Saudi-Arabien und USA
Ein Bomben-Deal im Jemen

Extremisten und Separatisten haben den Jemen in ein Schlachtfeld verwandelt. Unter Führung Saudi-Arabiens sollen die Huthi-Rebellen verdrängt werden. Dafür liefern die USA nun Bomben – obwohl selbst die Uno Bedenken hat.

WashingtonDie USA verkaufen für 1,3 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) Bombenmaterial an Saudi-Arabien. Die Regierung in Washington habe grünes Licht für den Deal gegeben, teilte das US-Außenministerium am Montag mit. Durch die Lieferungen, die unter anderem lasergelenkte Bomben umfassen, würden die Waffenarsenale für saudi-arabische Anti-Terror-Operationen „wiederaufgefüllt.“

Eine von Riad geführte Militärkoalition geht im Jemen seit Monaten gegen die schiitischen Huthi-Rebellen vor, die Teile des Landes unter ihrer Kontrolle haben. Auch Separatisten und sunnitische Extremisten mischen in dem Konflikt in dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel mit. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen werfen der von Saudi-Arabien geführten Koalition jedoch vor, unschuldige Zivilisten zu töten.

Doch US-Außenamtssprecher Mark Toner betonte, dass die Huthi-Rebellen damit „aufhören müssten, saudi-arabische Bürger und saudi-arabisches Territorium zu attackieren. Zugleich bekräftigte er die Unterstützung der USA für die UN-Friedensbemühungen. Zuvor hatte die US-Regierung erklärt, dass alle Konfliktparteien im Jemen zivile Opfer vermeiden müssten.

Über den Waffendeal mit Riad wurde der US-Kongress informiert, der ein 30-tägiges Moratorium zum Rüstungsgeschäft verfügte. Wann genau die Bomben an Saudi-Arabien ausgeliefert werden, ist unklar.

Auch der Waffenhersteller Heckler & Koch will mit Saudi-Arabien ins Geschäft kommen. Weil die Bundesregierung die Ausfuhrgenehmigung nicht erteilt, reichte das Unternehmen Ende Oktober Klage ein.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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