und Kronprinz Mohammed bin Nayef steuert der 30-Jährige die Geschicke des Landes, während dem fragilen und kränkelnden 79-jährigen König Salman die Zügel offenbar entgleiten.

Kronprinz Nayef gilt als „Terroristenfresser“ und Verfechter eines harten Kurses im Inneren – gegen Extremisten, Bürgerrechtler, Kritiker des Königshauses und schiitischen Aktivisten gleichermaßen. Ungeachtet internationaler Kritik ließ er in diesem Jahr die Hinrichtungen auf öffentlichen Plätzen verdoppeln, ihre Zahl kletterte so hoch wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Parallel dazu streuen regimenahe Zeitungen derzeit Gerüchte, eine Massenexekution von 50 Terroristen, Oppositionellen und schiitischen Verurteilten stehe unmittelbar bevor.

Kommentare zu " Saudi-Arabien und der Terror: Falsche Freunde"

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  • Der Kriegsnobelpreisträger und der Vertreter der Kopfabschneiderreligion,
    Wir haben die ganz falschen "Freunde", es fehlen eigentlich nur noch der Türkensultan, dann wären die Hauptverantwortlichen für das Weltelend alle auf einem Bild dargestellt.

  • Die wusste das sicher auch! Ganz blöd ist der Verein nun auch nicht.

    Nur durfte oder wollte er es nicht wissen.

  • "Saudi-Arabien predigt und exportiert einen radikalen Islam ähnlich dem der Terrormiliz IS".
    Ach, jetzt auf einmal diese Einsicht, diese Weisheit. Das" Pack" wusste es längst - seit Jahren. Bloß die Merkel Regierung bis dato nicht.

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